11.03. – 18.03.2022 Mallorca – Tag 3: Wanderung von Sant Elm zum Trapistenkloster La Trapa

Für heute orientierten wir uns an der Wettervorhersage, nach der im Südwesten gutes Wetter gemeldet war. Somit hatten wir uns am Vorabend für die Tour 7 aus dem Rother Wanderführer entschieden.

Frühstück gab es immer erst ab 8:30 Uhr, ein früher Start war also nicht möglich. Also fuhren wir letztendlich gegen 10 Uhr los. Nach Sant Elm war wieder eine einstündige Autofahrt zurückzulegen. Sant Elm liegt im südwestlichsten Winkel der Insel. Hier war auf jeden Fall jetzt im März touristisch nicht allzu viel los.

Wir schnürten also die Wanderstiefel und los ging es. Nach einem kurzen Stück Asphaltbelag ging der Weg in den Cami Can Tomevi über und ging dann durch dichten Wald. Nach einer kurzen Zeit verengte sich der Waldweg und schlängelte sich dann durch felsiges Terrain relativ steil den Hang hinauf. Hier musste man immer auf die Steinmännchen achten, da der Weg nicht immer gut auszumachen war.

Sobald der Wald sich lichtete, hatten wir dann die ersten Ausblicke auf die vorgelagerte Dracheninsel „Sa Dragonera“ und auf einen alten Piratenausguck.

Rechts und links des Weges blühte es sehr schön.

Kurze Zeit später wurde der Weg immer felsiger und es gab eine kurze Stelle zu überwinden, wo etwas Schwindelfreiheit von Nöten war, aber alles nicht dramatisch.

Allerdings standen wir dann vor einer Stelle, wo wir uns fragten, ob wir wirklich noch auf dem richtigen Weg sind. Wir standen vor einer Felswand. Dort war nur eine schmale Rinne zu sehen, die relativ steil nach oben führte, mit ein paar Trittmöglichkeiten. Da der Wanderführer von einer 6 m langen Felsrinne sprach, die zu überwinden ist, versuchten wir unser Glück. Ein bisschen Kraxelei war angesagt und ich war froh, dass wir diesen Weg hochgehen mussten und nicht runter. Oben trafen wir dann mehrere andere Wanderer, die sich auch fragten, ob sie jetzt wirklich dort runter müssen. Als Weg war das nicht wirklich zu erkennen. Inzwischen waren wir in ca. 280 m Höhe.

Kurz später erblickten wir dann auch schon die Terrassenfelder des Trapistenklosters.

Eine Leiter war noch zu überwinden.

Das Wetter war einigermaßen gut und einige Minuten später erreichten wir auf einem Fahrweg das ehemalige Kloster. Das Gelände ist Eigentum der mallorquinischen Umweltgruppe GOB. Diese sorgt auch für die Renovierung / Wiederaufbau des Klosters seit 1980. Am Eingang zum Gelände wurde um eine Spende gebeten. Dem Wunsch kamen wir nach

Sofort kam ein Mann auf uns zu und sprach uns an. Er gehört zu der Umweltgruppe und hat selbst viele der Steinmauern wiederhergestellt. Er könnte sehr gut Deutsch, erzählte uns über die Anlage und teilte uns dann mit, dass er schon 83 Jahre alt ist. Jeden Tag erklimmt er zu Fuß den Weg zum Kloster, um dort zu arbeiten und den Touristen über die Anlage zu erzählen. Bemerkenswert in diesem Alter. Er erzählte uns auch, dass er kein Sofa und kein Fernseh besitzt. Dann sagte er, dass das eher plakativ gemeint war, weil er immer in der Natur unterwegs ist und sein Sofa deshalb nicht benutzt, aber einen Fernseher hätte er wirklich nicht. Ich habe mich dann gefragt, ob man so nicht vielleicht viel glücklicher ist, wenn man von dem ganzen Unsinn auf dieser Welt wahrscheinlich gar nicht so viel mitbekommt.

Er hatte auch noch einen Verkaufsstand und im die ganze Sache zu unterstützen, kauften wir dann noch einen Beutel mit frischem Salbei. Da inzwischen die nächsten Touristen kamen, setzten wir unseren Weg dann fort.

Wir passierten eine restaurierte Klostermühle und gelangten zu einer schönen Aussichtsplattform mit tollem Blick auf die Dracheninsel.

Wenn man sich diese genauer anschaut, sieht sie aus, wie ein im Wasser liegender Drache, daher der Name. Regelmäßig setzen auch Schiffe von Sant Elm dorthin über und man kann dort auch wandern, aber jetzt im März gab es an Sonntagen keine Überfahrt.

Auf der Aussichtsplattform machten wir erst mal Pause und genossen unsere mitgebrachten Würste, Äpfel und sonstiges. Hinter der Plattform fiel das Kliff senkrecht ab.

Von hier mussten wir dann wieder zurück zum Kloster und auf den Fahrweg, dem wir nun weiter bergauf folgten.

Der Weg ging relativ steil aufwärts auf den Coll de ses Animes. Hier hatte man einen schönen Rundblick. So steil wie es hoch ging, ging es auch wieder bergab. Der Weg war ab dem Kloster aber ein breiter Schotterpfad. So ging es ca. 30 Minuten talwärts. Bis wir schließlich wieder Sant Elm und unser Auto erreichten. Auf dem Weg erblickten wir noch diese kuriosen Vielbeiner.

Der erste Teil des Weges hat mir sehr gut gefallen, der Abstieg ab dem Kloster fand ich dann nicht mehr besonders spannend. Alles in allem aber eine sehr empfehlenswerte Wanderung. Aufgrund der kurzen Kletterpassage ist diese im Wanderführer mit Schwierigkeit rot gekennzeichnet.

In Sant Elm war das nächste Café unsers. Wir gingen ins Es Roar, das direkt am Wasser gelegen war. Und es war auch warm genug, um draußen zu sitzen. Die Preise waren dann aber Wucher. 8 Euro für ein Stück Kuchen und der Kaffee bzw nen Kakao auch nicht gerade billig. Ich nahm einen Mandelkuchen und einen Kakao. Björn einen Käsekuchen.

Besonders erwähnenswert war der Kuchen jetzt auch nicht und letztendlich mussten wir dafür 23 Euro hinlegen. Puh. Zu guter letzt wurde uns auch noch zu wenig Geld zurückgegeben. Dieses Café / Restaurant können wir nicht weiterempfehlen und werden es auch nicht wieder besuchen, falls wir nochmal hier sein sollten.

Zum Abendessen fuhren wir wieder nach Llucnajor. Dieses Mal hatten wir uns die Tapas Bar Contrabando ausgesucht und wurden nicht enttäuscht. Wir wurden gleich herzlich vom Chef begrüßt und das viele frische Gemüse, das auf der Theke angerichtet war, sah gleich sehr einladend aus.

Wir bestellten gemeinsam diverse Tapas m, hier nur eine Auswahl, und Björn probierte diverse Biersorten.

Hier haben wir uns sehr wohl gefühlt und es war schade, dass wir nicht noch ein bisschen länger bleiben konnten. Da wir keinen Tisch vorreserviert hatten, mussten wir um 19:30 den Platz räumen. Dieses Mal fuhr ich zurück zum Hotel und nach dem langen Rag unterwegs, gingen wir wieder früh ins Betr.

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