15.05.2022 – 06.06.2022 Irland – 10. Tag: Dingle Seekajaktour

Bei der Reiseplanung hatten wir für heute schon eine Seekajaktour gebucht. Bei dem vorhergesagten Wetter weiß ich nicht, ob ich das jetzt noch gebucht hätte, aber jetzt war’s nun mal so.

Da die Tour um 9:30 Uhr losgehen sollte und wir um 9:20 Uhr da sein sollten, mussten wir gegen 8:45 Uhr in der Unterkunft los. Deshalb hatten wir das Frühstück für 7:30-8:00 Uhr bestellt, aber irgendwie war es dann doch wieder fast 8:00 Uhr. Die Auswahl beim Frühstück war reichlich. Es gab ein Buffet und dieses Cooked Breakfast.

Aber irgendwie hatte ich heute gar nicht richtig Hunger, so dass ich nur ein bisschen Obstsalat aß und ein bisschen vom Bread and Butter Pudding, der noch gebracht wurde.

Björn hielt sich auch nur ans Buffet.

Gegen 8:45 Uhr machten wir uns auf nach Dingle. Dort fanden wir auch gleich einen kostenlosen Parkplatz an der Hauptstraße. Wir liefen zu Irish Adventures, dem Treffpunkt für die Kajaktour. Und genau in dem Moment fing es an zu schütten und wir kamen schon klatschnass dort an. Das fing ja gut an. Wir meldeten uns an und bekamen einen Neoprenanzug, Neoprensocken umd eine Regenjacke ausgehändigt. Also mussten wir wenigstens nicht die nassen Klamotten anbehalten. Und dankenswerterweise hat mir Björn seine Wollmütze geliehen. Sowas hatte ich irgendwie gar nicht eingepackt. Nach dem Umziehen bekam dann jeder noch eine Schwimmweste und ein Paddel ausgehändigt. Die Gruppe bestand aus 8 Leuten und zwei Guides. So liefen wir zum Wasser und jetzt kam prompt wieder die Sonne raus. Was ein Glück.

Jeder bekam ein Zweierkajak, was wir selbst zum Wasser tragen mussten. Nach einer kurzen Einweisung über das Einsteigen, ging es dann auch schon los. Im Wasser gab es noch ein paar Instruktionen und wir mussten noch ein paar Übungen absolvieren und dann ging es raus in die Dingle Bucht. Jetzt schien die Sonne, das Wasser war relativ seicht und es war echt schön.

So paddelten wir durch die Bucht, aber je weiter wir Richtung offenes Meer kamen, desto unruhiger wurde das Wasser und das Paddeln wurde anstrengender. Unser Guide meinte einen Delphin gesehen zu haben, uns ist er aber nicht zu Gesicht gekommen.

Unterwegs fuhren wir dann noch rückwärts in eine kleine Höhle.

Dann ging es noch ein Stück weiter aufs Meer hinaus.

Und auf einmal hörten wir ein lautes Platschen und eines der Boote war gekentert. Klatschnass kletterten die beiden wieder zurück ins Boot und mussten dann erst mal vom Guide abgeschleppt werden, weil Wasser im Boot war. Zum Glück ist das uns nicht passiert, dafür wäre es mir viel zu kalt gewesen.

Dann nachten wir uns wieder auf den Rückweg und wie sollte es anders sein, für ein paar Minuten fing es an zu schütten. Einmal schön nass geworden, nun blies auch ein kühler Wind und der Wellengang wurde stärker. Ich hatte bei dem Gegenwind ganz schön meinen Schaff. Man hatte das Gefühl, dass man gar nicht von der Stelle kommt. Zum Glück hatten wir ein Zweierkajak, anders hätte ich mich glaube ich, wie damals auf Sardinien, wieder abschleppen lassen müssen. Der Rückweg war ganz schön kräftezehrend. Nach rund 2 h waren wir wieder zurück.

Und dann war ich froh, aus den nassen Sachen rauszukommen und ich war auch ziemlich durchgefroren. Also fuhren wir erst mal zurück zur Unterkunft, drehten die Heizung im Auto volle Pulle auf und gönnten uns dann erst mal ne heiße Dusche. Dann machten wir es uns erst noch bisschen gemütlich und wir tranken noch einen Tee auf dem Zimmer. Danach machten wir uns dann nochmal auf den Weg nach Dingle, noch ein bisschen die Stadt erkunden.

Wir liefen die Straßen entlang, besuchten einen Töpferladen, schauten Schaufenster und entdeckten dann den kleinsten CD-Laden Irlands. Da musste Björn natürlich rein, nach Musik für seine Radiosendung suchen. Er erwarb auch eine CD mit lauter Musikern aus Dingle, die alle schon in dem Laden aufgetreten sind.

Wir warfen noch einen Blick auf das Gebäude gegenüber.

Und besuchten die Kirche und zündeten noch zwei Kerzen an.

Dann suchten wir das Restaurant auf, welches unsere Gastwirtin uns empfohlen hatte, leider hat dieses aber dienstags geschlossen. Also liefen wir erst mal weiter die Straßen entlang.

Dann schaute ich bei TripAdvisor, welches Restaurant noch zu empfehlen ist und so landeten wir dann im Land to Sea. Das Restaurant machte um 17:00 Uhr auf und es war kurz vor 17:00 Uhr. Also besuchten wir noch einen kleinen Laden, der Wollschals verkaufte. Die Preise waren mir aber doch etwas zu teuer.

Dann gingen wir zum Restaurant. Zum Aufwärmen nahm ich mir erst mal einen Tee. Irgendwie friere ich seit vorgestern nur noch. Björn bestellte einen Rotwein.

Vorneweg gab es ein bisschen Brot mit Butter. Das war sehr lecker.

Zwischen 17:00-18:00 Uhr gab es dann auch ein Early Menu, Vorspeise und Hauptgericht zum Spezialpreis. Das nahm ich dann, weil ich unbedingt die Vorspeise Lobster bisquit probieren wollte. Blöderweise waren bei zwei Gängen meine Augen mal wieder größer als mein Magen. Lobster bisquit stellte sich dann auch erst als Suppe heraus, da hatte ich was anderes erwartet.

Diese erwärmte auf jeden Fall aber erst mal gut von innen und danach war ich schon fast satt. Und dann kam nochmal dieser riesige Seehecht hinterher.

Ich habe es dann leider nicht geschafft.

Björn hielt sich ins Ribeye-Steak.

Lecker war’s. Als wir dann zurück zum Auto wollten, regnete es wieder ziemlich stark. Und der Wind pfiff ganz schön. Wir hatten nur einen Schirm. Ich hatte zwar noch die Regenjacke an, aber das half auch alles nicht so viel. Bis wir am Auto waren, waren wir dann doch etwas nass.

Heute waren wir dann gegen 19:30 Uhr zurück in der Unterkunft, also mal recht früh. Aber das tut auch mal gut.

Morgen steht schon wieder eine weite Fahrt zum Burren und zu den Cliffs of Moher bevor und wir müssen die schöne Unterkunft schon wieder verlassen. Schade.

