Lofoten – 02.07.2018 – 7. Tag: Dreigipfelwanderung in Svolvær (Tuva, Jomfrutindan, Blåtinden)

Heute stand eigentlich ein freier Tag im Programm. Unser Guide Michael bot aber fakultativ eine Wanderung an. Eigentlich hatte ich heute keine Lust schon wieder zu wandern. Am Vorabend hatte ich mich noch erkundigt, ob es nicht eine schöne Bootstour gibt, da schönes Wetter gemeldet war. Außer der Bootstour in den Trollfjord, gab es aber nichts und diese Tour haben wir mit den Hurtigruten ja sowieso noch vor. Einige Mitreisende waren am Vortag auch noch am Überlegen auszusetzen. Angeboten wurde eine anstrengende Tour zu drei Berggipfeln, allerdings mit der Option nach jedem Gipfel aufzuhören. Nachdem tolle Panoramen angekündigt wurden, entschieden sich dann doch alle mitzugehen und wenigstens einen Gipfel zu erklimmen. Ich hatte immer noch nicht wirklich Lust, aber als einzige nicht mitgehen wollte ich dann auch nicht und bin mit der festen Überzeugung gestartet, nach dem ersten Gipfel aufzuhören.

Los ging es heute schon um 9:10 Uhr, damit wir den Bus um 9:27 Uhr erreichen. Somit waren wir auch schon um 8:00 Uhr beim Frühstück.

So liefen wir also zur Bushaltestelle und auf dem Weg bemerkte ich, dass ich meine Wanderstöcke vergessen hatte, was meine Laune auch nicht verbesserte. Der Bus nach Svolvær kostete dann ca. 4 Euro für jeden. Dann ging es los und wir mussten erst ca. 1 km durch den Ort zurücklegen und konnten gleich schon mal einen Blick auf Gipfel 1 (links) und Gipfel 3 (rechts) werfen.

Schließlich begann dann der richtige Einstieg zur Wanderung auf den Tuva.

Und es ging gleich mal richtig steil los. Mir war gleich schon klar, dass diese Wanderung kein Zuckerschlecken wird. Die Wege ließen sich aber ganz gut an und das Wetter war hervorragend. Blauer Himmel, keine einzige Wolke, 15 Grad, in der Sonne aber viel wärmer. Die Wege waren nur teilweise matschig. Aber es ging über Stock und Stein. Schnell gewannen wir an Höhe und hatten erste Ausblicke auf Svolvær, Dunst und Nebel waberte noch im Hintergrund.

Schnell erreichten wir auch einen kleinen See, an dem wir aber nur kurz Pause machten.

Und dann wurden die Anstiege schnell steiler, viel über Granitfelsen und wir gewannen immer mehr an Höhe. Das forderte schon Kondition, wurde dann aber mit tollen Blicken auf Svolvær belohnt.

Und dann kam der letzte Aufstieg zum Tuva, der nochmal recht steil nach oben ging….

….und dann aber wieder schöne Aussichten bot.

Drei Personen beschlossen dann, wieder abzusteigen, einige meinten, sie nehmen nur noch den zweiten Gipfel mit und einer wollte direkt auf den dritten Gipfel. Da Michael, unser Guide, sagte, dass es bis zum zweiten Gipfel ca. 40 Minuten sind und nicht mehr so steile Anstiege, beschloss ich doch noch dort mit hinzugehen, zumal es phantastische Ausblicke geben sollte. Am Bergsee konnten wir erst nochmal Wasser nachfüllen, das war inzwischen nämlich schon fast leer.

Die Wege waren wirklich angenehm und es gab weitere tolle Panoramen. Man konnte eigentlich hinschauen, wo man wollte, es war immer phantastisch.

Und dann dachte man, dass es eigentlich nicht mehr schöner werden kann, doch es wurde immer wieder getoppt.

Ein paar Schafe kamen uns dann bei der Gipfelerklimmung des Jomfrutindan auch noch entgegen.

