Island – 8. Tag Husavik und die Tjörnes Halbinsel

Heute war Dauerregen angesagt, deshalb haben wir den Tag nach dem Frühstück erst mal gemütlich angehen lassen. Gegen 12:00 Uhr entschieden wir uns, unsere geplante Tour dann doch noch anzugehen.

Der Weg führte uns im Regen erst mal ca. 40 km nach Husavik. Hier entschieden wir uns dann, trotz des schlechten Wetters, an einer Walbeobachtungstour teilzunehmen. Es gab mehrere Anbieter, wir entschieden uns für North Sailing. Und schon waren pro Person wieder 10500 ISK weg.

Wir hatten Glück, dass gleich 15 Minuten später ein Boot startete. Es nieselte noch leicht, wir packten uns warm ein und ab ging es aufs Boot. Dort bekam jeder noch einen warmen Overall verpasst. Im Nachhinein kann ich sagen, das war auch gut so. Wer wollte konnte noch einen orangenen Regenmantel drüberziehen. Ich kam mir ein bisschen vor wie ein Michelin-Männchen.

Und so ging es dann mit dem Boot raus in den Fjord. Bei dem Wetter schlugen die Wellen hoch und der Seegang war dementsprechend.

Nach einer Stunde hatten wir noch keine Wale gesichtet, aber meinem Magen und Kreislauf ging es nicht mehr so gut. Als wir dann Richtung offenes Meer kamen, kam dann doch der erste Buckelwal 🐋 in Sicht und wir hielten Kurs darauf. Weitere Boote waren auch schon vor Ort. Ich hoffe, dass ich mit der Spiegelreflexkamera ein paar weitere gute Fotos eingefangen habe.

Eine weitere Stunde schipperten wir über das Wasser und immer wieder kamen Aufschreie, wenn jemand erneut einen Wal 🐳 sichtete. Mein Kreislauf war inzwischen zum Glück wieder stabil. Insgesamt haben wir ungefähr 8-10 Buckelwale zu sehen bekommen, manche sogar in der Bucht vor Husavik. Nach 3 Stunden war die Fahrt dann beendet und wir landeten wieder am Hafen von Husavik.

Danach testete ich noch unfreiwillig meine neuen Lowa-Schuhe, weil ich in ein ziemlich tiefes Wasserloch getreten bin. Und was soll ich sagen? Test bestanden, alles trocken geblieben und von außen war auch überhaupt nichts nass. Scheint ein ganz guter Kauf gewesen zu sein.

Nun überlegten wir, ob wir die Heimreise antreten oder doch die ursprünglich geplante Tour weiter fortsetzen sollten. Wir entschieden uns für die zweitere Variante. Also fuhren wir weiter über die Tjörnes Halbinsel. Hier erwartete uns irgendwann dichter Nebel.

In Asbyrgi, einer hufeisenförmigen Schlucht hielten wir nur kurz an und warfen einen Blick darauf. Alles andere hätte bei diesem Wetter keinen Sinn gemacht. Wir setzten unseren Weg weiter zum Dettifoss, dem wasserreichsten Wasserfall Europas, fort. Der Weg führte uns wieder über eine Schotterpiste, die aber völlig im Nebel lag. Schon ein bisschen unheimlich. Trotzdem kamen uns mehrere Autos entgegen. Nach 20 km Schotterpiste kamen wir dann im Regen und Nebel am Parkplatz des Dettifoss an. Unverbesserlich wie wir sind, machten wir uns dann auf den 800 m langen Weg zum Wasserfall. Aber außer uns gab es noch ein paar mehr Bekloppte 😉. Ganz schön frisch war es. Hier war mir meine gefütterte Hose schon fast zu kalt.

Die Landschaft war geprägt von Steinen, über denen mystisch der Nebel lag. Das wirkte alles ein bisschen unwirklich. Die Fotos können das gar nicht wiedergeben. Das war so eine Situation, in der man verstand, wieso die Isländer an Elfen und Trolle glauben.

Nach 800 m hörten wir dann das Rauschen des Wasserfalls und sahen…..NICHTS 😂.

Ich hatte es ja schon geahnt. Den Weg zum Selfoss ersparten wir uns dann. Zurück am Parkplatz machten wir uns dann auf den Rückweg. Insgesamt haben wir dann heute auch wieder 240 km zurückgelegt. Bei der Fahrt ins Tal zu unserem Gästehaus, wo ich gestern das tolle Foto gemacht hatte, sah es heute so aus:

Gegen 20:45 Uhr waren wir dann wieder zurück in der Unterkunft. Gerade noch rechtzeitig, um das Restaurant noch aufzusuchen. Hier kamen wir noch mit anderen Gästen ins Gespräch. 4 h vor unserer Ankunft in Asbyrgi scheint dort noch gutes Wetter gewesen zu sein.

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