Kambodscha – 15. Tag Banlung (Dschungel)

Um 7:30 Uhr wurde nach einer unruhigen Nacht aufgestanden. Die Guides hatten das Frühstück schon zubereitet. Es gab Entenei-Omelette mit Tomaten und Zwiebeln und wieder Reis. Der Guide erklärte uns, dass Hühnereier zu schnell kaputt gehen. Hat alles in allem gut geschmeckt.

Unsere verschwitzten Klamotten waren immer noch genauso nass wie am Vorabend. Trocknen war bei der Luftfeuchtigkeit nicht möglich. Gegen 10 Uhr machten wir uns dann wieder auf den Weg und ich war eigentlich ziemlich groggy. Der Weg führte dann auch gleich mal steil bergauf und der Guide legte ganz schön Tempo vor. Es dauerte keine 10 Minuten und mein Tshirt war wieder klatschnass. Ich war außer Atem, mir war schwindlig und ich wusste nicht, wie ich heute 6-7 h Marsch durchhalten soll. Mein Schatz hat mir doch dann wirklich mein Gepäck abgenommen und hat dann zwei Rucksäcke und zwei Hängematten den Berg hochgeschleppt. Ich glaube, anders hätte ich es nicht geschafft. Mein ewiger Dank sei ihm sicher. Leider hat er sich dabei dann aber irgendwann an einem Ast, der runtergeknallt ist, die Hand verletzt. Der Weg führte immer weiter bergauf und ich habe echt noch nie in meinem Leben so geschwitzt wie da. Endlich kamen wir oben an und ich übernahm mein Gepäck wieder. Jetzt ging es erst mal auf flachen Wegen weiter. Mal gab es richtige schmale Wege, mal musste der Weg mit Machete freigeschlagen werden, es ging durch dichtes Gestrüpp, Bäume versperrten den Weg etc. Jetzt war es so, wie man sich Dschungel vorstellt und immer ging es bergauf und bergab. Der einheimische Guide hatte uns allen inzwischen ruckizucki Wanderstöcke zurechtgezimmert und die waren echt hilfreich. 

Wir hatten noch eine halbe Stunde bis zur Mittagspause, als auf einmal Regen aufzog. Genauso schnell, wie der Regen kam, hatten unsere Guides einen Unterstand gezimmert, der gerade rechtzeitig fertig wurde und so blieben wir vorerst im Trockenen. Wir zogen das Mittagessen vor, es gab natürchlich wieder Reis, dieses Mal mit Gemüse. Rund um uns herum schüttete es und  überall sammelte sich das Wasser und der Weg war jetzt eine schöne Matschgrube. Aber es half ja alles nichts, wir mussten weiter. Nach ca. 30 Minuten war der Regen vorbei und wir machten uns auf den Weg. Überall waren jetzt Pfützen und Matsch. Und es kam noch schlimmer, der nächste Monsunregen war im Anmarsch und bis Kamera und anderer Krempel wasserdicht verpackt war, waren wir auch schon nass, bevor die Regenjacke rausgekramt war. Die hätte aber wahrscheinlich eh nicht viel geholfen. Es dauerte keine 5 Minuten, bis wir pitschepatsche nass waren. Es kübelte wie aus Eimern. Das Tshirt war ja vorher vom Schwitzen schon klatschnass, jetzt klebte es so richtig, die Hose klebte an den Beinen, die Haare trieften und die Goretex-Schuhe machten das auch höchstens eine halbe Stunde mit und waren dann völlig durchweicht. Wär ja alles nicht so schlimm, wenn man nicht eh schon erkältet wäre oder wenn man wüsste, man kommt heim, kann sich unter die heiße Dusche stellen, Haare föhnen und sich ins warme Bett legen. Aber wir hatten ja noch eine Nacht in Hängematte vor uns, mit dem Wissen, keine Ersatzhose und Schuhe zu haben und, dass diese am nächsten morgen noch genauso nass sein werden, wie jetzt. Tolle Aussichten. Spätestens jetzt habe ich es gehasst. 

