15.05.2022 – 06.06.2022 Irland – 21. Tag: Die Slieve League Klippen

Kurz vor Urlaubsende wurden wir heute nochmal mit bombastischen Wetter belohnt. Da die Wettervorhersagen für diesen Tag schon länger gut aussagen, hatten wir uns schon ein paar Tage früher entschieden, heute zu den Slieve League Klippen zu fahren. Diese liegen ca. 20 km weiter westlich von unserer Unterkunft.

Beim Frühstück waren wir gegen 8:30 Uhr, gleichzeitig mit den anderen Gästen, Diese kamen aus der Schweiz und wir haben uns dann eigentlich das ganze Frühstück über gut mit ihnen unterhalten.

Anschließend hielten wir nochmal ein längeres Schwätzchen mit Tina und dann war es doch schon wieder fast 11:00 Uhr bis wir loskamen. Aber es lag ja auch nur ca. 30 Minuten Fahrtzeit vor uns,

Unterwegs machten wir nochmal einen kurzen Stopp und hatten aus der Ferne nochmal einen Blick auf unsere Unterkunft.

Gegen 11:30 Uhr kamen wir dann am Visitor Center an. So einen richtigen Plan hatten wir noch nicht, wir wussten nur, dass wir wandern wollten.

Erst mal kaufte ich Björn eine schöne Wollmütze. Dann fragten wir, welche der angebotenen Wanderungen am empfehlenswertesten wäre. Ich hatte vom Pilgrims Path gehört, ein Weg ging an den Klippen entlang und dann hatte ich vor der Reise schon vom One-Man-Pass gelesen, der wirklich auf den Grat der Klippen entlangläuft und nichts für Leute ist, die nicht schwindelfrei sind. Aber natürlich war mein Absinnen doch irgendwie diesen zu gehen. Ein bisschen Nervenkitzel muss halt sein. Die Dame im Tourist Office meinte dann auf jeden Fall, macht doch einfach beide Wege, den Pilgrims Path und den Weg an den Klippen entlang. Und auf der Karte sah es für mich so aus, als ob man dann immer noch entscheiden kann, ob man den One-Mans-Pass dann noch geht oder nicht. Ich wollte ja, aber Björn eher nicht.

Da das Wandern in diesem Urlaub doch etwas zu kurz gekommen ist, entschieden wir uns dann dafür, beide Wege zu laufen und dann ggf. mit dem Bus zurückzufahren. Lt. der Dane im Tourist Office sollten das dann ca. 12 km sein.

Danach irrten wir dann draußen erst mal ein bisschen umher und suchten den Startpunkt der Wanderung. Im Ort fragte ich dann noch eine Einheimische nach dem Weg und wir mussten doch noch ein ganzes Stück der Hauptstraße folgen, bis eine Straße links abbog. Allerdings gab es auch hier keine Beschilderung. Auf asphaltiertem Weg liefen wir dann erst mal bergan. Schon hier hatte man schöne Ausblicke auf die Landschaft.

Nach 2 km erreichten wir dann einen weiteren Parkplatz, der eigentliche Start der Wanderung.

Anfangs stieg der Weg auf breitem Schotterweg stetig leicht bergab.

Schließlich kamen wir zu einem kleinen Wasserfall, wo wir auf eine Familie aus Sligo trafen. Diese sagten, dass es nach oben noch ca. eine Stunde ist.

Sie fragten uns auch, ob wir vor hätten, den One-Mans-Pass zu laufen. Aber das wussten wir ja noch nicht so genau. Der Mann meinte auf jeden Fall, dass man auch die Möglichkeit hätte, etwas unterhalb des Grates entlangzulaufen, was einfacher sein sollte. So machten wir uns auf den weiteren Weg.

Kurz später wurde der Weg schmaler, gerölliger und etwas steiler.

Je höher man kam, desto schöner wurden die Ausblicke.

Und dann hatten wir kurz später den Pilgrims Path hinter uns gebracht und machten erst mal Pause mit toller Aussicht. Man konnte die ersten Ausblicke auf die Klippen erhaschen.

Danach wollte Björn dann doch wieder auf gleichem Weg zurückgehen, da wir inzwischen festgestellt hatten, dass der Weg von hier aus über die Klippen nur über den One-Mans-Path führt. Aber nicht mit mir. Wir hatten die Klippen ja noch gar nicht richtig gesehen und die Fahne war ja in diesem Urlaub auch noch nicht ausgepackt 😉. Also liefen wir erst mal auf guten Wegen zum Beginn des One-Man-Path, wo man schon schönere Ausblicke auf die Klippen hatte und wir machten das obligatorische Fahnenfoto, das muss ja in jedem Urlaub sein 😉.

Hier begegnete uns noch eine Gruppe Wanderer, die sagten, dass man die schwierigen Passagen umgehen kann, also überredete ich Björn doch weiterzugehen.

Und dann kamen wir auch schon zum One-Mans-Path und ich konnte den Weg schon erahnen.

Immer schön am Grat entlang. Björn hatte schon den Weg außenrum genommen, der aber auch schon mit ziemlicher Kraxelei verbunden war. Das erste Wegstück traute ich mich noch.

Bis ich dann vor diesem Steinhaufen stand, der hätte überklettert werden müssen und dann auf dem Grat die Steine runter. Der Weg fiel rechts und links steil bergab. Das war mir dann doch auch zu gefährlich. In die Gegenrichtung, also bergauf, hätte ich es vielleicht gemacht, aber nicht runter. Im Nachhinein fiel mir auch wieder ein, dass in allen Reiseführern eigentlich stand, dass man im Uhrzeigersinn laufen sollte, darauf hatte uns die Dame im Tourist Office aber nicht hingewiesen.

