Kambodscha – 6. Tag Battambang

Heute klingelte der Wecker um 6:30 Uhr, aber irgendwie kamen wir nicht in die Pötte, so dass wir nur noch Zeit für ein kurzes Frühstück hatten. Um 8:30 Uhr wurden wir wieder mit dem Tuk-Tuk abgeholt. Los ging es zu einer Stadtrundfahrt.

Zuerst ging es zu einem historischem Khmer-Haus, dass inzwischen als Museum dient, welches wir nun besichtigten. Wir bekamen gezeigt, wie der Reis geschrotet wird und durften die Maschine auch mal selbst bedienen.

Im Obergeschoss konnten wir dann ein Stelzenhaus mal von innen sehen. Die Einrichtung besteht aus alten Möbeln, dekoriert mit Familienfotos.


Bei der Besichtigung bekamen wir die Geschichte der Hausbesitzer erzählt. Die Küche wurde zur Pol Pot Zeit zerstört und musste neu aufgebaut werden.

Anschließend ging es weiter zum Bambuszug oder hier Bamboo Train genannt. 2 Rollen, 1 Holzplattform, ein kleiner Motor und los geht die Fahrt. Mit 40 km/h über die Schienen.

Die ganze Strecke ist einspurig, dass heißt, wenn jemand entgegen kommt, muss der leichter beladene Zug die Schienen räumen  und den schwerer beladenen Zug vorbeilassen. Zuerst hatten wir freie Fahrt, aber dann kam der erste Gegenverkehr.




Die lustige Fahrt dauerte ungefähr eine halbe Stunde bis wir an der Endstation, die der Wendepunkt für unsere Fahrt ist, ankamen. Hier wurden uns Getränke angeboten. So setzten wir uns dort ins Häuschen und tranken eine Cola und eine Fanta, zusammen für 2 Dollar. Und schon waren wir von einer Kinderschar umringt, die uns alle Armbänder unter die Nase hielten und einer nach dem anderen lies ein: „If you want to buy, you ask me“ los. Das ging dann in ständiger Dauerschleife, wir hatten gar keine Chance. Immer wieder kam ein  „If you want to buy, you ask me“. Acht Kinder im Chor. Dann schenkte uns einer nach dem anderen diverse Pflanzen – eine Blume, ein Ring aus einem Blatt geformt, etc. 


Bis wir schließlich Besitzer von acht neuen Armbändern waren. Und dann kamen immer weitere Kinder, aber die haben wir dann abgewimmelt. 


Und dann ging die lustige Fahrt wieder zurück. Jetzt hatten wir noch viel mehr Gegenverkehr und ständig musste irgendjemand die Strecke räumen.



 Diverse Male überholten wir einen Einheimischen, der schwerbepackt zu Fuß auf den Schienen unterwegs war. Wir sagten unserem Fahrer, dass er ihn aufladen soll. Das Angebot nahm er gerne an und ich glaube, er hatte auch seinen Spaß 😀. Außerdem musste er bei der brütenden Hitze ja dann auch nicht mehr laufen. 


Nach insgesamt ca. 1 h war der Spaß dann wieder vorbei. Unser Tuk-Tuk-Fahrer und heutiger Führer holte uns wieder ab und weiter ging die Erkundungstour. Nächster Stop war an einer Art Pagode, wo aber kein Mönch lebt. Dort konnten wir über die Anlage spazieren.


Wieder ging es mit dem Tuk-Tuk weiter, nächster Halt war an einem Essensstand. Unser Guide kaufte ein uns unbekanntes Gericht. Sticky Rice in Bamboo. Hier wird der Reis mit schwarzen Bohnen etwas Salz und Zucker in Bambus 1,5 h über dem Feuer geröstet und muss immer wieder gewendet werden. Wir probierten diese Zwischenmahlzeit, die wirklich lecker war. Ein bisschen wie Milchreis, aber nicht ganz so süß. 


Und wieder ging es weiter zu einer Gedenkstätte. Hier sind die Greueltaten der Roten Khmer in Stein gemeißelt dargestellt und die Knochen der Toten aufgebahrt. Auch unser Guide hat mehrere Familienmitglieder verloren: Seinen Vater, zwei Onkel, zwei Tanten, eine Schwester.

Bei der Weiterfahrt kamen wir an einem Platz vorbei, wo der Fisch zum Trocknen ausgelegt wurde.


Bei unserem nächsten Stop wurde uns dann die Produktion von Reispapier nähergebracht. Der Reis wird zu Reismehl vermahlen. In einem heißen Topf wurde dann die Masse mit Wasser vermischt und ständig umgerührt. Die fertige breiige Masse wird dann auf einen mit Tuch bespannten und heißem Wasser befülten Topf aufgetragen und glattgestrichen. Dann wird einen kurzen Moment ein Deckel darübergelegt, so dass die Masse kurz über dem heißen Wasser gart. Das fertig gegarte Stück Reispapier wird dann auf eine befeuchtete Bambusrolle gewickelt, um von dort leicht auf ein Gitter zu transportieren, wo es mehrere Stunden in der Sonne trocknen muss. Dann ist das Reispapier fertig. Am Tag können hier ca. 2000 Reispapiere hergestellt werden. Diese werden in großen Mengen von den Einheimischen gekauft. Reispapier dient unter anderem als Grundlage für die Frühlingsrollen, welche wir dann auch gleich am zugehörigen Strassenstand probierten. Eine „Fried Spring Roll“ und eine „Fresh Spring Roll“. Frische Frühlingsrollen hatte ich vorher noch nie gegessen, sie hat mir aber sehr gut geschmeckt.