Irgendwann hörte es wieder auf, alles klebte und wir kämpften uns weiter durch nasses Gestrüpp, überschwemmte Bäche etc. Aber das war ja jetzt eh egal, es war ja eh alles nass. Und alles wimmelte wieder von Blutegeln. Ein weiterer hat mich erwischt, bestimmt zehn weitere hab ich noch rechtzeitig gesehen, aber dann war das gar nicht so einfach sie loszuwerden. Ein einfaches Fingerschnicken hat nicht gereicht. Am besten klappte es mit einem Blatt, um damit den Egel zu packen und abzuziehen.

Gegen 17:00 Uhr kamen wir dann an unserem Ziel an. Ein einheimisches Dorf. Wenn es irgendwie gegangen wäre, hätte ich das ganze am liebsten hier abgebrochen, aber das ging ja nicht. Wir durften in der Scheune der Familie übernachten, die etwas abgelegen war, die dafür aber erst noch hergerichtet werden musste. Immerhin war es hier etwas wärmer und trocken. So richteten wir uns zwischen dem Getreide ein und zogen vor allem erst mal die nassen Klamotten aus. Leider war das meiste im Rucksack auch nass geworden, so dass ich nur noch ein trockenes Hemd vorfand. Da die Unterhosen auch nass waren, blieb mir nur die Badehose. War wahrscheinlich ein lustiges Bild: Outdoorhemd, Badehose und Handtuch im die Hüfte. 

Die Guides brachten uns erst mal warmen Tee oder Kaffee und gingen dann in die andere Hütte, um unser Essen zu kochen. In der Zwischenzeit kam eine Einheimische zu uns in die Hütte und eine Art Räucherstäbchen und brabbelte irgendwelche Worte vor sich hin. Der Guide erklärte später, dass es so eine Art Segnung oder Danksagung für die Reisernte war.

Für unser Licht sorgte eine Autobatterie, an die eine Lampe angeschlossen war. Hierüber hat ein Einheimischer irgendwann dann auch noch sein Handy geladen, was ziemlich gefährlich aussah.

Ich wäre ja gerne mal in die Hütte zu den Einheimischen gegangen, aber in meiner Badehose hätte das wohl doch ein komisches Bild abgegeben.

Zum Essen gab es dann wieder Reis mit Enten-Rührei. Schließlich hängten die Guides die Hängematten auf, unter dem Fußboden war noch ein Huhn beheimatet. 

Hier die Hängematten der Guides:


Hier war es auf jeden Fall problemloser, die Hängematte zu verlassen und das Gepäck griffbereit zu haben. Im Dschungel mussten wir ja alles hoch hängen und beim Verlassen der Hängematte war die Tiergefahr ja doch höher.

Wir gingen dann schlafen, aber das war die gleiche Prozedur wie die Nacht davor. Meine Sachen waren nass, also hatte ich nur die Badehose und das Hemd. Das Schlafsackinlett musste dann als notdürftige Decke herhalten, was aber nachts doch kalt war. Eingeschlafen bin ich, aber wieder war nach dem wach werden in der Nacht an Schlaf nicht mehr zu denken. 

Kambodscha – 14. Tag Banlung (Dschungel)

So, heute ging es dann wirklich zum Dschungeltrekking. Der Part unserer Reise, vor dem mir schon länger etwas Bange war. Und wie es der Teufel so will, hat mich wirklich ne Erkältung erwischt. Ausgerechnet jetzt. 

Ok, also packten wir u. a. folgendes Gepäck:

– Rucksack

– Schlafsackinlett

– Stirnlampe

– Erste-Hilfe-Set

– Toilettenpapier

– Handtuch

– Bikini

– Regenjacke

– Flip-Flops

– Kamera

– Sonnenbrille

– Trekkingschuhe

– Mückenspray

– Sonnencreme

– Mütze

– Mückenschutzkleidung (Hose und Hemd)

– Kleidung zum Schlafen

Wasser und Hängematte bekamen wir vom Anbieter zur Verfügung gestellt. Unsere Wertsachen, die wir nicht mitnehmen wollten, konnten wir an der Rezeption im Hotel abgeben.