Island – 14. Tag Hrifunes – Kevlavik

Der letzte Tag….und es regnete immer noch. Naja, vielleicht fällt uns so der Abschied von dieser wunderbaren Insel nicht so schwer.

Beim Frühstück unterhielten wir uns noch mit einem amerikanischen Paar, die versuchten, Björn davon zu überzeugen, mal nach Utah zu reisen….ich würde da ja gerne sowieso nochmal hin.

Gegen 10:00 Uhr haben wir uns dann im Gästehaus verabschiedet. Falls wir nochmal nach Island kommen (wovon ich momentan fest ausgehe) werden wir sicher nochmal einem Besuch in diesem Gästehaus einplanen. Hier herrscht einfach eine so familiäre und gemütliche Atmosphäre und das Personal war sehr herzlich. Das Essen war sowieso exzellent.

Unser Weg führte uns dann zum Dyrholaey, ein Vogelfelsen, an dem im Sommer Papageitaucher (Puffins) zu sehen sind. Leider war die Saison jetzt schon vorbei. Aber wir hatten wieder Glück, der Regen hatte aufgehört. Den Namen hat der Felsen von diesem Felsenloch.

Einen Leuchtturm gibt es hier auch…..

….und wieder schöne Ausblicke.

Es gab aber auch noch einen lustigen Zufall. Ich lese schon seit längerer Zeit den Reiseblog von Zwerger-Schoner mit. Das sind zwei Reisejournalisten, die auch den Film „Neuseeland – Der Film“ gedreht haben. Zufällig waren die beiden die letzten Wochen auch mit ihrem auffälligen Wohnmobil in Island unterwegs. Über Facebook hatten sie mir die letzten Tage mehrere Ratschläge gegeben, vor allem bzgl. Nordlichtern. Und heute kam das Wohnmobil gerade aus einer Seitenstraße, als wir auf der Ringstraße fuhren. Das Wohnmobil ist einfach unverkennbar.

Am Dyrholaey kamen sie uns nochmal entgegen und wir winkten mal, aber woher sollten sie auch wissen, wer wir sind 😉. Nachdem wir uns am Felsen umgeschaut hatten und zum Parkplatz zurückkamen standen sie dann gerade neben ihrem Wohnmobil bzw. waren gerade am Stativ aufbauen. Ich bin dann einfach mal hingegangen und dann hatten wir fast 20 Minuten lang eine nette Unterhaltung mit den beiden Österreichern. Wahrscheinlich kommen sie im Winter sogar mit einer Multivisionshow zum Fernwehwinter nach Mainz. Diese Veranstaltungsreihe hatte ich die letzten beiden Winter häufiger besucht.

Dann ging unser Weg weiter zum Skogafoss. Wasserfälle gibt es in Island wirklich genug. Hier stand ich ca. 50 m vor dem Wasserfall und trotzdem wurde alles nass. Feinster Sprühnebel war in der Luft.

Ein relativ steile Treppe führte den Berg hinauf zu einer Aussichtsplattform oberhalb des Wasserfalls.

Hier ist auch Startpunkt für eine Wanderung, aber dafür hatten wir heute keine Zeit mehr. Auch eine der schönsten Mehrtageswanderungen startet hier.

Auf dem weiteren Weg waberte überall der Nebel.

Danach stand noch der Seljalandsfoss auf dem Programm. Da der dortige Parkplatz Geld kostete, schauten wir uns den Wasserfall nur aus dem Auto heraus von der Straße aus an. Die Hauptattraktion dieses Wasserfalls ist eigentlich, dass man auch hinter den Wasserfall laufen kann. Dieser Weg ist aber momentan wegen Steinschlaggefahr gesperrt, so dass wir es nicht zwingend als notwendig erachteten auszusteigen.

Als wir weiterfuhren entdeckten wir zufällig ein neugebautes Vulkan- und Erdbebenzentrum (http://lavacentre.is). Es wurde erst im Juni eröffnet. Wie sollte es anders sein, der Eintritt war wieder happig, 2900 ISK pro Person. Ich buchte dann noch schnell Tickets übers Internet, da gab es wenigstens noch 10% Rabatt. Zu sehen gibt es einen kurzen Kinofilm über die Vulkanausbrüche in Island, der sehr interessant war. Außerdem gibt es eine interaktive Ausstellung über alle Vulkanausbrüche, die es bisher auf Island gab, ebenso wurde anschaulich dargestellt, wie es zu Vulkanausbrüchen kommt. Das ganze war sehr interessant, aber trotzdem überteuert.

Langsam setzte wieder leichter Regen ein und wir setzten die Fahrt zur Halbinsel Reykjanes fort. Hier kamen wir an den Schlammquellen von Krisuvik vorbei, da der Nebel inzwischen aber wieder ähnlich dicht war wie am Dettifoss, unterließen wir diesen Programmpunkt und entschlossen uns, den Urlaub mit einem gemütlichen Essen im Restaurant Salthusid ausklingen zu lassen. Den Restauranttipp hatten wir vor dem Urlaub erhalten (Danke Rudi). Ich hatte Lachs mit Ofenkartoffel und Gemüse, Björn hatte Hähnchenbrust mit Ofenkartoffel und Gemüse.

Beides war sehr lecker. Das Restaurant ist eine Empfehlung wert. Ein gelungener Abschluss einer absolut großartigen Reise, die sich jetzt dem Ende nähert.

Die letzte Nacht verbringen wir im Kef Guesthouse, dass nur wenige Minuten vom Flughafen entfernt liegt. Der Flieger startet morgen um 06:00 Uhr.

Leider haben wir es nicht geschafft, in einem Naturbad zu baden und Islandpferde zu reiten. Ich glaube, wir müssen wiederkommen. Wovon ich momentan fest überzeugt bin.

Island – 13. Tag Hrifunes – Vik – Hrifunes

Der gemeldete Dauerregen kam leider. Somit ließen wir es erstmal wieder gemütlich angehen. 8 Uhr aufstehen, in Ruhe geduscht, Frühstücken. Das Pärchen aus Malaysia war auch wieder da und wir tauschten uns über unsere Tageserlebnisse aus.

Danach schrieb ich ein bisschen Blog und gegen 12 Uhr machten wir uns nochmal auf den Weg nach Vik, was nur ca. 40 km entfernt ist. Hier besuchten wir das Wollcenter, ich sah eine Jacke, entschied mich aber dagegen sie zu kaufen. Eigentlich war ich ja immer noch auf der Suche nach nem Islandpulli. Wie in jedem Urlaub kaufte ich mir aber noch einen Magneten aus Island. Hier im Wollcenter hatte man auch die Möglichkeit, sich durch diverse Fenster die Fabrik anzusehen.

Danach fuhren wir zum bekannten Lavastrand, was bei Nieselwetter ja aber nicht so richtig Spaß macht. Der Strand wurde irgendwann sogar mal unter die 10 schönsten Strände der Welt gewählt.

Ich entschied mich dann doch noch die Jacke zu kaufen und dass ich über den Betrag komme, ab dem man die Steuern zurückerstattet bekommt, habe ich noch ein Paar Angorasocken dazu gekauft.

