Sizilien (29.8.-13.9.2018) – Highlight 12: Catania

Wir hatten noch eine Nacht in Catania gebucht, bevor unser Flug zurück ging.

So nahmen wir in Lipari die Fähre um 10:50 Uhr, so dass wir noch in Ruhe frühstücken konnten.

Gegen 10:00 Uhr fuhr uns Luigi zum Hafen, von wo aus wir nochmal einen Blick auf unsere Unterkunft hoch oben am Berg werfen konnten.

Zurück in Milazzo nahmen wir unseren Mietwagen wohlbehalten entgegen und mussten für die sieben Tage Parken 70 Euro hinlegen. Dann hatten wir ca. 2 h Fahrt nach Catania vor uns. Wir nahmen den schnelleren Weg über die Autobahn und mussten somit wieder Maut bezahlen.

Den Ätna hatten wir dann immer im Blick.

So näherten wir uns Catania. Catania hat knapp über 300.000 Einwohner und ist damit die zweitgrößte Stadt Siziliens nach Palermo. Sie liegt an der Ostküste zu Fuße des Ätna.

Als Unterkunft in Catania hatten wir das B&B Sol Levante gebucht. Dieses hatte bei booking.com hervorragende Bewertungen und kostete für zwei Personen nur 40 Euro. Da ich bei der Mietwagenbuchung noch einen 20 Euro Gutschein erhalten hatte, kostete uns die Nacht dann sogar nur 20 Euro.

Als wir uns der Unterkunft näherten, habe ich mich aber erst mal gefragt, in was für einem Viertel wir hier gelandet sind. Alles runtergekommen, Bauruinen, Müll….nicht die beste Gegend.

Wir fanden dann ziemlich direkt vor der Haustür einen Parkplatz. Die Unterkunft war in einem Stockwerk eines Mehrfamilienhauses untergebracht. Die Dame am Empfang war sehr nett und sprach auch gut Englisch. Das Zimmer waren dann doch sehr schön, das Bad naja.

Wir entschieden uns, dann doch nicht mehr groß in die Stadt zu gehen, wir hatten ja schon viel erlebt. Somit bekamen wir die Altstadt, die seit 2002 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes ist, nicht zu sehen.

Nur zu Abend essen wollten wir noch. Gegen 19:30 Uhr liefen wir los, lt. Navi sollten wir 18 Minuten in die City laufen. Wir folgten den Anweisungen des Navi und landeten dann in einer doch eher unheimlichen Gegend. Wir kamen uns vor wie im Ghetto. Kurz später saß eine Frau auf einem Stuhl vor einem der runtergekommenen Wohnhäuser, da haben wir uns noch nichts dabei gedacht, nachdem dann aber immer mehr weitere Frauen auf Stühlen vor den Häusern saßen, wussten wir, wo wir gelandet waren 😂. Somit folgten wir nicht mehr dem Navi, sondern suchten schnellstens einen Weg zur Hauptstraße. Wir fühlten uns nämlich alles andere als wohl.

So nahmen wir dann in der City auch das erstbeste Restaurant, dass uns über den Weg lief, direkt gegenüber der Oper.

Auf dem Rückweg nahmen wir natürlich die Hauptstraßen 😉. Am nächsten Morgen bekamen wir das Frühstück aufs Zimmer. Tags zuvor konnten wir zwischen süß und deftig wählen.

Um 10:30 Uhr ging dann der Flieger nach Hause.

Da wir die Altstadt nicht besichtigt haben, wird uns Catania jetzt wohl eher als Moloch in Erinnerung bleiben und war dann eher ein Lowlight als ein Highlight.

Sizilien (29.8.-13.9.2018) – Highlight 11: Panarea

Panarea ist die kleinste der Äolischen Inseln. Wir haben von Lipari aus einen Tagesausflug dorthin gemacht. Die Fähre startete um 10:50 Uhr und kostete hin und zurück pro Person ca. 20 Euro. Die Fahrzeit betrug rund eine Stunde.

Panarea ist wunderschön: Enge Gässchen, weiße Häuser wie auf Stromboli, die Fenster und Türen in blau abgesetzt…..

und überall Blumen, Blumen, Blumen. Wie auf Stromboli gibt es auch hier nur Elektroautos.

Wir starteten unseren Besuch erst mal mit einer Granita (eine sizilianische Spezialität, ähnlich Sorbet) und einem Kaffee, bevor wir durch den Ort schlenderten.