Um 8:30 Uhr sollte es los gehen und um 8:15 Uhr sollten wir vor Ort sein. Und wer war nicht da und ist erst um 8:30 Uhr erschienen? Unsere Chinesin. Und wie sollte es auch anders sein, sie hatte auch keinen Rucksack dabei. Also musste dieser auch erst noch vom Anbieter vorbereitet werden, ein paar Schuhe haben sich dann auch noch für sie gefunden. Danach fuhren wir auf den Markt, Wasser und Verpflegung einkaufen. Und die Chinesin brauchte ja noch Hose, Regencape und Stirnlampe, was uns nochmal 20 Minuten Zeit gekostet hat.

Also ging es dann endlich los. Zuerst stand ca. 1 h Autofahren an. Der Weg führte uns über rote Sandpisten und ab und zu mal mit Streigung und Gefälle ca. 50 km nach Veun Sai. Dort stiegen wir dann in ein Motorboot um. Jeder bekam eine Rettungsweste und dann konnte die Dschungeltour losgehen. Wir fuhren ca. 30 Minuten mit dem Boot über den Tonle San und einen Seitenarm. Die Ufervegetation erweckte ein bisschen Amazonasfeeling bei uns. Schließlich legten wir dann an einem indigenen Dorf an und dort erwartete uns der einheimische Führer. Dieser sprach leider nur Khmer. Hier waren wir wirklich wieder abseits der Zivilisation. Leider war aber auch wieder alles ziemlich verdreckt und runtergekommen. Ein paar Schweine liefen in der Gegend rum und die Einheimischen beäugten uns teilweise neugierig. 


Und dann konnte es wirklich losgehen. Das Gepäck wurde geschultert und wir liefen los. Zuerst hatte die Landschaft noch nicht so viel mit Dschungel zu tun, sondern war eher weitläufig und nicht viel bewachsen.


 Aber je weiter wir liefen, desto mehr nahm die Bewaldung zu. Nach ca. 2 h Marsch machten wir dann Rast und nahmen unser Mittagessen ein, gebratener Reis mit Rindfleisch. Der Reis war sehr lecker, das Rindfleisch war nicht ganz mein Fall. War aber nicht so schlimm, dass ich es übrig gelassen habe, da unser Guide die Reste für die Kinder im Dorf mitgenommen hat.


So ging es dann schließlich weiter. Die Vegetation wurde immer dichter und wir mussten öfters mal Bäche auf Steinen überqueren oder über umgelegte Baumstämme balancieren. Baumstämme versperrten und des Öfteren auch mal den Weg, so dass wir diese übersteigen mussten. Oder Äste hingen in den Weg, die wir des Öfteren mal übersehen haben, weil wir die ganze Zeit auf den Boden gestarrt haben. Da hat es an der Birne öfters mal rumms gemacht. Die Ameisenstraße in unserem Bett war gar nichts gegen die Ameisenstraßen, die wir hier zu sehen bekamen. Es war so heiß und die Luftfeuchtigkeit so hoch, dass unsere Klamotten komplett durchgeschwitzt waren. Ich habe noch nie in meinem Leben so geschwitzt, noch nicht mal in der Sauna. Unterwegs schlugen die Guides mit der Machete einen Stück von einer Pflanze ab (weiß den Namen nicht) und aus der Pflanze tropfte Wasser. Wir hielten unseren Kopf darunter und verköstigten es. Dies ist eine Möglichkeit, um im Dschungel an Wasser zu kommen. Wir machten nochmal Rast an einem Bachlauf….


…sahen unterwegs viele Schmetterlinge in allen möglichen Farben und nach ca. 4 h erreichten wir unseren Rastplatz für die Nacht. 


