Namibia – 4. Tag Deadvlei, Sesriem Canyon

Wie gesagt, um 4:00 Uhr ging es ans Aufstehen. Eine kurze Nacht und beim Wachwerden extrem kalt. Mein Schlafsack war von außen richtig klamm. Um 4:30 Uhr war Abfahrt. Wir wollten zum Sonnenaufgang auf den Dünen am Deadvlei sein.  Während der ca. 70 km Fahrtstrecke versuchte ich dann noch ein bisschen zu schlafen. Aber leider klappt ja nicht immer alles so, wie man das gerne hätte. Plötzlich sahen wir Nebel, der immer dichter und dichter wurde. Die Sicht war gleich Null, so dass wir gezwungen waren, sehr langsam und vorsichtig zu fahren. Der Nebel hatte etwas mystisches. Uns wurde aber schnell klar, dass das mit dem Sonnenaufgang nichts mehr werden würde, da der Nebel lange Zeit braucht, um sich aufzulösen.

Wir passierten einen Parkpkatz, an dem nicht Allrad-taugliche Autos anhalten müssen und mit dem Shuttle weiterfahren müssen. Ab jetzt ging es nur noch mit 4×4 Geländewagen weiter. Die letzten 5 km wurden wir dann auch ganz schön durchgeschüttelt. Sehr tiefer Sand, der passiert werden muss. Wir waren die ersten am Sossusvlei, aber keine Chance den Sonnenaufgang zu sehen. Der Nebel war zu dicht. Aber: Hakuna Matata. Im Nachhinein hatten wir Glück im Unglück. Wir haben erfahren, dass vorher vier Tage lang Sandsturm war.

Also sind wir erst mal im Auto geblieben und haben uns einen heißen Tee oder Kaffee gemacht. Die Temperaturen waren immer noch wenig erträglich, trotz langer Unterhose. Sie lagen so um die fünf Grad. So war es schließlich dann doch schon ca. 8 Uhr bis wir uns auf den Weg auf die Düne gemacht haben. Wieder alles unberührt, als wenn noch keine Menschenseele hier gewesen wäre. Der Westwind sorgt immer wieder für die Ursprünglichkeit.

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Der Aufstieg war heute bei weitem nicht so anstrengend, da der Sand nasser war und man dadurch nicht so tief einsinkt. Oben auf der Düne angekommen, dann das Wow-Erlebnis. Das von vielen Bildern bekannte Deadvlei kam in Sicht. Magisch, wie eigentlich fast alles in der Namib. In dem Moment leider immer noch vom Nebel verhangen. Wir wanderten am Dünengrat entlang. Big Daddy, mit 380 m die größte Düne vor Ort, war durch den Nebel noch nicht zu sehen. Ebenso wenig war Big Mama zu sehen. Von blauem Himmel keine Spur.

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Somit entschieden wir uns, erst mal zurück zum Auto zu laufen, um dort zu frühstücken. Es gab wieder Tee, Kaffee, Rührei und Maisbrei. Irgendwann siegte die Sonne über den Nebel und der blaue Himmel kam zum Vorschein. Bis hierher war es immer noch eisig kalt, aber dann wurde es langsam wärmer. Die lange Unterhose gehörte ab sofort der Vergangenheit an.

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Und Big Daddy war jetzt endlich auch zu sehen.4 -1-15

Bald machten wir uns dann zu zweit auf den Weg zum Deadvlei. Nach einem ca. 30 minütigen Fußmarsch, ok, inklusive tausender Fotostopps, lag die Lehmpfanne dann in herrlicher Pracht und jetzt im Sonnenschein vor uns.

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Leider inzwischen aber auch schon wieder von Touris überfüllt, was wir ja eigentlich vermeiden wollten. Trotzdem war die Zahl der Menschen im Vergleich zu vielen anderen Sehenswürdigkeiten auf dieser Welt dann doch noch recht überschaubar.

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Ein herrlicher Ort, um Fotos zu schießen. Der Kontrast zwischen dem strahlenden Blau des Himmels, das Rot der Dünen, das Weiß des Lehms, ist einfach phantastisch. Und dann noch die vertrockneten Bäume dazu. Man hätte tausende von Fotos machen können.

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Ich konnte es mir dann wieder nicht verkneifen, in den Bäumen rumzuklettern und habe mir dann auch gleich ein paar Holzsplitter in den Händen eingefangen.

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Hier haben wir uns dann auch ziemlich lange aufgehalten, bis wir uns wieder auf den Rückweg machten, überall umgeben von den gigantischen Sanddünen der Namib, ein Meer aus Sand, in den unterschiedlichsten Rot-, Orange- und Gelbtönen.

Auf der Rückfahrt haben wir dann noch einen Oryx auf einer Düne stehend erwischt. Laut unserem Guide ein sehr seltener Moment. Auf einer Düne sieht man sie sehr selten.

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Dann ging es wieder auf die Sandpiste und wir wurden erneut durchgeschüttelt. Weiter ging es dann zum Sesriem Canyon, der sich direkt am Eingang zum Sossusvlei befindet. Der Name bedeutet „Sechs Riemen“, da die Siedler sechs Riemen benötigten, um das Wasser in Eimern vom Grund an die Oberfläche zu ziehen.

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Wir stiegen in den Canyon hinab und wanderten hindurch.

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An einer Stelle des Canyons hatte sich noch Wasser gesammelt. Um das Wasserloch zu sehen, mussten wir aber noch eine kleine Kletterpartie hinter uns bringen, die nur mit gegenseitiger Hilfe möglich war.

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Wir erreichten den Campingplatz gegen 15-16 Uhr. Jetzt war erst mal entspannen angesagt. Savanha Light, Bier, Chips, Biltong und weitere Knabbereien. Vom Vorabend war noch etwas Gemüse übrig, was wir nochmal warm machten. Danach hab ich mir dann mal eine ausführliche Dusche gegönnt, nach den Katzenwäschen der letzten Tage. Irgendwann kam unsere Zeltnachbarin noch auf einen netten Plausch vorbei, eine Südafrikanerin aus Kapstadt. Sie hatte am frühen Morgen einen Rundflug über die Dünen gemacht und war begeistert von den nebelverhangenen Dünen. Aus der Luft war dies wohl ein imposantes Bild. Mal schauen, wie wir die Dünen in zwei Tagen aus der Luft erleben.

Die Sonne fing an unterzugehen und tauchte die Namib Naukluft Berge in glutrotes Licht. Zwei Oryx lieferten sich nicht weit weg von unserem Zeltplatz einen Kampf.

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Zum Abendessen gab es dann Reis mit Zucchini und Karotten, im gusseisernen Topf über dem Feuer gekocht.

Und dann hatten wir noch abendlichen Besuch, ein Oryx kam über die Mauer auf unseren Zeltplatz gesprungen. So sah er uns aus 2 m Entfernung beim Essen zu. Oder wir ihm? Kurz später dann noch ein Schakal an der gleichen Stelle. Ganz geheuer war mir ja vor allem der Oryx wegen seiner langen spitzen Hörner nicht. Aber er kümmerte sich nicht um uns.

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Gegen 22:30 Uhr ging es dann ins Zelt. Erst vier Tage hier und schon so viele Highlights. Wow.

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