Auf dem Foto sieht der Weg harmloser aus, als er war. Also kraxelte ich irgendwie auch zu dem Weg, der außenrum führte. Aber auch das war ein steiles Absteigen über unwegsames Gelände und Steinbrocken hinweg. Nachdem Umgehen dieses Steilstücks wäre ich eigentlich gerne wieder hoch auf den Grat, fand aber leider nicht mehr so richtig einen Weg nach oben.

Als wir zurückblickten, versuchten sich ein paar Wanderer, die uns vorher entgegengekommen waren, an dem Weg in die andere Richtung, also bergauf. Die Männer stiegen völlig furchtlos auf, irgendwann dann sogar aufrecht und schnellen Schrittes. Eine Frau traute sich zuerst auch nicht. Dann versuchte sie es, kam 4 m weit und rutschte dann doch auf allen Vieren wieder zurück. Es hätte mich ja schon gejuckt, es aus dieser Richtung nochmal zu versuchen. Habe ich aber nicht.

Wir liefen dann weiter und der Weg war weiterhin eher Kraxelei durch Steine und Geröll.

Der Blick zurück auf den Grat

Dann fand ich doch wieder einen Weg nach oben und wir hatten wieder tolle Ausblicke.

Irgendwann wurde der Weg dann weniger geröllig und ging eher in Wiese über, da hatten wir dann aber auch schon fast das Ende des One-Man-Path erreicht.

Blick zurück

Die Slieve League Klippen sind mit 600 m Höhe übrigens dreimal so hoch wie die Cliffs of Moher. Ich finde sie auch beeindruckender und schöner. Vor allem sind sie nicht so überlaufen und es ist auch nicht alles abgesperrt, wie an den Cliffs of Moher, wo man gar nicht mehr richtig zur Kante hin darf.

Auf jeden Fall hatten wir nun den One-Man-Path hinter uns gelassen und waren nun auf dem Klippenpfad. Das isr der beliebteste Wanderweg an den Klippen. Dieser führt dann auf breiten Wegen weiter die Klippen entlang und alles ist gut ausgebaut. Aber tolle Ausblicke hat man weiterhin.

Wir nahmen uns dann auch noch die Zeit, ein kleines Steinmännchen zu bauen 🤣.

Weiter ging es die Klippen entlang und wir konnten uns nicht satt sehen.

Schließlich gelangten wir zur Aussichtsplattform und warfen nochmal einen Blick zurück auf unseren bisherigen Weg.

An der Bushaltestelle gönnten wir uns dann erst mal ein Eis. Da waren schon wieder 8 Euro für 4 Kugeln fällig. Also Eis ist hier echt teuer.

Inzwischen war es 17:30 Uhr, der letzte Bus fuhr um 17:50 Uhr. Wir stellten dann auch fest, dass man hier hier oben gar keine Tickets kaufen kann. Und da ich ja sowieso Kilometer sammeln wollte, für eine Charity Aktion in Mainz, an der ich dieses Wochenende teilnehme, fragten wir den Busfahrer, wie weit es zu Fuß zurück zum Visitor Center ist. Er meinte dann, ca. 4 km und 35 Minuten. Somit entschieden wir uns dann doch zu laufen, auch wenn er andere Fahrgäste auch ohne Ticket mitgenommen hat.

Auf dem Weg nach unten kamen wir noch an einem kleinen See vorbei.

Schließlich erreichten wir nach ca. 2 km den oberen Parkplatz. Hier hätte die Parkgebühr für zwei Stunden 5 Euro gekostet, das Tagesticket 15 Euro. Am Visitor Center konnten wir zum Glück kostenlos stehen. Mussten nun aber noch rund 2 Kilometer die asphaltierte Straße entlang laufen.

Schließlich kamen wir nach 14 km dort an, zogen andere Schuhe an und liefen den kurzen Weg zum Pub „Rusty Mackerel“, das uns Tina empfohlen hatte. Leider wurden wir eher enttäuscht. Überall stand „Famous for food“ und irgendwelche Auszeichnungen als bestes Pub des Jahres. Wir wurden aber beim Bedienen erst mal wieder ignoriert. Als Björn dann reinging und Getränke bestellte und nach einer Karte fragte, wurde ihm gesagt, dass sie ausgebucht wären und es kein Essen gibt. Somit kam er nur mit Getränken wieder zurück. Was sollten wir jetzt machen? Es war bereits 19:00 Uhr. Komisch fanden wir, dass an den anderen Tischen Karten ausgehändigt wurden. Also fragten wir nochmal nach und dann hieß es, dass sie ausgebucht sind und man draußen nur Vorspeisen bestellen kann. Also machten wir das. Björn bestellte Chicken Wings und ich gebratenen Ziegenkäse. Der Käse war sehr lecker, machte allerdings nicht satt. Somit bestellten wir beide noch eine Pommes hinterher. Wirklich geschmeckt haben sie nicht und satt waren wir dann trotzdem nicht, aber was soll’s. Aber die Rechnung war dann natürlich trotzdem gesalzen.

Danach fuhren wir zurück zur Unterkunft und da die Sonne noch so schön schien, liefen wir dort nochmal runter zum Strand. Dort wo wir das letzte Mal bei Ebbe durchlaufen konnten, war jetzt alles geflutet.

Wir genossen noch die letzten Sonnenstrahlen auf der Bank.

Als die Sonne dann hinter dem Berg verschwand, liefen wir wieder zurück und ein weiterer fantastischer Tag war vorüber.

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