Danach setzten wir uns einfach nur noch in Halldorskaffi und tranken einen Milchkaffee. Ich probierte dann noch ein Stück Skyr-Torte, eine Art isländischer Käsekuchen. War echt lecker, vor allem das Topping. Björn hatte eine Art Schokoladenkuchen.

Wir fuhren zurück in unsere Unterkunft und machten es uns im Aufenthaltsraum bequem. Hier sorgte der Kamin für eine wohlige Wärme. Wir machten uns nochmal Kaffee und Tee. Ein weiterer weiblicher Gast war anwesend. Nach einiger Zeit kamen wir ins Gespräch und nachdem sich herausstellte, dass die Dame aus Australien ist, hatte Björn natürlich Gesprächsstoff 😉.

Wir hatten uns entschieden, wieder am Abendessen teilzunehmen. Es war einfach zu lecker und das auch das ganze Ambiente so schön, dass wir diese Ausgaben nochmal tätigten. Das war hier in dieser Unterkunft überhaupt das schönste, dass man so einfach mit allen anderen Gästen aus Allerherrenländern ins Gespräch kam. Heute waren lauter neue Gäste da. Björn unterhielt sich weiterhin mit der Australierin, ein belgisches Pärchen war anwesend, drei Deutsche Mädels aus Deutschland, die sich aber nicht an den Gesprächen beteiligten und mehrere Amerikaner.

Als Vorspeise gab es dieses Mal Tomatensuppe und Brot. Als Hauptspeise gab es Lammkotletts, auf die wir aber verzichtet haben, Fleischbällchen, ebenfalls aus Lammfleisch (die waren ein Gedicht), eine Art Kartoffelbrei (auch so lecker), Gemüse, Salat und mehrere Dips. Der Tomatendip war auch so lecker, dass ich mir das Rezept habe geben lassen. Und alles war selbstgemacht. Als Nachspeise gab es dann noch Schokoladenkuchen. Exzellent.

Nach dem Essen schauten wir uns mit der Australierin noch Fotos aus anderen Urlauben an, wir zeigten ihr unsere Polarlichtfotos und am Ende tauschten wir noch Emailadressen aus. Nachdem sie ins Bett gegangen war, unterhielten wir uns noch ein bisschen mit den Amerikanern.

An diesem Tag war einfach dieser tolle Abend mit dem leckeren Abendessen und vielen tollen Gesprächen das Highlight. Gegen 0 Uhr waren wir dann im Bett.

Island – 12. Tag Hrifunes – Skaftafell – Jökulsarlon – Hrifunes

Heute hätte eigentlich Laki auf dem Plan gestanden. Da dorthin aber wieder sieben Furten hin und wieder zurück passiert werden müssen, haben wir uns entschieden, diesen Part auszulassen, auch wenn es dort sehr schön sein soll. Wir waren froh, durch alle anderen Furten gut durchgekommen zu sein.

Da heute das allerherrlichste Wetter gemeldet war, Sonne pur und 20 Grad, zogen wir unser Programm vom folgenden Tag vor.

Aber erst mal ging es duschen und zum Frühstück. Dieses wurde wieder am Gemeinschaftstisch eingenommen. Wir unterhielten uns erst mit den beiden älteren Texanern, dann mit einer weiteren Amerikanerin und am Ende des Frühstücks hatten wir noch eine nette Unterhaltung mit dem Pärchen aus Malaysia. Dort gibt es normal nur eine Woche Urlaub im Jahr, dieses Jahr haben sie ausnahmsweise mal zwei Wochen frei und sind jetzt eben in Island unterwegs.

Unser Weg führte uns dann erst mal mit dem Auto Richtung Westen zum Skaftafell Nationalpark. Dieses Mal fuhr ich mal das Auto. Auf dem Weg dorthin hielten wir an mehreren Aussichtspunkten an.

Das erste Mal hielten wir an einem Wasserfall, wo wir ein deutsches Paar fragten, ob sie ein Foto von uns machen können und so kamen wir ins Gespräch und tauschten uns über die jeweiligen Reisepläne und die bisherigen Erlebnisse aus.

Der nächsten Halts waren mit Blick auf den Gletscher des Vatnajökull, der größte Gletscher in Island.

Am Fuße des Vatnajökull liegt Skaftafell. Hier auf dem Parkplatz trafen wir dann lustigerweise wieder die Insassen des kaputten Fahrzeugs vom Vortag und hielten ein kurzes Schwätzchen. In Skaftafell liefen wir einen ca. 2 km Fußweg zum Gletscher und das bei herrlichstem Wetter. Je näher wir aber dem Gletscher kamen, desto kühler und windiger wurde es. Also doch Jacke und Mütze an.

Am Fuße des Gletschers befindet sich ein Gletschersee, in dem mehrere Eisbrocken schwammen. Ein kleiner Vorgeschmack auf Jökulsarlon.

Wir liefen am See entlang und dann auf dem gleichen Weg zurück. Und schon wurde es wieder richtig warm, sobald wir uns vom Gletscher entfernten. Am Touristencenter machten wir erst mal kurz Pause und aßen ein bisschen mitgebrachtes Obst. Anschließend ging es auf die nächste Kurzwanderung zum Wasserfall Svartifoss. Hierfür mussten wir ein bisschen bergauf laufen. Nach ungefähr einem Kilometer erreichten wir das obere Ende des Wasserfalls und verzichteten darauf nach unten zu laufen, weil wir ja noch einiges vor hatten.

Als wir am Parkplatz ankamen trafen wir erneut die Insassen des defekten Wagens. Weiter ging unsere Fahrt in Richtung Westen, zu einem weiteren Ziel, das ich unbedingt auf unserer Reiseroute haben wollte: der Gletschersee Jökulsarlon (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Jökulsárlón). Und ich wurde nicht enttäuscht.

Direkt neben der Ringstraße liegt dieser herrliche See. Der Gletscher kalbt und gibt somit die riesigen Eisbrocken in den See ab. Manche sind über 2000 Jahre alt. Wir schauten uns diese Naturschönheit erst mal vom Rand aus an.

Danach versuchten wir Tickets für ein Boot zu bekommen. Bevorzugt wären wir gerne mit dem Zodiac gefahren, ein Art Schlauchboot, weil man damit näher an die Eisberge rankommt. Leider gab es keine Plätze mehr. Wir ergatterten aber noch zwei Plätze in einem Amphibienboot, was uns dann aber auch einiges an Geld sparte. Trotzdem kostete die halbe Stunde noch 5900 ISK pro Person.

Das Boot legte aber erst eine Stunde später ab. Deshalb liefen wir erst nochmal zum in der Nähe liegenden Basaltstrand. Die Lagune ist über einen kleinen Fluss mit dem Meer verbunden, welcher von einer Brücke der Ringstraße überspannt wird. Bei meerwärts gerichteter Strömung werden die Eisbrocken aus dem See heraus Richtung Meer gespült…

…und teilweise am Strand abgelagert. Auch dies stellte eine herrliche Kulisse dar.