Dieser befand sich nahe eines Wasserfalls. 


Unsere Guides entfachten sofort ein kleines Feuerchen, über dem Wasser gekocht wurde, so dass wir dann heißen Kaffee oder Tee gereicht bekamen. 


Den Tee- bzw. Kaffeebecher haben die Guides aus einem Stück Bambus gefertigt. Den hebe ich als Andenken auf. 


Wir zogen erst mal frische Hemden an, da die anderen einfach komplett durchgeschwitzt waren und packten im tiefsten Dschungel die 05er-Fahne aus 😉.

Die Moskitos ließen auch nicht lange auf sich warten. Und schließlich entdeckte Björn zwei Blutegel an sich und fand dieses Schauspiel nicht so lustig. Ich war froh, dass ich keine abbekommen hatte, bis sich kurz später meine Hose am Knie auch rot einfärbte. 


Wenn es blutet, ist der Egel schon längst wieder abgefallen. Heißt, man bekommt davon meistens gar nichts mit. Tut nicht weh, man merkt nichts, aber es blutet halt und hat so schnell nicht mehr aufgehört. Zum Glück hatte ich vor dem Urlaub noch Wunddesinfektion gekauft. So hatten wir dann irgendwann blutverschmierte Hosen und Socken und natürlich keinen Ersatz dabei.

Schließlich wurde dann unsere 5-Sterne-Luxus-Suite für die Nacht eingerichtet 😉.


Danach wurde dann Abendessen gekocht. Dieses Mal gab es Reis mit Schweinefleisch und nochmal wurde Tee oder Kaffee gereicht und wir kämpften immer noch gegen die Blutegel. Und rund um unsere Essensstelle wimmelte es irgendwann von Ameisen.

Dann gab es Abendessen, im Kessel über dem Feuer gekocht, dieses Mal Reis mit Schweinefleisch.

Die Dunkelheit war inzwischen hereingebrochen. Ich war durch die Erkältung ganz schön kaputt, trotzdem machten wir uns dann nochmal 40 Minuten auf den Weg und liefen nun mit den Stirnlampen ausgestattet im Dunkeln durch den Dschungel. Zuerst ging es ziemlich steil den Berg hinauf und insgesamt war es schon ein bisschen unheimlich. Schnell war das frische Hemd wieder verschwitzt. Unser Guide hatte uns noch darauf aufmerksam gemacht, dass wir auf die großen schwarzen Ameisen achten sollen, da deren Biß wohl ziemlich schmerzhaft ist. Diese begegneten uns ziemlich häufig und feste auftrampeln war dann das Motto, damit sie ggf. abgeschüttelt wurden. Irgendwann machte uns unser Führer auf ein Tier aufmerksam und wir dachten zuerst, dass es eine kleine Schlange ist; der Guide konnte ja kein Englisch. Zurück im Camp sagte unser englischer Guide, der zurückgeblieben war, dass es wohl doch nur ein großer Wurm war.

So begaben wir uns dann relativ bald, auch wenn es noch recht früh war, in unsere Hängematten und ich dachte, ich traue meinen Augen nicht, als die Chinesin ihren Laptop auspackte und Videos vom Tage anschaute. Naja, jedem das seine. 

Der Toilettengang hatte natürlich im Wald stattzufinden und möglichst nicht allzu nah am Camp.

Zu Trinken gab es ab sofort abgekochtes Wasser aus dem Bach, was nicht wirklich lecker war. Hat stark nach Rauch und Erde geschmeckt und es hing und irgendwann zum Hals raus.