Und der Gipfel des Johmfrohtinden toppte dann alles an diesem Tag dagewesene.

Und wie das Leben dann so spielt, entschloss ich mich nach langem Zögern dann doch noch dazu, den dritten Gipfel auch noch mitzunehmen. Einige andere entschlossen sich allerdings noch ein bisschen sitzenzubleiben, die Sonne zu genießen und dann abzusteigen. Ich hatte allerdings tierischen Respekt vor dem Abstieg, den ich vorher schon gesehen hatte. Der Weg auf den Blatinden war auf jeden Fall nochmal abenteuerlich.

Nachdem wir den zweiten Gipfel wieder hinuntergestiegen sind, kamen wir dann an einigen Schneefeldern vorbei. Danach ging es einen sehr steilen Hang den Berg hoch und am Ende folgte eine ca. 3 m hohe Kletterpassage, die ich ohne Hilfe wahrscheinlich nicht gemeistert hätte. Auch danach war noch ein bisschen Kraxeln angesagt. Es folgte noch eine sehr schmale Stelle, an der es sehr steil bergab ging. Ich realisierte das allerdings erst richtig, als der Guide zu mir sagte, dass ich die Stelle viel besser gemeistert hätte, als die anderen vor mir. Gut, wenn man manchmal nicht nach unten schaut. Leute mit Höhenangst hatten hier wirklich Probleme.

Oben angekommen hatten wir nochmal tolle Ausblicke, auch wenn mir persönlich der zweite Gipfel am besten gefallen hat. Obwohl diese natürlich auch bombastisch waren.

Wir machten noch Fotos auf einem Felsvorsprung und dann machte ich mich vor den anderen auf den Rückweg, da ich befürchtete, dass ich beim Abstieg wieder den ganzen Verkehr aufhalten würde. Allerdings klappte es heute viel besser, was wahrscheinlich daran lag, dass ich keine Stöcke hatte. War also wohl eher ein Wink des Schicksals, dass ich sie vergessen habe.

Der Abstieg war aber schon heftig. Teilweise ging es extrem steil bergab und der Untergrund war alles andere als fest. Wir legten aber ziemlich schnell viele Höhenmeter nach unten zurück, wo wir uns wieder mit den anderen vom zweiten Gipfel trafen. Der erste Teil des Abstiegs war also erst Mal geschafft.

Und der weitere Teil zog sich wieder dahin und ging echt auf die Knochen. Bergab ist einfach nicht meine Disziplin, vor allem bei solchen langen Passagen abwärts.

Von weiter unten konnten wir dann nochmal einen Blick auf das Tagesziel werfen.

Irgendwann hatten wir es dann stolz wie Oscar geschafft. Ich würde mal sagen, das war schon ne Leistung.

Das waren ca. 850 Höhenmeter hoch und runter und das verteilt auf nur 10 km.

Wir erreichten dann gerade noch pünktlich den Bus, der um kurz nach 17:00 Uhr einlief. Der Kilometer zur Unterkunft zu Fuß fiel dann wieder extrem schwer.

Nach dem Duschen gab es dann wieder um 19 Uhr Abendessen. S erstes musste mal ne Cola her. Dieses Mal gab es Fischsuppe mit Muscheln als Vorspeise, die sehr lecker war. Als Hauptgang gab es Steinbeißer mit Kartoffeln, Soße und Gemüse. Heute hatte ich allerdings nicht so viel Hunger nach der anstrengenden Tour. Björn verabschiedete sich ins Bett, ich saß mit den anderen noch schön auf der Terrasse bei dem herrlichen Wetter.

Gerade als wir dann noch Verlängerung vom WM-Spiel schauen wollten, schoss Belgien in der 94. Minute doch noch ein Tor, so dass wir uns alle in unsere Zimmer verzogen.

Jetzt merke ich jeden einzelnen Muskel und die Knie tun weh. Mal schauen, ob ich morgen die nächste anstrengende Wanderung mitgehe oder doch mal aussetze.

Jetzt ist es kurz vor Mitternacht und wie immer noch hell.

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