Danach mussten wir uns aber spurten, dass wir unser Boot um 18:20 Uhr noch erreichten.

So umrundeten wir auf dem Boot die Eisberge. Ein faszinierendes Schauspiel. Ich finde, Jökulsarlon ist einfach ein MUSS, wenn man Island besucht.

Und wie in jedem Urlaub durfte das hier natürlich nicht fehlen 😉.

Danach machten wir uns an die 150 km lange Rückfahrt. Auf dieser Strecke gab es ständige Wetterwechsel. Wir starteten in schönem Wetter, durchfuhren eine Nebelwand und die Wolken hingen tief, kurz später war es wieder besser…..das Wetter in Island ist einfach unberechenbar.

Unterwegs hielten wir nochmal an, um etwas zu essen. Allerdings war es schon 21:00 Uhr. Wieder gab es nur Burger und weiteres Fast Food. So richtig gute Restaurants gab es selten….oder wir haben sie nicht gefunden.

Auf den restlichen Kilometern, gegen 22:00 Uhr, sahen wir nochmal ganz kurz ein Nordlicht, dieses Mal hielt es aber nur wenige Sekunden an. Als wir zur Unterkunft zurückkamen war es zu wolkig, um das tolle Spektakel noch einmal zu erleben. Kurz vor Mitternacht gingen wir dann ins Bett; leider mit dem Wissen, dass es die nächsten beiden Tage wahrscheinlich Dauerregen gibt. Heute war einer der schönsten Tage im ganzen Sommer und dann wieder dieser Wechsel. Die gute Fee in unserer Unterkunft war der Meinung, dass heute der letzte Sommertag war.

Island – 11. Tag Hrauneyar – Landmannalaugar – Hrifunes

Waaaaaahnsinn! Ich bin geflashed. Island hat einfach so viele Naturschönheiten zu bieten.

Wir sind heute mal etwas früher aufgestanden. Um 06:30 Uhr klingelte der Wecker. Im Frühstückssaal war die Hölle los. Massenabfertigung. Was war es im Gästehaus Brekka doch so schön. Hier hielten wir uns dann nicht lange auf, weil wir uns nicht so wohl gefühlt haben. Insgesamt hat uns das Hochlandcenter weniger gut gefallen, aber für eine Nacht war es ok.

Leider war das Wetter wieder umgeschlagen. Es regnete, die Wolken hingen tief und es pfiff ein heftiger Wind. So machten wir uns auf den Weg nach Landmannalaugar, auch eines meiner absoluten Wunschziele vor dem Urlaub. Wieder mussten wir ca. 30 km auf Schotterpiste mit vielen Schlaglöchern zurücklegen.

Nach rund 1,5 h war das geschafft, wir kamen gegen 10:00 Uhr in Landmannalaugar an……und das Wetter hatte sich nicht gebessert. Ok, es hatte aufgehört zu regnen, aber es war kalt, der Wind pfiff, die Wolken hingen tief und für eine Stunde später war erneut Regen gemeldet. Also was machen? Eigentlich wollten wir hier wandern gehen. Ich war schon sehr enttäuscht, weil das eines meiner Wunschziele war. Allerdings war für den Nachmittag wieder Sonne gemeldet, nur hatten wir nicht so lange Zeit. Wir pfiffen dann einfach auf die Wettervorhersage und machten uns trotzdem auf den Weg. Was ein Glück. Wir hatten das Auto vor der Furt zum Campingplatz geparkt.

Somit mussten wir den Bach erst mal zu Fuß über eine Brücke passieren. Wir liefen am Campingplatz vorbei und hielten uns Richtung Süden. Wir hatten in unserem Wanderführer die Auswahl zwischen zwei Wanderungen: Brennisteinsalda oder Blahnukur. Oder es gab die Möglichkeit beide zu kombinieren. Wir entschieden uns für Blahnukur. Diese Wanderung war mit 600 Höhenmetern angegeben und im Wanderführer als „TOP“ markiert.

Wir machten uns auf den Weg…

..und stellten dann fest, dass es gleich ziemlich steil nach oben geht. Und dann stellten wir fest, dass wir die 600 Höhenmeter gleich zu Beginn zurücklegen müssen. Somit ging es gleich komplett hoch auf den Blahnukur. Wir wurden aber mit den allerschönsten Ausblicken belohnt. Wenn jetzt noch blauer Himmel gewesen wäre….

Herrliche Ausblicke ins Tal, Lavalandschaft drumherum und wieder die in allen Farben schimmernden Berge drumrum.

Wir konnten uns gar nicht satt sehen an der herrlichen Landschaft drumherum.

Zwischendrin hatten wir noch die Regenhosen angezogen, weil es leicht anfing zu nieseln (der gemeldete Regen kam zum Glück doch nicht). Die Hose schützte auch besser gegen den Wind.

Schließlich kamen wir dann am Berggipfel an. Hier wehte wirklich ein heftiger Wind. Vorher waren wir wohl noch durch den Berg geschützt. Aber langsam lugte die Sonne immer mal wieder hervor. Herrliche Ausblicke.

Und dann ging es auf diesem Grat bergab.

Normal kein Problem, aber bei dem heftigen Wind nicht ganz ungefährlich. Ich hatte wirklich öfters Probleme mich auf den Beinen zu halten, so sehr blies es um uns herum. Ich bin dann auch öfters mal in die Hocke gegangen, wenn es allzu heftig wurde.

Nach einem langen Abstieg war es dann geschafft und wir kamen nun ganz nah an die herrlichen Ryolithberge heran.

Der Weg schlängelte sich am Berg entlang…

….und ging dann steil nach unten, in Richtung eines Flussbettes.

Aus dem Tal konnten wir dann den riesigen Vulkan begutachten, den wir gerade bestiegen hatten.

Hier mussten wir dann noch den Fluss auf etwas wackeligen Steinen überqueren, bevor der Weg ins Lavafeld überging, das wir schon am Anfang unserer Tour vom Berg aus gesehen haben.

Nach ca. 15 Minuten war das Lavafeld passiert und der Weg führte uns durch das Tal am Fluss entlang.

Schließlich kamen wir gegen 15:15 Uhr wieder zurück nach Landmannalaugar.

Was für eine herrliche Wanderung. Sie nimmt definitiv einer der Top-Plätze unserer Reise ein. Ich kann nur jedem, der nach Island fährt, einen Abstecher nach Landmannalaugar empfehlen. Es lohnt sich. Island ist einfach herrlich.

Und dann stand die Autofahrt zum Gästehaus Hrifunes an. Hierfür mussten wir weitere knapp 70 km über sehr holprige Schotterpiste passieren. Auf der Karte waren 5 oder 6 Furten eingezeichnet, am Ende waren es aber 22 und wir waren froh, dass wir schadenfrei durch alle hindurchgekommen sind.

An der vorletzten Furt musste ein entgegenkommendes Auto umkehren, weil ihm am Unterboden Schrauben weggeflogen waren. Wir begleiteten den Wagen noch ein Stück, falls er gar nicht mehr hätte weiterfahren können. Bei viel Geruckel und Gewackel hatten wir aber immer wieder diese tollen Ausblicke. Das hat dann wieder für die schreckliche Straße entschädigt.

