Island – 4. Tag Reykholt – Fludir

Beim Aufwachen war der Himmel völlig wolkenverhangen. Was für ein Kontrast zu gestern. Wir haben es erst mal langsam angehen lassen, weil „nur“ 180 km auf dem Plan standen. Also erst mal in Ruhe Frühstücken, gegen 09:30 Uhr machten wir uns auf den Weg.

Nur wenige Kilometer von unserer Unterkunft entfernt, trafen wir auf die Wasserfälle Hraunfossar und Barnafoss. Hier war es recht kühl, so dass das erste Mal meine Daunenweste zum Einsatz kam.

Und dann ging sie los, die erste abenteuerliche Fahrt durchs Hochland. Die Kaldidalur stand auf dem Programm (lt. Internet noch die harmloseste unserer Hochlandtouren). Die sogenannten F-Pisten dürfen nur mit einem 4×4 befahren werden und haben nur ca. 2 Monate im Jahr geöffnet.

Der Asphalt wechselte zu Schotter und dann wir irgendwann nur noch Piste, Schlaglöcher und einsame Lavalandschaft. Niemand da außer uns. Ok, 3 Autos sind uns im Laufe der Zeit mal entgegengekommen. Sah aber alles nach Einheimisch aus. Beim Aussteigen, wirklich absolute Stille, ein tolles Gefühl. So etwas erlebt man ja heutzutage nur noch selten.

Der Himmel war inzwischen wieder aufgerissen. Unser Ziel war der historische Ort Pingvellir (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Þingvellir). Hier wurde früher die traditionelle Versammlung Althing abgehalten und 1944 wurde hier die Republik Island ausgerufen. Dieser Ort liegt direkt am See Pingvallavatn, den man direkt von der Aussichtsplattform am Parkplatz sehen kann.

Anschließend liefen wir dann die Allmännerschlucht hinunter, mit vielen anderen Menschen. Pingvellir ist einer der Orte, die beim Golden Circle angesteuert werden, eine Rundfahrt, die als Tagestour bei vielen Anbietern durchgeführt wird, vor allem bei einem Stopover in die USA oder nach Kanada. Busladungen von Menschen waren also erstmal nicht zu vermeiden.

Wir folgten dann der Wegbeschreibung in unserem Rother Wanderführer. Dieser führte uns zum Wasserfall Öxararfoss. Auch hier wimmelte es von Menschen. Und wie das halt nun mal so ist, überstieg ständig jemand die Absperrungen.

Wir folgten den Weg aus dem Wanderführer und von einem auf den anderen Moment waren wir alleine. Keine Menschenmassen mehr, Natur pur, sobald man nur ein wenig abseits der bekannten Plätze wanderte.

Die Wanderung verlief jetzt durch schöne Landschaft, die stark an die Lüneburger Heide erinnerte.

Wir kamen an eine mit Wasser gefüllte Felsspalte….

…und kurz später an eine moosbewachsene Spalte.

Hier einfach noch ein paar weitere Eindrücke:

Bis wir uns nach rund 2 Stunden wieder dem Althing-Platz näherten.

Vorbei an der Kirche….

… und einem schönen Ententeich….

…ging es dann über eine Treppe wieder zurück zum Auto.

Letzter Tagesordnungspunkt war dann der Geysir. Was natürlich bei keiner Island-Reise fehlen darf, ist der Strokkur. Leider ist bei der Fahrt dorthin das Wetter umgeschlagen und es war sehr bewölkt und kalt. Somit kamen zum ersten Mal die Handschuhe zum Einsatz. Ansonsten ist das Gebiet hier aber schon sehr beeindruckend. Überall qualmt und brodelt es im Boden.

Und Hauptattraktion ist natürlich der Strokkur, der ca. alle 5 Minuten seine 100 Grad heiße Fontäne zeigt.

Weitere Eindrücke von diesem Platz:

Aber auch hier gab es wieder jede Menge Menschen und auch wieder genügend, die ständig die Absperrungen überstiegen haben und dicht an den Kraterrand mit 100 Grad heißem Wasser gegangen sind, nur um ein Foto zu machen. Man kann es einfach nicht verstehen.

Inzwischen war es schon 20:00 Uhr und wir hatten noch 20 km bis zu unserer Unterkunft Fludir Guesthouse vor uns. Dort kamen wir gegen 20:45 Uhr an und da das Restaurant noch bis 21:00 Uhr offen hatte, ließen wir uns auch dort gleich nieder. Ca. 20 Euro für nen Hamburger und eine Hand voll Pommes. Aber über die Preise hier wurde ja schon alles gesagt.

Jetzt ist Schlafenszeit. Gute Nacht.