In der Südpfalz – Felsenland Sagenweg Etappe 3 (Mai 2013)

Vor zwei Jahren auf der  Rheinland-Pfalz-Ausstellung war ich an einem Stand auf das Dahner Felsenland aufmerksam geworden und habe einen Flyer mitgenommen. Seit dem war das dann in meinem Kopf hängengeblieben.

Dieses Jahr war es dann endlich soweit. Es war Mai, ein Feiertag stand an, nix wie los………….

Feiertag, da hatten wir schon das Problem. Alles ausgebucht. Aber schließlich und endlich haben wir doch noch ein Zimmer im Hotel Maimont in Ludwigswinkel bekommen. Donnerstag ging es also los und wir haben gleich den Felsenpfad in Dahn unsicher gemacht. Sehr empfehlenswert, möchte ich jetzt in diesem Bericht aber nicht weiter drauf eingehen.

Nachdem wir dann freitags im Dauerregen das Schuhoutlet in Hauenstein besucht haben und es uns abends haben in der Sauna gut gehen lassen, hatten wir uns für Samstags die Königsetappe des Felsenland Sagenwegs vorgenommen, die von Bundenthal nach Schönau führt. Also, auf nach Bundenthal.

Nafelsenland_sagenwegchdem ich am Hotel dezent darauf hingewiesen wurde, dass es doch sinnvoll sein könnte auch die Wanderschuhe mitzunehmen, wenn man Wandern gehen will, *grins*, konnte es dann losgehen, das neue GPS-Gerät inkl. aufgespielter Route und den Wanderführer im Gepäck. 17,9 km, 5:30 Gehzeit und 800 Höhenmeter lagen vor uns. Geparkt haben wir am Bahnhof in Bundenthal. Gegen 10 Uhr ging es dann los.

Nachdem es am Vortag geschüttet hat wie aus Kübeln, ist es an diesem Tag einigermaßen trocken geblieben. Schade war, dass es aber nur 14 Grad waren, ziemlich bewölkt, so dass wir die schönen Aussichten nicht ganz so genießen konnten, da es sehr diesig war und durch den Regen am Vortag hatten wir das Vergnügen auf so ziemlich der halben Strecke im zentimeterdicken Schlamm zu waten :-).

Aber lassen wir mal das Negative weg und kommen zur eigentlichen Attraktion dieses Tages: Die tolle Landschaft des südlichen Pfälzer Waldes. Los ging es an der Wehrkirche in Bundenthal. Vorbei an hübschen Fachwerkhäusern folgten wir dem Gespentster-Logo in die Natur. Anfangs ging es auf breiten Forstwegen vorbei an weiten Wiesen. Wir passierten den Flugplatz Söller. Am Waldrand ging es dann wieder auf einem Hohlweg ins Tal hinunter.

Tja und einmal nicht aufgepasst, haben wir eine Abzweigung verpasst und sind ganz ins Tal zurückgewandert, um dann festzustellen, dass wir fast wieder am Anfangspunkt in Bundenthal stehen ;-). Und Blick aufs GPS-Gerät hätte auch geholfen.  Also den Berg wieder hoch.

An der Abzweigung durften wir dann auf weiche Waldpfade wechseln, bei denen die strammen Anstiege dann gleich unsere ganze Kondition erforderten. Aber wer vier Burgen, einen Gipfel und zwei super Aussichten erobern will, muss dafür auch was leisten :-).

Im Anschluss ging es mal durch Wald, mal durch Streuobstwiesen, mal auf, mal ab, weiter, bis es schließlich in Serpentinen wieder steil bergan ging, aber die herrliche Natur spornte uns an.  Teilweise hat sich hier das GPS-Gerät als sehr hilfreich erwiesen. Der Weg ist zwar gut ausgeschildert, an der ein oder anderen Stelle hat uns aber doch eine Markierung gefehlt und ein Umherirren im Wald wäre die Folge gewesen. So erreichen wir dann nach ca. 6 km das Mäuerle. Bergab ging es dann Richtung Nothweiler. Auf engen, steilen Pfaden passierten wir mehrere tolle Felsformationen, wie wir sie auch schon auf dem Dahner Felsenpfad bewundern durften (O-Ton: Das ist ja fast wie in der Sächsischen Schweiz).

In Nothweiler angekommen gönnten wir uns erst mal eine Pause, kehrten ein und konnten gleich schon mal unser nächstes Ziel in Augenschein nehmen. Hoch oben auf dem Berg thronte die höchste Burgruine der Pfalz, die Weglnburg.

Weglnburg

Gestärkt durch eine Gulaschsuppe wagten wir uns dann an den Aufstieg zum absoluten Highlight der Wanderung. Auf stetig ansteigenden Waldwegen und viel Matsch ging es nach oben. Aber das hat sich gelohnt. Die Burgruine der Weglnburg sollte man als Wanderer unbedingt gesehen haben. Einen Rundgang und die herrliche Aussicht haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Wie erwähnt, schade, dass es so diesig war, sonst wäre die Aussicht noch beeindruckender gewesen.

auf der Weglnburg

Beeindruckt folgten wir dem blauen Gespenst des Sagenweges. Und eigentlich hört es nun gar nicht mehr auf mit den Highlights. Auf dem Waldweg bergab hieß es dann: „Bienvenue en France“. Wir überquerten die Grenze nach Frankreich. Ein weiteres kurzes Stück bergauf und wir erreichten die nächste Burgruine, die Hohenburg. Über die Leitern erklommen wir den hoch aufragenden Turm und genossen den nächsten Rundblick. In der Ferne entdeckten wir Burg Fleckenstein oder „Petit Fleck“, eines unserer nächsten Ziele. Also weiter…….