Wir passierten die Schlucht Eldgja und irgendwann ging die gestrichelte graue Piste in braune Piste über, die uns bis zu unserem Gästehaus führte, wo wir gegen 19 Uhr ankamen und herzlich empfangen wurden. Hier ist unsere Unterkunft für die nächsten drei Nächte. Das Zimmer ist sehr klein, es passt grade das Doppelbett hinein, mit 2 Reisetaschen ist es schon sehr eng.

Leider haben wir für das Zimmer auch keinen Schlüssel erhalten. Gewöhnungsbedürftig. Es ist ein altes Haus mit den alten Türen und Schlüssel sind wohl keine vorhanden. Dusche und WC ist wie gebucht auf dem Gang. Dafür ist der Rest urgemütlich. Ein kleiner Aufenthaltsraum mit Couch,….

….eine Küche und zwei riesige Esstische, an denen alle Gäste gemeinsam frühstücken.

Ein 3-Gang-Abendessen-Menü gibt es um 19:30 Uhr auch, für 6000 ISK pro Person. Wir hatten Hunger, also war uns das egal. Auch hier speisten alle an dem großen Tisch. Es waren einige Amerikaner anwesend und ein Pärchen aus Malaysia. Als Vorspeise gab es Brot mit verschiedenen Dips, als Hauptspeise gab es Lamm, vegetarisches Curry, Reis, kleine Törtchen mit Lamm und Kartoffeln gefüllt und Salat. Nachtisch war Skyr mit verschiedenen Beeren darin. War alles sehr lecker und endlich mal typisch isländisch.

Beim Abendessen verkündete dann der Hausbesitzer, dass wir eventuell großes Glück haben. Die Aurora-Vorhersagen für diese Nacht wären so gut wie seit Jahren nicht. Was aber nicht immer was zu bedeuten hat, weil sich das auch schnell wieder ändern kann.

Somit verharrte ich nach dem Abendessen auf der Couch und schrieb Blog. Björn tigerte die ganze Zeit draußen rum, auf Nordlichtjagd, aber nichts tat sich.

Gegen 23:30 Uhr schnürte ich auch mal meine Schuhe, zog mich warm an und begab mich dann erst Mal auf die Suche nach Björn. Ohne Lampe nicht so einfach. Weitere Gäste tummelten sich auch draußen, aber es tat sich einfach nichts, trotz sternenklarem Himmel. Aber gegen 23:50 Uhr ging es dann los. Erst zeigten sie sich leicht (was aber bei weitem stärker war als zwei Tage zuvor) und dann wurden sie immer intensiver. Und jetzt war es wirklich ein herrliches Schauspiel am Himmel. Ich hatte vorher schon nach den besten Kameraeinstellungen gegoogelt und die Kamera dementsprechend eingestellt, bevor ich aus dem Zimmer bin. Und somit habe ich es wirklich geschafft sie einzufangen. Mit dem Handy war nix möglich, aber die lichtstarke Kompaktkamera hat geholfen. Blende: 1,4, ISO: 1600, Belichtungszeit: 10 Sekunden. Ausgerechnet in diesem Urlaub hab ich mein Ministativ daheim gelassen (wer kann denn auch schon damit rechnen, im August Nordlichter zu sehen zu bekommen). So sind einige Fotos leider verwackelt. Irgendwann habe ich einen Holzpfahl gefunden, mit dem es ganz gut geklappt hatP1040715P1040717P1040720P1040721P1040722P1040723P1040724P1040725P1040726P1040727P1040728P1040730P1040733P1040735P1040738P1040739P1040741.

Auf den Fotos wirken die Lichter grün, mit bloßem Auge sieht man eher wie einen Streif am Himmel.

Die Lichter wurden immer intensiver. Auf einmal war der ganze Himmel voller Lichter. Wie herrlich. Und sehr ungewöhnlich für diese Jahreszeit. Was hatten wir für ein Glück. Mit sowas hätte ich vor dem Urlaub nicht gerechnet. Ein grandioser Abschluss eines so wunderbaren Tages.

Nach ca. 20 Minuten war das Schauspiel vorbei und wir dann müde, aber glücklich, gegen 1 Uhr im Bett.

Island – 10. Tag Sprengisandur

Gestern noch in Mittelerde, heute auf dem Mond 😉. Ich danke dem Wettergott, dass dass heute wieder herrlichster Sonnenschein war, sonst hätten wir wahrscheinlich ein Problem gehabt. Aber von vorne.

Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen und verließen das Gästehaus Brekka, wo es uns sehr gut gefallen hat. Leider später als geplant. Es war schon fast 10 Uhr. Da wir irgendwie nicht richtig geschaut haben wo wir genau hin müssen, sind wir dann auch noch versehentlich 70 km Umweg gefahren, weil wir erst mal zurück zum Myvatn sind, was gar nicht nötig gewesen wäre.

Es ging zurück zum Godafoss, hier mussten wir dann aber auf eine braune Piste abbiegen, die uns ins Tal Bardardalur führte. Herrlichster Sonnenschein, Schafe auf der Straße….

….ein kleiner Wasserfall am Wegesrand…

….ein paar Bagger versperrten zwischendrin die Straße, machten uns aber Platz, wir bogen an Farmhaus Richtung Aldeyarfoss ab …

und dann war auf einmal der Weg versperrt.

Wir waren uns nicht sicher, ob das nun eine Straßensperre ist oder nur ein Viehgatter. Nach 5 Minuten entschieden wir uns für Viehgatter. Ich öffnete das Tor und 200 m weiter kam dann auch schon das nächste Gatter.

Kurz danach erreichten wir den schönen Wasserfall Aldeyarfoss.

Ein kleiner Fußmarsch war von Nöten, um dorthin zu gelangen. Ein schöner Anblick und dieses Mal sogar mit Regenbogen.

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Wir hielten uns hier aber nicht allzu lange auf, weil wir ja noch einen weiten Weg vor uns hatten. Und dann ging es weiter in die karge weite Landschaft der Sprengisandur. 200 km Schotterpiste lagen vor uns. Hier kam man sich wieder vor wie auf dem Mond.

Irgendwann tauchten in der Ferne die Gletscher Vatnajökull und Hofsjökull auf, die unseren Weg nun begleiteten.

Das erste Mal mussten wir mehrere Furten passieren, d. h. mit dem Auto durch kleinere und größere Flüsse fahren. Jetzt kam der Part, der mir schon vor dem Urlaub etwas Unwohlsein bereitet hat. Hier eine der kleineren Furten.

Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir endlich im Tal Nyidalur an und damit war erst der halbe Weg geschafft. Vorher mussten wir aber noch die größte Furt der ganzen Strecke passieren. Ein mulmiges Gefühl, vor allem, als das Auto kurz nach vorne absackte. Aber wir haben es geschafft.

