Kambodscha – 3. Tag Phnom Penh

Heute klingelte der Wecker noch früher, 5:45 Uhr. Nach dem Frühstück, um 7:30 Uhr, wurden wir dann wieder mit dem Tuk-Tuk abgeholt und in die Stadt zum Grasshopper Fahrradverleih gefahren. Eine geführte Fahrradtour auf die Mekong-Insel stand auf dem Programm. 

Wir wurden dann auch gleich sehr herzlich von unserem weiblichen Guide empfangen. Wir hatten Glück, dass sich heute außer uns niemand für die Tour angemeldet hat, so gab es dann eine Privattour. Nach einer kurzen Einweisung erhielten wir unsere Fahrradhelme und dann konnten wir uns auf die Mountainbikes schwingen und stürzten uns dann selbst in den chaotischen Straßenverkehr. Ein bisschen mulmig war mir dabei ja schon zumute. So fuhren wir am Tonle Sap entlang, aber schon bald ging es auf die Fähre. 


Auf der anderen Seite dann nochmal  eine völlig andere Welt. Hier leben u. a. viele Vietnamesen. Bei der Überfahrt sahen wir mehrere Fischer, die teilweise auch auf ihren Booten leben. Oft mit 4 oder 5 Personen. 


Weiterhin sahen wir die ersten Stelzenbauten, die typische Bauweise in Kambodscha.


Wir schwangen uns wieder auf die Räder und waren nun mitten im kambodschanischen Leben. Keine asphaltierten Straßen, rechts und links die Stelzenbauten. Nachdem wir den Ort verlassen haben hatten wir erst mal eine Schlammschlacht, da es die letzten Tage stark geregnet hat. Ich blieb natürlich mal wieder im Schlamm stecken, musste absteigen und stand knöcheltief im Matsch. Das sollte noch ein paar weitere Male passieren. Ist aber auch gar nicht so einfach, wenn man das nicht gewohnt ist. 


Wir hielten dann an einem kleinen Anwesen und unser Guide erzählte uns etwas über die Kühe dort.


Dann war die Matschschlacht vorbei. Bei der Weiterfahrt bekamen wir rechts und links vom Weg noch mehrere Wasserbüffel zu Gesicht.


Und überall winkten uns die kleinen Kinder freundlich zu und riefen „Hello, hello“ und hatten ihre Freude.

Schließlich machten wir halt in einer Seidenfabrik. Zuerst mal machten wir Rast und bekamen Wasser und sehr leckere Früchte zur Verfügung gestellt, Mangos, Bananen und Mangostane.


Nach der Pause wurde uns dann von der Besitzerin der Betrieb vorgestellt. Zuerst ging es zur Raupenaufzucht. Es gab Schalen mit unterschiedlich alten Raupen. 


An anderer Stelle könnte man die Kokons sehen. 


Dann wird das ganze zu Seide gesponnen, durch verschiedene Methoden und Materialien eingefärbt. 


Und dann ging es weiter in die Weberei. 4 m Stoff bedeuten ca. 1 Woche Arbeit. 


Mein Schatz hat mir dann noch einen schönen Seidenschal gekauft und sich selbst einen Baumwollschal. 

Als wir dann weiterfahren wollten gab es eine Überraschung. Der Schlauch an meinem Fahrradreifen war geplatzt. Wir hatten kurz vorher noch einen Knall gehört. Da wir keinen Ersatz dabei hatten gab mir unser Guide ihr Fahrrad und sie lieh sich das Fahrrad der Familie aus, welche Qualität dieses hatte, könnt Ihr Euch vielleicht vorstellen. Aber ihr machte es nichts aus, da sie früher mit einem solchen Fahrrad auch zur Schule gefahren ist.

Bald nahmen wir wieder die Fähre und dann ging es auf die eigentliche Mekonginsel. 


Hier hielten wir wieder an einer Pagode an. 