Ich fand die Hängematte nicht sonderlich bequem. In meinem Merino-Longsleeve war es definitiv zu heiß, so dass ich zum Tshirt wechselte. Als Kopfkissen benutzte ich meine Daunenjacke. Eine gescheite Schlafposition fand ich nicht: Ausgestreckt, zusammengerollt, oben, unten, Seite, Rücken, nichts war perfekt. Und bei jeder Bewegung fing die Hängematte natürlich an zu schaukeln und hörte minutenlang nicht auf. Und die Zikaden heulten laut wie Sirenen, die ganze Nacht über. Trotzdem scheine ich irgendwann eingeschlafen zu sein. Irgendwann in der Nacht wurde ich wach und es war ganz schön kalt. Also doch Merino-Longsleeve angezogen und auch bald noch die Daunenjacke hinterher.Das Schlafsackinlett, mit dem ich mich vorher noch zugedeckt hatte, benutzte ich jetzt als Kopfkissen. Aber an Schlaf war irgendwie nicht mehr zu denken. 

Kambodscha – 13. Tag Kratie -Banlung

Um 7 Uhr nahmen wir unser Frühstück ein, was hier im Le Tonle separat bezahlt werden muss.

Ok, und dann die nächste Story zum Straßenverkehr in Kambodscha. Heute führte uns unser Weg mit dem Minibus von Kratie nach Banlung. Um 8 Uhr wurden wir abgeholt und fragten uns schon, wie unser Gepäck in diesem Bus untergebracht werden soll. Es ging. Wir nahmen Platz, drei weitere Leute saßen schon im Bus. Wir fuhren durch die Stadt und luden immer weitere Leute ein. Bei einem Stop wurden auf einmal alle umgesetzt, die vorderste Bank wurde mit einer Decke abgedeckt und draußen sahen wir im ersten Moment nur jemanden mit einer Kordel stehen. Und wir dachten schon, was steigt denn jetzt ein? Eine Kuh? Ein Schwein? Ok, es war dann schließlich doch nur ein Moped. Damit war die vorderste Bank dann schon belegt und alle anderen Plätze aus unserer Sicht auch, so dass wir die Rucksäcke auf den Schoß nehmen mussten (für meinen hab ich zum Glück noch ein Plätzchen im Gang gefunden). Tja und was soll ich sagen? Das Einsammeln ging trotzdem fleißig weiter. Ein Passagier nahm links neben dem Fahrer Platz, eine weitere Passagierin wurde mit Baby auf einen Kinder-Plastikstuhl, der im Gang platziert wurde, verfrachtet. Und das weitere Gepäck ungesichert vorne aufs Moped. Zum Glück mussten wir keine Vollbremsung machen. Und Anschnallen war ja sowieso nicht möglich.


Nach rund 1 h Einsammeln und 2 h Fahrt machten wir einen Zwischenstopp in Stung Treng, wo ein Toilettengang möglich war. 


Weitere 2 h Fahrt und wir waren in Banlung, wo dieses Mal keine Abholung bereit stand. Zwei Mopedfahrer wollten uns ins Hotel fahren. Haben die doch glatt unsere riesen Koffer hinter ihren Rücken geladen und wollten, dass wir hintendran Platz nehmen. Da haben wir uns geweigert und auf ein Tuk-Tuk bestanden. Dieses hat uns dann zur Tree Top Lodge, unser Hotel, gefahren, wo wir von den Angestellten aufgrund unseres großen Gepäcks ausgelacht wurden (zu recht). Die armen mussten dann die schweren Koffer zur Hütte schleppen.


 Dort angekommen wollten wir uns ein bisschen ausruhen. Zuerst tat ich dies auf der Hängematte auf der Veranda, wechselte dann aber doch ins Bett, ….


…bis wir feststellten, dass eine Ameisenstraße 🐜 🐜 🐜 🐜 🐜 🐜 🐜 🐜 🐜 🐜 🐜 🐜 🐜  durch unser Bett verläuft. Am Fuß war ich schon ein paar Mal gezwickt worden. Also sagten wir an der Rezeption Bescheid, die dann das Zimmer nochmal säuberten. Wir nahmen in der Zwischenzeit an der Bar Platz und ich trank einen Tee. Irgendwie scheine ich mir blöderweise einen Tag vor dem Dschungeltrekking eine Erkältung zugezogen zu haben. 