Am Parkplatz Nyidalur trafen wir eine nette Niederländerin, mit der wir ins Gespräch kamen. Sie ist für 3 Wochen alleine im Auto unterwegs, übernachtet in ihrem Auto und geht mit Zelt auf Mehrtageswanderungen. Manche Leute trauen sich was. Ich würde nicht mehrere Tage alleine in die Berge verschwinden und das ohne Handyempfang. Sie hat uns dann noch einen Kaffee angeboten, den sie mit dem Gaskocher gekocht hat. Wir schenkten ihr noch einen Skyr, eine Art Joghurt, weil ihrer kaputt gegangen ist und wir eh zu viel gekauft hatten.

Dann mussten wir auch schon wieder weiter, weil wir ja noch einen weiten Weg vor uns hatten. Weitere Furten standen an und der Weg zog sich und zog sich. Er wollte gar kein Ende nehmen.

Und dann kamen wir an der letzten Furt an und hatten das Gefühl, dass sie zu tief ist. Also wurde ich vorgeschickt, die Furt zu durchwaten, um zu schauen, wo wir herfahren können. Au Backe. Jetzt kamen meine extra dafür gekauften Neoprensocken (Frau sorgt ja vor) doch noch zum Einsatz. Socken an, Sandalen drüber und los ging es durch das wahrscheinlich nur 3 Grad kalte Wasser. Aber die Socken halfen prima. Nur fand ich trotzdem keinen geeigneten Weg. Björn stieg dann auch noch ins Wasser, war bei der Kälte aber auch genauso schnell wieder draußen. Zwischenzeitlich kam am anderen Ufer ein weiteres Auto an, der Fahrer stieg auch ins Wasser und wir einigten uns auf einen Weg. Björn wagte es als erster und meisterte es hervorragend. Das andere Auto dann ebenso. Und als beide durch waren kam eine Amerikanerin im Isuzu mit Schwung angefahren und fuhr schnurstracks ohne auszusteigen einfach problemlos durch. So geht es auch, wenn man ein richtiges Geländefahrzeug hat und keinen SUV.

Die letzte Furt war geschafft, trotzdem hatten wir noch einiges an Wegstrecke zurückzulegen. Langsam fing es an zu dämmern.

Gegen ca. 21:30 Uhr kamen wir schließlich ziemlich kaputt am Hochlandcenter Hrauneyar an. Wir hatten Glück und es gab noch was zum Essen, wenn auch nur Burger und Sandwiches und das war auch eher Fastfood. Schnell machten wir uns auf den Weg ins Bett. Das war doch ein anstrengender Tag und hat mit persönlich weniger Spaß gemacht, stundenlang durchgeschüttelt zu werden uns meistens nur karge Landschaft drumrum. Das Zimmer war sehr klein. Das hintere Bett stand an der Wand und man musste somit über das andere Bett drüberklettern. Immerhin hatten wir eine eigene Dusche und WC. Aus dem Auto hatten wir nur das Nötigste mitgenommen.

Island – 9. Tag Namaskard und Kafla

Heute stand ja eigentlich Askja auf dem Plan. Das wäre die schwierigste Piste des Urlaubs gewesen. Leider war das Wetter weiter bescheiden, Regen und Nebel. Somit entschieden wir uns gegen diese Tour. Wir frühstückten erst mal in Ruhe und wussten nicht so richtig, was wir jetzt stattdessen machen könnten bei dem Wetter. Somit ruhten wir uns bis 12 Uhr noch ein bisschen aus und entschlossen uns dann zum Namasfjall zu fahren, der nach nur ca. 40 km erreicht wurde.

Hier blubberte und rauchte wieder der ganze Boden. Ich finde das einfach unheimlich faszinierend und beeindruckend. Inzwischen hatte es auch aufgehört zu regnen.

Anschließend entschieden wir uns auf den Namasfjall hinaufzusteigen. Auf ziemlich steilen Wegen ging es bergauf. Ich denke, der Aufstieg hat ca. 30-40 Minuten gedauert. Oben angekommen, erwarteten uns herrliche Ausblicke. Und wieder unendliche Weiten drumherum.

Wir liefen den Berggrat entlang und stiegen auf der anderen Seite des Berges wieder hinab.

Inzwischen lugte auch immer mal wieder die Sonne hervor. Aber kalt war es heute, so um die 6 Grad. Da das Wetter jetzt besser war, entschieden wir uns weiter in den Kafla-Nationalpark zu fahren. Zuerst führte unser Weg zum Viti-Krater mit seinem herrlichen blauen Wasser.

Wir liefen den Wanderweg am Kraterrand entlang. Hier war es aber sehr matschig und die Wanderschuhe waren angesagt. Dann trafen wir auch noch andere Gäste aus unserer Unterkunft, mit denen wir am Vorabend ins Gespräch gekommen waren.

Oberhalb des Kraters dampfte es und toste es. Hier befand sich ein Kraftwerk an einem weiteren Krater.

Wir umrundeten den Vitikrater und hatten immer wieder tolle Ausblicke oder brodelnden Boden.

Unweit des Viti-Kraters war ein weiterer Parkplatz, von dem aus der Weg zum Leirhnjukur (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Leirhnjúkur) führte, einem noch aktiven Vulkan. Das letzte Mal war er zwischen 1975 und 1984 aktiv. Ein Fußweg führte uns dorthin. Und wieder trafen wir unsere „Nachbarn“.

Von dort führte der Weg weiter in ein riesiges Lavafeld. Willkommen in Mittelerde 😃. Leider geben die Fotos die Stimmung mal wieder nicht richtig wieder. Überall zog der Rauch wie Nebel über das Lavafeld. Alles wirkte so unwirklich und wie im Märchen.

Und dann machten wir uns wieder auf den Heimweg. Hier ergaben sich nochmal ein paar schöne Fotomotive.

Wir kamen gegen 19 Uhr an und suchten wieder das Restaurant auf. Die Bohnensuppe war genauso lecker wie die Kürbissuppe zwei Tage zuvor. Dieser Geselle war auch jeden Abend zugegen.

Nach dem Essen setzten wir uns dann nochmal mit dem netten Pärchen zusammen und ließen den Abend ausklingen….

….bis die Bedienung kam und sagte, dass gerade Nordlichter zu sehen waren. Wir also nix wie raus. Noch schnell warme Klamotten angezogen und dann gingen wir auf Aurora-Jagd und harrten wir der Dinge. Wir haben sie dann auch wirklich zu sehen bekommen, wenn auch nur ganz schwach. Faszinierend. Mit der Kamera war aber leider nichts zu machen.

Somit hatten wir am Ende trotz ausgefallener Askja noch einen herrlichen Tag.

Island – 8. Tag Husavik und die Tjörnes Halbinsel

Heute war Dauerregen angesagt, deshalb haben wir den Tag nach dem Frühstück erst mal gemütlich angehen lassen. Gegen 12:00 Uhr entschieden wir uns, unsere geplante Tour dann doch noch anzugehen.

Der Weg führte uns im Regen erst mal ca. 40 km nach Husavik. Hier entschieden wir uns dann, trotz des schlechten Wetters, an einer Walbeobachtungstour teilzunehmen. Es gab mehrere Anbieter, wir entschieden uns für North Sailing. Und schon waren pro Person wieder 10500 ISK weg.