Danach starteten wir eine Wanderung, die wir in einem Prospekt in unserer Unterkunft gefunden hatten.

Schnell waren wir oberhalb des Ortes mit schönen Ausblicken auf den Ort und auf den Stromboli. Und da es so heiss war, beschlossen wir die Wanderung nach ca. 30 Minuten abzubrechen und einfach nur die Aussicht zu genießen. Das taten wir dann über eine Stunde mit Blick auf den Stromboli und vielen Erinnerungen an unseren Aufstieg ein paar Tage vorher.

Auf dem Rückweg kamen wir dann noch am Friedhof vorbei.

Zurück im Ort setzten wir uns nochmal ins Kaffee, wo wir dann noch jeweils ein Cannolo (ein gefülltes Gebäck aus Sizilien, bestehend aus einer frittierten Teigrolle und einer süßen, cremigen Füllung) aßen und uns einen Kaffee gönnten.

Wir sammelten weitere Eindrücke im Ort…

…bevor wir uns am Hafen niederliessen und auf die Fähre warteten.

Um 17:15 Uhr fuhr dann die Fähre zurück nach Lipari, wo uns Luigi netterweise wieder am Hafen abholte.

Abendessen genossen wir auf Empfehlung von Luigi im Restaurant Le Macine. Diese hatten einen Abholservice und das Ambiente war sehr schön. Bei Steak und Pizza ließen wir es uns gut gehen.

Fazit: Panarea ist ein entspanntes kleines Inselchen, wo wir uns sehr wohl gefühlt haben. Es ist sehr grün. Der Ort erinnert stark an Stromboli, aber es fehlt halt einfach die Attraktion Stromboli 😉.

Sizilien (29.8.-13.9.2018) – Highlight 9: Vulcano

Heute haben wir eine Bootstour nach Vulcano unternommen. Eigentlich war unser Plan, die Fähre von Lipari nach Vulcano für 8 Euro pro Fahrt zu nehmen. Unser Gastgeber Luigi hat uns aber einen Freund von sich empfohlen, der ebenso Bootstouren nach Vulcano anbietet. Die Fahrt kostete 15 Euro. Los ging es um 10 Uhr, das Wetter war heute etwas bewölkt. Die Überfahrt nach Vulcano ist recht kurz, zuerst legte das Boot aber noch einen Stop in einer Badebucht ein, wo wir die Möglichkeit hatten, vom Boot aus ins Wasser zu springen. Die Gelegenheit ließ ich mir nicht entgehen.

Nach ca. 20 Minuten ging es dann aber schon wieder weiter.

Schnell kamen wir auf Vulcano an. Den Höhepunkt eines Besuchs auf Vulcano bildet natürlich der Aufstieg zum 391 Meter hohen Vulkan Gran Cratere. Diesen haben wir dann auch sofort in Angriff genommen. Am Fuße des Vulkans haben wir es uns aber erst noch mit einem frisch gepressten Orangensaft und einer Granita gut gehen lassen. Dann machten wir uns auf den Weg. Zunächst ist der Anstieg mäßig, nach der ersten Spitzkehre geht es dann steiler bergan. Man hatte schnell schöne Blicke auf die Nachbarinseln und Vulcanello, die kleine Halbinsel, die Vulcano vorgelagert ist.

Der Aufstieg fordert eine gewisse Grundkondition und feste Schuhe sollte man besser auch an haben. Unterwegs wechselt die Farbe des Felsens von Grau-schwarz zu einem Rotbraun.

Der Geruch nach faulen Eiern nahm langsam immer mehr zu. Schließlich erreicht der Pfad den Grat, der sich rings um den Krater zieht. Etwa 500 m Durchmesser misst der kreisrunde Krater.

Oben auf dem Grat und auf den nördlichen Kraterhängen dampft es besonders kräftig, da die heißen Gase der Fumarolen hier an die Oberfläche treten.

Wir waren dem Qualm wohl ein bisschen zu nahe geraten und hatten danach erst mal mit Hustenanfällen zu kämpfen, da das Zeug kräftig in den Lungen beißt.

Wir legten eine längere Pause ein und genossen die Aussicht und liefen dann am Kraterrand weiter zum höchsten Punkt.

Immer wieder hatte man schöne Blicke auf die Nachbarinseln.

So machten wir uns dann irgendwann auf den Rückweg.