Und nach einem weiteren Stück Fahrt wurde uns dann auch noch die Herstellung von Reiswein gezeigt. Das sind die ganzen Zutaten, die ich mir leider nicht alle merken konnte.

Dann wird das ganze mit Reis vermischt.


Und wird dann in Behälter abgefüllt, wo das ganze anfängt zu gären. 


Von dort gehen Rohre in die Destillerieanlage, aus der dann unten der Wein fließt. Die übrige Masse wird an die Schweine verfüttert.


Letzter Haltepunkt am Vormittag war dann der Tempel Wat Ek Phnom. Der Tempel ist sogar 200 Jahre älter als Angkor Wat. Hier gab es zuerst einen großen Buddha zu sehen.


Eine weitere Pagode, aus der aus Lautsprechern das Gebet des Mönchs erklang, war ortsansässig.


 Hintendran befand sich dann der alte Tempel, den wir dann auch sofort erklommen. Eine alte Dame wies uns den Weg zu den Sehenswürdigkeiten und wollte hinterher natürlich gleich dafür belohnt werden.


Und dann ging es erst mal zum Mittagessen zurück ins Hotel. Dort hatten wir ca. 1,5 h Zeit zum Ausruhen und Mittagessen. Das Mittagessen war in unserem Tourpreis enthalten. Wir aßen Frühlingsrollen und Fried Cashew Chicken.

Nach dem Essen ging es dann schon weiter zum Phnom Sapeau. Dieser Berg befindet sich einige Kilometer außerhalb der Stadt. Das Tuk-Tuk nahm ganz schön Fahrt auf und der Wind blies uns heftig um die Ohren. Dort angekommen sahen wir die Fledermaushöhlen, die um diese Uhrzeit aber noch nicht so interessant waren. Um den Berg zu erklimmen konnten wir zwischen Moped und Auto wählen, der Motor des Tuk-Tuk ist für die Auffahrt nicht stark genug . Wir entschieden uns für das Auto, auf das wir dann noch einen Moment warten mussten. Als es dann los ging nahmen wir, wie die Einheimischen, auf der Ladefläche Platz. Und dann ging es mit viel Gehoppel und Tempo den Berg hinauf. Da war gut festhalten angesagt. 

Bei der ersten Station angekommen, gab es wieder eine Pagode und unser Guide erzählte uns die Geschichte, wie die Name von Phnom Sapeau und der umliegenden Hügel zustande kam. Außerdem erzählte er uns aus den Zeiten der Roten Khmer, die damals in den umliegenden Wäldern ansässig waren. Das ganze umliegende Gebiet ist noch immer mit Landminen voll. Es wurde zwar versucht diese zu beseitigen, trotzdem kommt es immer wieder vor, dass noch Landminen in die Luft gehen. Nur ca. 70 km entfernt von hier, in Pailin, leben heute immer noch die Roten Khmer.

Weiter ging es und wir sahen diese Szenerie, die die Lehre des Karma darstellt: 

Diese Herrschaften haben Tiere bei lebendigem Leib gekocht, z.B. um Schweinen die Borsten zu entfernen.

Diese Dame hat ihren Ehemann betrogen.

Die meisten der hier gezeigten Foltermethoden wurden leider auch von den Roten Khmer durchgeführt.

Weiter ging es zum Killing Cave. Hierbei handelt es sich um eine Felsenhöhle, die Tatort einer grausamen Mordorgie war. Die Roten Khmer stürzten ihre Opfer in eine Felsspalte, auf deren Grund sich die Sterbenden und Toten türmten. Einige Schädel und Knochen sind noch heute dort gestapelt. Heute ist es ein Ort des Gedenkens, die Luft ist geschwängert von Räucherstäbchen.

Unser Weg führte uns weiter an knienden Buddhas vorbei.


Und dann ging die tollkühne Fahrt mit dem Auto weiter. Oben angekommen wurden wir erst mal von mehreren Makaken begrüßt. Überall turnten diese durchs Gelände. Wir wurden oben mit einem prächtigen Ausblick belohnt. Vor uns breitete sich das Flachland von Battambang aus. Die Reisfelder liegen dicht an dicht.


Der Phnom Sampeau beherbergt zwei Pagoden. Mit der Machtergreifung der Roten Khmer endete die Ära der Mönche auf dem Phnom Sampeau. 





Die Überreste der Geschütze der damaligen Zeit sind noch heute hier zu sehen.

Und dann ging es wieder mit dem Auto bergab. Auch dies war wieder eine tollkühne Fahrt auf der Ladefläche.

Unten angekommen liefen wir auch gleich zu den Bat Caves. Pünktlich um 18 Uhr verlassen hier täglich Millionen und Abermillionen Fledermäuse die Höhle. Was für ein Schauspiel. Und nach einer halben Stunde war es immer noch nicht beendet.

Dann ging es zurück ins Hotel, wo wir noch eine Kleinigkeit aßen und dann war leider schon wieder Koffer packen angesagt. Das Battambang Resort hat uns so gut gefallen, dass wir gerne noch ein bisschen geblieben wären.

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