Wir hatten Glück, dass gleich 15 Minuten später ein Boot startete. Es nieselte noch leicht, wir packten uns warm ein und ab ging es aufs Boot. Dort bekam jeder noch einen warmen Overall verpasst. Im Nachhinein kann ich sagen, das war auch gut so. Wer wollte konnte noch einen orangenen Regenmantel drüberziehen. Ich kam mir ein bisschen vor wie ein Michelin-Männchen.

Und so ging es dann mit dem Boot raus in den Fjord. Bei dem Wetter schlugen die Wellen hoch und der Seegang war dementsprechend.

Nach einer Stunde hatten wir noch keine Wale gesichtet, aber meinem Magen und Kreislauf ging es nicht mehr so gut. Als wir dann Richtung offenes Meer kamen, kam dann doch der erste Buckelwal 🐋 in Sicht und wir hielten Kurs darauf. Weitere Boote waren auch schon vor Ort. Ich hoffe, dass ich mit der Spiegelreflexkamera ein paar weitere gute Fotos eingefangen habe.

Eine weitere Stunde schipperten wir über das Wasser und immer wieder kamen Aufschreie, wenn jemand erneut einen Wal 🐳 sichtete. Mein Kreislauf war inzwischen zum Glück wieder stabil. Insgesamt haben wir ungefähr 8-10 Buckelwale zu sehen bekommen, manche sogar in der Bucht vor Husavik. Nach 3 Stunden war die Fahrt dann beendet und wir landeten wieder am Hafen von Husavik.

Danach testete ich noch unfreiwillig meine neuen Lowa-Schuhe, weil ich in ein ziemlich tiefes Wasserloch getreten bin. Und was soll ich sagen? Test bestanden, alles trocken geblieben und von außen war auch überhaupt nichts nass. Scheint ein ganz guter Kauf gewesen zu sein.

Nun überlegten wir, ob wir die Heimreise antreten oder doch die ursprünglich geplante Tour weiter fortsetzen sollten. Wir entschieden uns für die zweitere Variante. Also fuhren wir weiter über die Tjörnes Halbinsel. Hier erwartete uns irgendwann dichter Nebel.

In Asbyrgi, einer hufeisenförmigen Schlucht hielten wir nur kurz an und warfen einen Blick darauf. Alles andere hätte bei diesem Wetter keinen Sinn gemacht. Wir setzten unseren Weg weiter zum Dettifoss, dem wasserreichsten Wasserfall Europas, fort. Der Weg führte uns wieder über eine Schotterpiste, die aber völlig im Nebel lag. Schon ein bisschen unheimlich. Trotzdem kamen uns mehrere Autos entgegen. Nach 20 km Schotterpiste kamen wir dann im Regen und Nebel am Parkplatz des Dettifoss an. Unverbesserlich wie wir sind, machten wir uns dann auf den 800 m langen Weg zum Wasserfall. Aber außer uns gab es noch ein paar mehr Bekloppte 😉. Ganz schön frisch war es. Hier war mir meine gefütterte Hose schon fast zu kalt.

Die Landschaft war geprägt von Steinen, über denen mystisch der Nebel lag. Das wirkte alles ein bisschen unwirklich. Die Fotos können das gar nicht wiedergeben. Das war so eine Situation, in der man verstand, wieso die Isländer an Elfen und Trolle glauben.

Nach 800 m hörten wir dann das Rauschen des Wasserfalls und sahen…..NICHTS 😂.

Ich hatte es ja schon geahnt. Den Weg zum Selfoss ersparten wir uns dann. Zurück am Parkplatz machten wir uns dann auf den Rückweg. Insgesamt haben wir dann heute auch wieder 240 km zurückgelegt. Bei der Fahrt ins Tal zu unserem Gästehaus, wo ich gestern das tolle Foto gemacht hatte, sah es heute so aus:

Gegen 20:45 Uhr waren wir dann wieder zurück in der Unterkunft. Gerade noch rechtzeitig, um das Restaurant noch aufzusuchen. Hier kamen wir noch mit anderen Gästen ins Gespräch. 4 h vor unserer Ankunft in Asbyrgi scheint dort noch gutes Wetter gewesen zu sein.

Island – 7. Tag Akureyri – Myvatn

Nach dem Frühstück machten wir uns gegen 10 Uhr auf den Weg. Der Himmel war im Vergleich zum Vortag aufgeklart und die Sonne schaute hin und wieder mal hervor. Dies hielt aber leider nicht lange an und es fing wieder an zu Regnen.

Erster Stopp war dann am Godafoss, wie der Name schon sagt, wieder ein Wasserfall.

An den meisten Stationen heute hätte man meinen können, ganz China ist in Island unterwegs….

Wir hielten uns hier gar nicht lange auf und setzten unseren Weg in Richtung Myvatn fort. Am Südostufer des Sees hielten wir an den Scheinkratern von Skutustadir. Ein kurzer Besuch im Souvenirläden, wo es aber von Chinesen wimmelte. Leider regnete es immer noch. Hier war ein kleinerer und ein größerer Rundgang möglich, wir entschieden uns für den kleineren.

Nach einer kurzen Weiterfahrt kamen wir zum Lavafeld Dimmuburgir. Hier wimmelte es wieder von Reisebussen.

Hier gab es wieder verschiedene Rundwanderwege. Wir entschieden uns für den einstündigen Rundgang. Hier war nicht ganz so viel los, wir auf den kurzen Rundgängen, die 10 oder 20 Minuten dauerten. Richtig Ruhe hätte man aber trotzdem nicht. Also versuchten wir uns an einem weiteren Pfad, der mit „schwieriger Weg, nicht gewartet“ ausgeschildert war. Und siehe da, nun waren wir wieder völlig alleine, kamen direkt an die Lavaberge heran und konnten die Natur genießen. Und diesen Weg als schwer zu bezeichnen, war mal völlig übertrieben. Es war ein ganz normaler Wanderweg, ein bisschen über Stock und Stein. Ausgeschrieben war er mit 1,5 h, ich glaube, wir waren in höchstens 45 Minuten durch.

Wie Ihr seht, kam zwischenzeitlich die Sonne wieder hervor.

Als wir zurück zum Parkplatz kamen, gab es dann noch schöne Ausblicke Richtung Myvatn.

Danach kam die Sonne dann noch richtig zum Vorschein und somit entschieden wir uns kurzerhand ins Myvatn Nature Bath zu gehen. Das Myvatn Nature Bath ist die kleinere Ausgabe der Blauen Lagune und auch ein bisschen billiger. Trotzdem ist man hier auch mit 4300 ISK pro Person dabei. Aber ich glaube, wenn man in Island ist, muss man das wenigstens einmal mal gemacht haben.