Zurück im Ort, schauten wir noch am Schwefelbad vorbei und schauten den Leuten zu, wie sie sich im Schlamm suhlten. Wir selbst ersparten uns den Eintritt von 3 Euro und setzten uns nur ins Café, wo ich ein Arancino verkostete. Das sind frittierte und gefüllte Reisbällchen.

Im Meer sprudelte es auch, da es auch hier im Wasser heiße Fumarolen gibt.

Um 17 Uhr fuhr dann unser Boot zurück nach Lipari, dieses Mal auf direktem Weg.

Dort besichtigten wir noch die Kathedrale.

Der Tag endete mit einem Abendessen am Hafen.

Sizilien (29.8.-13.9.2018) -Highlight 7: Aufstieg zum Stromboli

Heute stand es an, das Highlight unserer Reise: Der Aufstieg auf den Stromboli. Ein nächtlicher Blick in den mehrmals pro Stunde Feuer speienden Krater, gehört wahrscheinlich zu den faszinierendsten Erlebnissen, die auf Reisen innerhalb Europas möglich sind. Der Gipfel des Stromboli darf nur mit autorisierten Vulkanführern bestiegen werden. Ab der 400m Grenze stehen überall Schilder, dass der weitere Aufstieg alleine nicht erlaubt ist. Somit hatte ich den Trip schon 2 Monate vor der Reise bei Magmatrek gebucht, zumal dieser Anbieter unweit unserer Unterkunft war.

Die Buchung wurde auch gleich bestätigt, allerdings mit dem Hinweis, dass man eine Woche vor dem Termin die Buchung bestätigen muss, da diese sonst verfällt.

Außerdem wurde wir informiert, dass wir folgendes Equipment benötigen:

-Wanderschuhe (keine Sneakers)

– eine Taschenlampe

– ein Tshirt zum Wechseln

– eine Fleecejacke

– eine Windjacke

– Wasser

– Essen

– Rucksack

– ggf. sind Wanderstöcke hilfreich

Ggf. hätte es auch die Möglichkeit gegen bei http://www.totemtrekkingstromboli.com Wanderschuhe und weiteres Equipment zu leihen. Aber in eigenen Schuhen läuft es sich ja doch besser.

Treffpunkt war um 16:15 Uhr an der Kirche, wo wir noch mit Helmen ausgestattet wurden und bezahlen mussten. 28 Euro pro Person. Um 16:30 Uhr ging es dann los, bei über 30 Grad, puh. 924 m mussten heute überwunden werden.

Der Aufstieg beginnt hinter der Kirche von San Vicenzo. Ab 100 m Höhe beginnt ein steilerer Fusspfad. Unterwegs hat man erste schöne Blicke auf Strombolicchio.

Am ersten Schattenplatz legte der Guide eine Pause ein, stellte sich kurz vor und erzählte uns schon einiges über den Stromboli. Weiter ging es vorbei am alten Friedhof. Pausen erfolgten ca. jede halbe Stunde. Die Sonne knallte, ich war schnell völlig durchnässt und mein Rucksack machte mir auch wieder zu schaffen. Dichte Vegetation begleitete unseren Weg bis auf 500 m Höhe. Hier war ich schon völlig geschafft und der Guide fragte mich, ob alles ok ist. War es natürlich nicht, aber ich hatte ja monatelang auf den Stromboli hingefiebert, da wollte ich doch jetzt nicht aufgeben. Eiserner Wille war also gefragt. Irgendwie scheint aber außer mir niemand Probleme gehabt zu haben. Das sollte mir zu denken geben.

500 m Seehöhe ist auch der Punkt, bis zu dem einen die Guides alleine zurückgehen lassen würden. Nach der Pause ging es bei mir wieder. Es folgte eine Quertraverse überein Aschefeld, dann wurde der Liscione-Grat erreicht. Ab hier geht es dann richtig steil bergan, der anstrengendste Abschnitt. Der Weg ging irgendwann in Lavaasche über, das erinnerte mich dann stark an die Dünen in Namibia: Ein Schritt vor, zwei Schritte zurück. Und wenn man zurücksah: Der ganze Weg voller Menschen.

Dann war bald der erste Blick auf die Krater in der Abenddämmerung möglich und weckte neue Kräfte.

Sogleich stieg eine hohe Rauchwolke auf, im Hintergrund der Sonnenuntergang (Foto folgt).