Ausblick

Burg Fleckenstein

Keine fünf Minuten später und die Burgruine Löwenstein ist erreicht. Danach ging es weiter durch den Wald bergab. Hier führt der Weg über ein Stück des Felsenpfades.  Wieder spektakuläre Felsformationen, wieder tolle Ausblicke. Einige Kletterer konnte man an den Felsen auch beobachten. Das Dahner Felsenland ist nämlich ebenfalls ein beliebtes Ziel für Sportkletterer.

Felsformation

Nach rund 12 km haben wir dann „Petit Fleck“ erreicht und nahmen uns dann ca. 1 Stunde Zeit gegen eine geringe Gebühr die Burg zu besichtigen. Der Besuch hat sich gelohnt, wer hier vorbei kommt, sollte sich auch die Zeit für die Besichtigung nehmen.

Burg Fleckenstein1

Burg Fleckenstein2

Weiter ging es durch den Wald. Hier fanden wir mehrere Stationen der „Rätselburg“ vor, die rund um die Burg stattfindet. Ein Rätselspass für Kinder, der in der Burg gebucht werden kann. Aber auch uns haben diese Stationen ein wenig belustigt.

Es ging immer weiter bergab, bis wir schließlich Hirschberg erreichten. Mir taten inzwischen vom vielen bergab-gehen die großen Onkel weh. Aber wer will schon eine Memme sein und 3 km vor dem Ende aufgeben!? Ich nicht.

An Hirschberg vorbei ging es in ein Nebental entlang eines kleinen Baches. Tja und wer konnte es ahnen, der letzte Aufstieg des Tages hielt dann nochmal Serpentinen parat, die noch steiler waren als alles, was wir an diesem Tag schon hinter uns hatten. Wir waren also nochmal ordentlich gefordert. Oben angekomen war erst mal durchschnaufen angesagt. Weiter ging es vorbei am Bruderfelsen mit toller Aussicht weiter zum Pfaffenfelsen. Über eine hohe Leiter erkletterten wir diesen Aussichtsfelsen, der uns einen Blick auf unser Tagesziel Schönau eröffnete.

Pfaffenfelsen

Pfaffenfelsen1

SchönauDurch den Wald abwärts ging es weiter und wir näherten uns Schönau. Dort nochmal kurz verlaufen, da der eigentliche Weg durch das hochgewachsene Gras nicht zu sehen war. Hier war wohl schon länger niemand vorbeigekommen. Das war sowieso sehr auffällig. Trotz dieser wunderschönen Landschaft waren wir auf den kompletten am Ende 21 km (inkl. Verlaufen ;-)) völlig alleine. Nur auf den Burgen und in den Orten haben wir ein paar Menschen angetroffen. Auf den Wegen war kein Mensch. Ist die Frage, wie die alle hochgekommen sind ;-).

Schuhe

Zum Abschluss des Tages gab es dann noch ein weiteres Highlight. Abendessen im Landhaus Mischler in Schönau. Völlig „vermatscht“ kamen wir gegen 19:30 Uhr dort an. Alle anderen waren so ordentlich sauber ;-). Das Essen hier war absolut vorzüglich. Die verstehen sich wirklich aufs Kochen. Wer hier vorbeikommt, sollte das unbedingt ausprobieren. Ich hatte Sauerbraten mit Klößen und Rotkraut und ein Glas Wein. Und zur Feier des Tages haben wir uns noch eine Creme Brulee gegönnt. Leggäääää.

Was dann nicht mehr ganz so gut geklappt hat, wie wir uns das gedacht haben, war das Zurückkommen. Im Internet und in diversen Reiseführern war überall zu lesen, dass das alles kein Problem sei. Regelmäßige Busse oder Sammeltaxis würden helfen. In Schönau angekommen, stellten wir fest, dass der letzte Bus, ich glaube gegen 18:30 Uhr gefahren ist. Ok, also Taxi. Das musste dann aber erst aus dem ca. 20 km entfernten Dahn gerufen werden. Aber das ist dann schließlich und endlich eingetroffen. Ziemlich geschafft, glücklich und beeindruckt ging es danach relativ bald ins Bett.

Fazit: Ein Tag mit sehr vielen Highlights und unbedingt eine Reise wert. Es war eigentlich alles dabei, was das Wanderherz begehrt. Um so viele Naturschönheiten zu sehen, wie man sie hier hatte, muss man woanders glaube ich schon weit wandern.

Wanderwege in Kiefern-, Eichen- und Buchenwäldern, steile Pfade, entspannte Feldwege, mehrere Burgen, diverse Felsformationen und ganz viele Aussichtspunkte. Teilweise ist Trittsicherheit erforderlich und natürlich auch ein bißchen Kondition. Die Streckenlänge war da nicht so ausschlaggebend, aber die Höhenmeter forderten dann doch ein bißchen. Aber das Erlebnis nach einem Aufstieg im leichten (oder manchmal auch heftigerem ;-)) Wind diese tollen Aussichten mit Fernblick zu genießen, entschädigt für alles.

Eigentlich schade, dass das Dahner Felsenland bei Wanderern gar nicht so bekannt ist. Wir waren wirklich mutterseelenalleine in der Natur. Dabei waren ja fast alle Zimmer ausgebucht. Die waren wohl alle nur zur Weinprobe!? Dann haben sie was verpasst. Von mir: Absoluter Daumen hoch. Und das Dahner Felsenland ist immer mal wieder eine Reise wert.

Ein Gedanke zu “In der Südpfalz – Felsenland Sagenweg Etappe 3 (Mai 2013)

  1. … das muss dann aber ein Wochende nach Ende der Buli-Saison gewesen sein, und Respekt ob der tollen Kondition 🙂
    Auch wenn ich kein Wanderer bin, habe ich Deinen Bericht „ehrfurchtsvoll“ gelesen …

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