Die Außentemperatur schwankte zwischen 13 und 15 Grad, das Wasser hatte so um die 40 Grad. In einem weiteren Becken war es etwas kühler. So ließen wir uns rund zwei Stunden einfach ein bisschen treiben. Ein Geo-Dampfbad gab es auch noch, was sehr gut getan hat. Nach einem netten Plausch mit einer deutschen Familie machten wir uns gegen 18:30 Uhr dann wieder auf den Weg zu unserer Unterkunft.

Auf dem Weg dorthin habe ich dann noch dieses Foto eingefangen, als wir das Tal hinunterfuhren und das Licht gerade herrlich einfiel.

Bald darauf kamen wir dann auch schon bei unserer Unterkunft für die nächsten 3 Nächte an: Das Gästehaus Brekka liegt im Tal Adaldalur.

Wir befinden uns hier schon auf halbem Weg nach Husavik. Das Haus machte sofort einen guten Eindruck und die Angestellte an der Rezeption war sehr zuvorkommend. Kaffee und Tee steht kostenlos zur Verfügung. Wir blieben dann auch gleich im Restaurant zum Essen. Hier kamen wir zuerst mit einem Deutschen ins Gespräch, der nach Australien ausgewandert ist. Nach Island hatte er eine 50stündige Anreise. Oh mein Gott. Danach hatten wir noch ein nettes Gespräch mit einem älteren deutschen Ehepaar, das auf der Ringstraße unterwegs ist. Ich gönnte mir noch ein Eis und dann suchten wir unser Zimmer auf. Und stellten fest, dass wir dieses Mal ein eigenes Badezimmer haben. Wunderbar.

Island – 6. Tag Kerlingarfjöll – Akureyri

Hatte ich nicht gestern geschrieben, Island ist toll? Heute haben wir erlebt, wie es auch sein kann. Beim Aufwachen schüttete es wie aus Eimern und es stürmte, wie ich es selten erlebt habe. War ich froh, dass ich mich nicht aufs Zelten eingelassen hatte. Aus dem Fenster sahen wir die Camper, die alle eiligst Ihre Zelte abbauten. Man konnte meinen, dass die Zelte gleich wegfliegen. Alle hatten Ihre Mühe. Mir wurde die Kapuze sofort vom Kopf geweht. Zum Glück sind wir gestern in Kerlingarfjöll angekommen und nicht heute, sonst wäre aus der tollen Wanderung wohl nichts geworden. Und dann schwangen sich doch wirklich Leute auf ihr Fahrrad und fuhren weiter. Ich wäre bei diesem Wind keinen Meter vorwärts gekommen.

Wir nahmen erst mal unser Frühstück ein, was doch recht reichhaltig und lecker war. Irgendwann setzte sich noch eine Belgierin mit an unseren Tisch und so kamen wir ins Gespräch. Sie ist alleine mit dem Zelt unterwegs. Nach Kerlingarfjöll ist sie mit dem Bus gekommen. Vorher hat sie aber schon einige mehrtägige Wanderungen mit Zelt hinter sich gebracht. Respekt. Ich würde mich sowas alleine nicht trauen. Aufgrund des netten Gesprächs wurde es dann wieder 10:00 Uhr bis wir loskamen.

Es lagen ca. 320 km vor uns, von denen es aber nicht allzu viel zu berichten gibt. Unser Weg führte uns weiter über die Kjölurpiste durch endlose Lavafelder. Es regnete und regnete, deshalb ließen wir den Zwischenstopp in Hveravellir mit dem Naturbad ausfallen. Die Wolken hingen ebenso sehr tief, was der Landschaft zwar teilweise etwas Mystisches verlieh, aber viel zu sehen gab es eigentlich nicht. Ein Auto ohne 4×4 kam uns entgegen, was auf den F-Strecken eigentlich verboten ist. Die trauen sich was.

Nachdem wir dann nach ca. 2 h die Kjölur passiert hatten, machten wir einen Abstecher nach Glaumbaer zu den bekannten Torfhäusern.

Vor Ort gab es ein kleines Café, welches wir aber nicht besuchten. Es regnete immer noch, der Eintritt kostete 1200 ISK pro Person, aber es war ganz interessant zu sehen, wie die Leute hier früher gelebt haben.

Am interessantesten fand ich die Schlafräume. Hier das Zimmer das Bauern und seiner Frau.

In diesem Raum standen sechs Betten, wobei meistens in einem Bett zwei Personen schliefen. Jeder hatte über dem Bett einen kleinen Kasten mit seinen persönlichen Dingen. Und auf dem Bett war tagsüber dann auch der Arbeitsplatz der jeweiligen Person. Eine Menge Leute auf so kleinem Raum.

Hier schliefen meistens die Kinder, man beachte das Bett unter dem Dach.

Im Museum waren weitere Haushaltsgegenstände ausgestellt. Anschließend liefen wir noch eine Runde um die Häuser herum…..

…bevor wir unsere Fahrt nach Akureyri fortsetzten. Unterwegs sah es teilweise so aus:

Gegen 16 Uhr kamen wir dann an unserem Gästehaus Skjaldarvik an. Es liegt ca. 8 km vor Akureyri und ist schön am Fjord gelegen. Hier kann man zum Beispiel Pony reiten oder eine Buggy Tour buchen, beides war bei dem Wetter aber wohl eher keine Option. Wir bekamen die Unterkunft gezeigt.

Unser Zimmer:

Der Frühstücksraum und abends Restaurant:

Desweiteren gibt es einen Aufenthaltsraum. Hier hatten es auch schon mehrere Leute gemütlich gemacht. Da Kaffee und Tee kostenlos ist, haben wir dann auch erst mal rund 2 h gemütlich gemacht. Frankfurter Würste und Goudakäse wurden verspeist.

Danach haben wir uns dann doch nochmal den ca. 8 km langen Weg nach Akureyri gemacht. Ich habe zum ersten Mal das Auto gefahren.

Über Akureyri gibt es aber nicht viel zu berichten. Es gibt einen kleinen Hafen und eine Kirche.

Wir besuchten ein paar Shops und Björn hat sich dann doch noch einen Pullover aus Islandwolle gekauft. Hier waren viele Pullover heruntergesetzt, so dass ich auch versucht war einen zu kaufen. Leider war mir XS aber immer noch zu groß. Ein paar Trolle liefen uns auch wieder über den Weg.

Dann tranken wir in einem Buchladen noch einen Kaffee und gingen dann in einem Hostel noch essen und dieses Mal waren es dann endlich mal gemäßigte Preise, die nicht den Geldbeutel sprengten. Und das sogar mitten auf der Einkaufsstraße.

Zufällig fand heute in Akureyri noch Livemusik statt. Es traten mehrere isländische Künstler auf uns wir lauschten noch ein bisschen der Musik.

Da wir die umstehenden Leute nach den Namen der Sänger fragten, kamen wir dann noch mit einem etwas älteren Isländer ins Gespräch und hielten noch einen netten Plausch.

Auf der Rückfahrt hielten wir nach Nordlichtern Ausschau, die die letzten Tage immer wieder an verschiedenen Stellen Islands zu sehen waren, bisher hatten wir aber kein Glück, weil wir immer an anderen Orten waren. Aber vielleicht klappt es ja noch in den nächsten Tagen…..