Dann war es nicht mehr weit zum Gipfelgrat. Bei einer kurzen Pause wurden die verschwitzten Tshirts gewechselt und nun mussten die Helme aufgesetzt werden. Vor lauter Umziehen habe ich dann auch gleich den ersten Ausbruch verpasst.

Wir wurden darauf hingewiesen, ab nun nur noch hintereinander zu laufen und auch am Grat nicht hintereinander zu stehen, sondern nur nebeneinander. So absolvierten wir den letzten kurzen Anstieg und dann lag sie direkt ca. 150 m unter uns, die Kraterterrasse mit den Öffnungen des Vulkans. Überall rauchte und brodelte es.

Und dann: Woooouuuumm! Glühende Lavafontänen erhoben sich hoch in den Nachthimmel. Der Ablauf einer Eruption ist meistens gleich: Zuerst ein allmählich einsetzendes Fauchen, dann tiefes Donnern, wie aus dem Mittelpunkt der Erde, Dampf steigt aus dem Krater auf, purpurne Lavafontänen steigen in den Himmel auf und werden zu Sprühregen. Sekundenlang scheint die Luft zu brennen. Ein Urerlebnis. Die Aschewolke steigt anschließend hoch empor und wird vom Wind abgetrieben. (Fotos und Videos folgen).

Ein unglaublich faszinierendes Erlebnis diesen Naturgewalten beizuwohnen. Das jagt einem schon eine Gänsehaut über den Rücken. Ca. eine Stunde durften wir hier am Krater verbringen. Dann warteten schon wieder weitere Gruppen. Die Personenanzahl am Gipfelgrat ist auf höchstens eine Stunde und höchstens 80 Personen gleichzeitig beschränkt. Aus meiner Sicht hatten wir großes Glück, ca. fünf große Eruptionen erleben zu dürfen. Das ist nicht immer so.

Der Rückweg erfolgt über eine andere Route als der Hinweg. Er verläuft über ein Aschefeld und fast senkrecht den Berg hinunter. Er ist deutlich kürzer als der Aufstieg. Vor dem Abstieg wurde uns noch eine Atemschutzmaske ausgeteilt, was bei der aufwirbelnden Asche und Vulkanstaub auch dringend nötig war. Der Abstieg wurde mehr ein Springen im Laufschritt, was mir mehr als recht war, da meine Knie immer noch Lofoten-geschädigt waren. In dem weichen Untergrund hatte ich so keine Probleme. Natürlich war in der Dunkelheit die Taschenlampe nötig. 400 m abwärts wurden schnell überwunden. Beim Zurückblicken sah man dann wieder weitere Gruppen wie Raupen den Berg hinunterkriechen. Wie Lichterketten am Berg. Der Weg geht später in Schilfdickicht über. Ich hatte das Gefühl, dass der Ort gar nicht näher kommen will. Aber nach drei Stunden Aufstieg und zwei Stunden Abstieg hatten wir es dann gegen 22 Uhr geschafft. Die Helme wurden abgegeben und wir gönnten uns noch ein kaltes Getränk und ein Dessert auf einer schönen Terrasse in einem Restaurant.

Ein toller, wenn auch anstrengender, Tag.

Sizilien (29.8.-13.9.2018) – Highlight 6: Die Insel Stromboli

Wir fuhren mit unserem Mietwagen von Capo d’Orlando nach Milazzo. Da auf den meisten der Äolischen Inseln Autos nicht erlaubt sind, die Mitnahme mit der Fähre sehr teuer ist und die Einwegmiete auch einiges gekostet hätte, gaben wir den Wagen auf einem bewachten Parkplatz ab. Der Parkplatz Garage delle Isole wurde mir im Vorfeld empfohlen. Das Parken kostet hier allerdings auch 10 Euro pro Tag, es ist aber überall zu lesen, dass man den Wagen nicht unbewacht abstellen soll. Die Besitzerin forderte den Autoschlüssel, den wir zuerst auch abgaben. Irgendwie war uns das doch zu joker, so dass wir den Schlüssel doch zurückforderten. Wahrscheinlich waren unsere Bedenken aber umsonst, da die ganze Wand voller Schlüssel hing. Vom Parkplatz aus gibt es einen kostenlosen Shuttle zum Hafen. Wir wollten eigentlich die Fähre um 13 Uhr nehmen, leider ist diese aber ausgefallen und dann konnten wir erst um 14:30 Uhr übersetzen. Somit verbrachten wir mit unserem Gepäck 3 Stunden wartend am Hafen. Die Überfahrt kostete 56 Euro für zwei Personen und zwei große Gepäckstücke. Am Hafen trafen wir noch zwei Franzosen, eine Mutter mit ihrem Sohn, die an diesem Tag die Stromboli-Wanderung gebucht hatten. Durch die ausgefallene Fähre konnten Sie diese leider nicht antreten, wie ärgerlich. Zum Glück hatten wir erst für den nächsten Tag gebucht.