Um 17 Uhr begaben wir uns zu Dutch Co. unserem Anbieter für das Dschungeltrekking und besprachen die Details. Anwesend war auch noch eine Chinesin, eine weitere Teilnehmerin des Trekkings, welche aber nicht besonders gut vorbereitet schien. Nur Flip Flops im Gepäck, keine Stirnlampe, keine gescheite Hose, kein Rucksack, also eigentlich so gut wie gar nichts. Außerdem kam dann noch die Frage, ob es im Dschungel Internet gibt. Äääh? Geht man nicht vielleicht auch in den Dschungel, um mal abseits der Zivilisation zu sein?

Wir besprachen, was wir mitnehmen müssen, Wasser, Kaffee und Tee gibt es gestellt. Ebenso die Hängematte, die wir aber selbst tragen müssen, ebenso wie das Wasser. Ich befürchtete ja schon für 3 Tage Wasser schleppen zu müssen. Aber laut Guide ist eine Flasche ausreichend, da wir später Wasser abkochen.

Danach gingen wir dann zum Abendessen und orderten für 21 Uhr nochmal eine Massage für 10 $. Die hat dann auch sehr gut getan und ich fiel hinterher ins Bett. Hier im Zimmer fühlte man sich fast wie in freier Natur, so laut hörte man die Umgebung. Die Zikaden waren die ganze Nacht hindurch zu hören. Einen Gast hatten wir auch noch im Zimmer, einen riesigen Gecko. So einen großen hatte ich bisher noch nicht gesehen.

Kambodscha – 12. Tag Kratie

Heute gab es wieder mehr Programm. Um 7:30 Uhr wurden wir von unserem heutigen Guide am Gästehaus abgeholt. Zuerst ging es mit dem Tuk-Tuk zur Fährstation und wir setzten über nach Koh Trong, eine Insel im Mekong. 


Hier war eine Fahrradtour über die Insel, die 7 km lang und 2 km breit ist. Dieses Mal bekamen wir keine Mountainbikes, sondern diese hochmodernen Fahrräder (Leihgebühr 1 $) 😉:


Wir probierten die Bremsen aus, die mehr schlecht als recht funktionierten und dann ging es los.

Hier waren wir wieder mitten im Landleben und konnten den Einheimischen bei der Feldarbeit zuschauen. Zuerst machten wir an einem Reisfeld halt, wo die Bauern gerade bei der Arbeit waren.



Wir fuhren um die Insel und unser Guide vermittelte uns viel Wissen über die Pflanzen und Früchte am Wegesrand. Wir sahen Jackfruits, Mangos, Bananen und vieles mehr. 


Wir machten noch Stop an einem einheimischen Stelzenhaus, wo gerade eine Mutter mit zwei Töchtern Fisch ausnahm.


Ansonsten genossen wir einfach die Natur und die Ruhe hier auf der Insel. Überall wuchsen auch schöne Blumen.


Manchmal winkten uns wieder ein paar Kinder zu. Allerdings war es auch wieder ziemlich matschig, was mit Mountainbike schon schwer war, so dass es sich mit den heutigen Drahteseln noch schwieriger gestaltete. Wir kamen noch an einem Homestay vorbei und schauten und am Ende noch eine Pagode an, die aber ziemlich runtergekommen ist. Dann waren wir wieder an der Fährstation. Hier befindet sich sogar eine Schule. Für die weiterführende Schule muss aber mit der Fähre übergesetzt werden, was wir jetzt auch taten. Gegen 10:45 Uhr waren wir zurück am Gästehaus und hatten bis 13 Uhr Zeit zum Ausruhen. Meine Empfehlung: Einen Besuch auf Koh Trong sollte niemand auslassen, der Kratie besucht.

Um 13 Uhr ging es dann mit Guide zum Phnom Sombok, ein kleiner Hügel, auf dem sich ein Wat mit aktiver Gemeinde befindet. 