Auf der ganzen Tour konnten wir dann auch sehr interessante Gespräche mit unserem Guide führen, da wir ja das Glück hatten, die einzigen Teilnehmer zu sein. Sie konnte wirklich sehr gut Englisch, was sie sich größtenteils durch die Touristen selbst beigebracht hat. Außerdem konnte sie uns viel über die Umgebung und die Menschen erzählen. Bei der Weiterfahrt genossen wir die Ruhe hier auf der Insel, das war mal angenehm dem Trubel in der Stadt zu entkommen. Dann gings mit einer weiteren Fähre wieder zurück nach Phnom Penh. 


Vorher konnten wir aber nochmal kurz Rast einlegen, da die Fähre noch nicht da war. Die Getränke bekamen wir zur Verfügung gestellt. In Phnom Penh wurden wir von einem Minibus abgeholt. Wir bekamen kalte Tücher gereicht, die bei der Hitze sehr angenehm waren. Dann wurden wir zum Mittagessen gefahren. Insgesamt war die Tour ca. 20 km lang. 

Beim Mittagessen wurde und Aubergine mit Schweinefleisch und Fisch mit Gemüse in süß-saurer Sauce und Rindfleisch mit Gemüse gereicht, dazu natürlich Reis. Getränke gab es nach Wahl. Mir hat das Rindfleisch am besten geschmeckt.

Anschließend fuhr der Bus uns wieder zu Grasshopper, wo wir von unserem Tuk-Tuk-Fahrer wieder abgeholt wurden und zurück zum Hotel gefahren wurden.

Für jeden, der in Phnom Penh etwas abseits der typischen Touristenorte unternehmen möchte, kann ich diese Tour nur wärmstens empfehlen.

Im Hotel ruhten wir uns etwas aus und nahmen dann für 5$ ein privates Tuk-Tuk zum Russenmarkt. Dieser hat seinen Namen daher, weil hier früher die Russen eingekauft haben. Hier herrscht eine Bullenhitze und es gibt allerlei Dinge zu kaufen. Buddha-Statuen, Klamotten (die meisten wahrscheinlich nachgemacht), Taschen, Tücher, Essen und Trinken.


Mein Schatz kaufte sich ein paar CDs mit kambodschanischer Musik für seine Radiosendung und dann tranken wir noch Kokoswasser mit Strohhalm direkt aus der Kokosnuss. Sehr lecker. 


Ansonsten schlenderten wir einfach nur rum und beobachteten das Treiben und die für uns doch außergewöhnlichen Essgewohnheiten der Kambodschaner. Zum Beispiel aß eine Frau ein Ei mit Fötus drin. Wir sahen zappelnde Fische, die im Trockenen um ihr Leben kämpften und dann verendeten. Ganze Hühner lagen oder hingen dort zum Verkauf, Meeresfrüchte und vieles mehr. 


Danach schlenderten wir noch ein bisschen durch die Gassen und machten in einem Café halt, wo wir uns noch einen Capucchino und einen Vanilla Latte gönnten.


Danach wagten wir dann den Versuch, den Weg zum Hotel per Fuß zu starten. Ein schwieriges Unterfangen. Zum einen gibt es selten Bürgersteige, heißt, wir befanden uns jetzt zu Fuß mitten  im chaotischen Verkehr der Stadt und dann muss man einfach bei diesem Irrsinn mitmachen. Zum anderen haben wir das Strassensystem bzw. die Nummerierung der Straßen wohl doch nicht so verstanden. Als wir dachten da zu sein, lt. der Strassennummer, waren wir wo auch immer, nur nicht an unserem Hotel. So mussten wir dann irgendwann doch auf ein Tuk-Tuk zurückgreifen, was aber kein Problem darstellte. Wenn man zu Fuß unterwegs ist, wird man sowieso alle 10 m gefragt, ob man ein Tuk-Tuk will. Auf jeden Fall war das Hotel dann doch in eine ganz andere Richtung und noch ein ganzes Stück zu fahren.

Von dort machten wir uns nochmal auf den Weg was essbares zu suchen. Da wir in dieser Ecke keinen Strassenstand gefunden haben, gingen wir dann doch wieder in ein Restaurant. Was mir dort völlig missfallen hat war, dass überall Ventilatoren und Klimaanlagen in voller Stärke liefen. Gar nicht gut, nach der Hitze draußen. Das Essen hat dann aber trotzdem geschmeckt. 

Danach hieß es Koffer packen und dann ab ins Bett.

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