Die Überfahrt nach Stromboli dauerte ca. drei Stunden, mit Zwischenstopps in Lipari, Salina und Panarea.

Stromboli

In Stromboli angekommen standen wir dann mit unserem Gepäck am Hafen. Der Besitzer unser Unterkunft hatte uns gesagt, dass die Unterkunft zu Fuß nur 10 Minuten entfernt wäre. Es ging aber überall bergauf und wir hatten ne Menge Gepäck und somit schnappten wir uns eines der Elektro-Taxis. Autos sind auf der Insel nicht erlaubt. Wir vergaßen allerdings nach dem Preis zu fragen, natürlich ein Fehler, somit waren wir mit 10 Euro dabei, Wucher.

Stromboli ist ganz Vulkan. Sichtbar ist nur die Spitze des Giganten, die 924 m aus dem Meer herausragt. Weitere 2000 m liegen unter dem Meeresspiegel. Er ist seit 2000 Jahren ununterbrochen tätig mit regelmäßigen Eruptionen. Der Insel vorgelagert ist das Inselchen Strombolicchio, das nicht betreten werden darf.

Stromboli-Ort

Der Ort Stromboli setzt sich aus mehreren früher eigenständigen Dörfern zusammen. Die weißen Häuser passen sich harmonisch der Umgebung an, architektonische Missetaten sind selten. Alles hat einen gewissen rustikalen Charakter: fehlende Straßenbeleuchtung und beschränkte Einkaufsmöglichkeiten.

Ich habe mich hier gleich wohl gefühlt. Keine Menschenmassen wie in Sizilien, alles ruhig und beschaulich.

Kirche San Vincenzo

Das Wohnhaus von Ingrid Bergmann während der Dreharbeiten zum Film „Stromboli, Terra di Dio.

Unterkunft Acquilone Residence

Unsere Unterkunft hatte ich beim Stöbern in Booking.com gefunden. Sie liegt im Ortsteil San Bartolo und ist von einem schönen Garten umgeben. Mehrere kleinere Häuschen sind hier verteilt. Das Frühstück war einfach aber völlig ausreichend. Der Gastgeber sprach auch Englisch, was hier im Süden von Italien nicht so häufig vorkommt. Die Zimmer waren sauber, aber auch relativ klein. Uns hat es gut gefallen und wir wären gerne länger geblieben als zwei Nächte.

Pizzeria L’Osservatorio

Das L’Osservatorio ist eine ehemalige Marinestation, heute beherbergt es ein Restaurant. Von unserer Unterkunft aus war das Restaurant zu Fuß in ca. 40 Minuten zu erreichen. Es geht immer wieder bergauf und der Weg führt oft durch Vulkanasche, geschlossene Schuhe sind somit ganz angebracht. Wir hatten beim Aufstieg ein paar schöne Blicke zurück auf Stromboli-Ort bei Sonnenuntergang.

Vom Lokal bietet sich bereits ein guter Blick auf die nächtlichen Ausbrüche. Man sollte vorher besser einen Tisch reservieren, vor allem in der Hauptsaison. Die Preise liegen nicht unbedingt niedrig. Wir konnten hier einige größere Ausbrüche miterleben, natürlich noch aus einiger Ferne (Fotos folgen). Für den Abstieg im Dunkeln ist definitiv eine Taschenlampe empfehlenswert.

Sizilien (29.8.-13.9.2018) – Highlight 5: Fahrt durch den Parco Regionale dei Nebrodi zum Ätna, Randazzo

Wir hatten uns kurzfristig entschieden, doch zu Etna-Nord zu fahren, sind dann also relativ spät losgekommen. Wir fuhren eine sehr schöne Strecke durch den Parco dei Nebrodi. Enge Straßen durch hübsche Bergdörfer. Somit kamen wir aber nur relativ langsam voran. Hier das Foto eines Friedhofs.

Etna-Nord

Lt. unserem Reiseführer ist es hier viel ruhiger als im Süden. Die Anfahrt erfolgt über eine ca. 15 km lange Bergstraße, die in Linguaglossa startet. Ab hier fahren Busse, der letzte gegen 14 Uhr. War kamen um ca. 13:50 Uhr an und der letzte Bus fuhr gerade ab. Wir waren also zu spät und konnten somit den Ätna nur aus der Ferne betrachten. Ein Grund, nochmal wiederzukommen. Aber unser weiterer Urlaub wird ja auch noch weitere Vulkane bereithalten.

Randazzo

Somit entschieden wir uns zurück nach Randazzo zu fahren, einer der Orte, die wir auf der Hinfahrt passiert hatten. Randazzo liegt an der Route rund um den Ätna. Obwohl Randazzo immer wieder vom Vulkan bedroht war, erreichten die Ausbrüche die Stadt nie. Randazzo besteht aus der Neu- und der Altstadt. Die Häuser der Altstadt und die Reste der Stadtmauer bestehen aus schwarzer Lava, dem reichlich vorhandenen, bevorzugten Baumaterial der Gegend um den Ätna. Außerdem besitzt Randazzo drei Kathedralen.

Und dann entdeckte ich glücklicherweise im Reiseführer noch die Casa della Musica e della Liuteria. Seit vielen Jahren sammelt Giuseppe Antonio Severini historische Musikinstrumente und baut sie nach (teilweise nur nach Vorlage eines Bildes). Er besitzt ca. 60 Instrumente. Wenn man ihn besucht, erklärt er jedes einzelne dieser Instrumente und musiziert auf ihnen. Im Haus erklingen Töne von Glocken, Lauten, Violinen, Flöten aus Knochen, Hörner, Muscheln, Harfen und Drehleiern. Dabei erzählt er ungewöhnliche und faszinierende Geschichten über Klänge und Musik.

Er spielt diese Instrumente auch oft auf Mittelalterfesten, zum Beispiel in Frankreich.

Interessant war auch eine Gitarre, an der er alle Metallsaiten entfernt hatte, und durch Kunststoffsaiten ersetzt hatte. Diese stellte er neben das leicht geöffnete Fenster und durch den Wind gab diese dann außergewöhnliche Töne von sich. Alles sehr faszinierend und der Tag war dann doch noch gerettet. Jeder, der sich für Musik interesssiert und in der Nähe ist, sollte hier auf jeden Fall mal vorbeischauen.

Zu fast jedem seiner Instrumente findet man auch Videos in YouTube:

https://www.youtube.com/user/giuseppeseverini57

Sizilien (29.8.-13.9.2018) – Highlight 4: San Marco d‘Alunzio

San Marco d’Alunzio liegt auf einem Abstecher von der Küstenstraße. Das Dorf ist über ein kurviges Sträßchen zu erreichen. Deshalb benötigten wir für die 8 km von unserem Hotel trotzdem rund 30 Minuten. Wir haben nach einem Faulenzertag noch einen kleinen Ausflug hierhin gemacht, zumal wir bei TripAdvisor ein interessantes Restaurant gefunden hatten. Die kleine Ortschaft liegt an der Stelle einer uralten Siedlung.

Bei Sonnenuntergang kamen wir hier an.

Wir schlenderten ein bisschen durch den Ort. Mir hat es hier wieder sehr gut gefallen. Ein bildschöner , kleiner Ort, fernab von überfüllten Stränden und kommerziellen Touristenhotspots.

Schließlich haben wir im Restaurant La Macina noch fantastisch zu Abend gegessen. Wir wurden vom Chef empfangen. Er konnte nur wenig Englisch, wir fast kein Italienisch, trotzdem hat man sich aber irgendwie verstanden. Und er kam immer wieder zum Erzählen vorbei.

Die Antipasti, die uns der Chef empfohlen hat, waren sensationell und mit viel Liebe zubereitet. Sie waren vielfältig und außergewöhnlich. Die Hackfleischbällchen in Tomatensoße waren unübertroffen. Wir haben nachher keine Primo und Secondo mehr gebraucht. Wir konnten uns aber das Dessert nicht entgehen lassen. Der Rotwein war ebenso sehr gut. Zum Abschluss haben wir noch fünf verschiedene Liköre zum Probieren bekommen.

Das Ambiente ist sehr gemütlich und der Chef kümmert sich gut um seine Gäste. Am Ende waren wir ca. 50 Euro los, die aber absolut gerechtfertigt waren. Eine absolute Topempfehlung unsererseits. Unser bestes Essen auf Sizilien.