Und kam hier alles ein bisschen runtergekommen vor und der lt. Lonely Planet schöne Blick auf den Mekong war eher durch Bäume versperrt. Den Ausflug hierher fand ich nicht ganz so lohnend.

Aber weiter ging es zu den Irrawaddy-Delphinen. Diese Leben in nur noch kleiner Anzahl im Mekong (ca. 85). Sie haben eher einen runden Kopf und nicht so ein spitzes Maul wie die gewöhnlichen Delphine.

Unser ursprünglicher Plan mit den Kajaks dorthin zu fahren konnte leider nicht umgesetzt werden, da die Touren erst ab November stattfinden, momentan ist es noch zu gefährlich. Also fuhren wir mit dem Motorboot. In dem Gebiet, dass wir besuchten leben ca. 25 Delphine. Als wir ankamen waren schon weitere Boote anwesend. Der Motor wurde ausgestellt und schon bald bekamen wir Delphine zu Gesicht. Da diese aber nicht wie andere Delphine aus dem Wasser springen, war meistens nur in ca. 50 m Entfernung eine Schwanzflosse oder mal kurz der Körper zu sehen. Deshalb gibt es auch keine Fotos, das war einfach mit dem Handy nicht möglich. Einmal tauchte noch ein Delphin etwas näher auf, aber dann ging es nach einer Stunde auch schon wieder zurück.


Auf der Rückfahrt mit dem Tuk-Tuk kamen wir dann noch an diesem Essensstand vorbei, an dem unser Tuk-Tuk-Fahrer zugriff…


… hier wurde übrigens grade Hund gegrillt. 

Später liefen wir nochmal zum Fähranleger und suchten das Café „Red Sun Falling“ eine Empfehlung aus dem Lonely Planet. Björn hatte einen Kaffee, einen Khmer Tee und einen Orangensaft und ich habe, nachdem der Avocado Milchshake so lecker war, mir gleich noch einen mit Kaffee-Kokosnuss hinterher bestellt. Beide kann ich sehr empfehlen. Und die Preise waren auch echt niedrig. Der Tee hat z. B. 0,50 $ gekostet. Auf dem Rückweg kauften wir noch neues Wasser und nahmen wieder im Restaurant im Le Tonle Platz. Ich hatte gebratenen Ingwer mit Hühnchen und Reis. Leider ist niemand von unserer netten Gesellschaft vom Vorabend mehr aufgetaucht, so dass wir Koffer packten und dann mal um 22 Uhr im Bett lagen.

    Kambodscha – 11. Tag Siem Reap – Kratie

    Zu heute gibt es eigentlich gar nicht so viel zu erzählen. Vor zwei Tagen hatten wir unsere geplante Busfahrt in eine Taxifahrt abgeändert, was grundsätzlich glaube ich eine gute Idee war. Dieses holte uns pünktlich um 8:30 Uhr ab. 

    Tja und dann ging die wilde Fahrt los. Ich sage Euch, für eine Taxifahrt in Kambodscha braucht man gute Nerven. Vollgas, ständig Lichthupe und Hupe bei jedem Überholvorgang und dann sah das teilweise so aus: Rechts Moped, links daneben ein überholendes Tuk-Tuk, Gegenverkehr und wir mit Vollspeed zwischen Tuk-Tuk und Gegenverkehr durch; oder trotz Gegenverkehr mal fünf Fahrzeuge überholt; oder es lag eine Kuh auf der Straße und wir mit vollem Tempo 20 cm am Hintern vorbei. Ich vergaß noch zu erwähnen, dass der Fahrer dabei die ganze Zeit mit 3 Handies rumspielte. Ich hab irgendwann einfach nicht mehr hingeschaut und hab Blog geschrieben. Unterwegs baten wir nochmal um einen kurzen Stop, um am Straßenrand nochmal Sticky Rice in Bamboo zu essen.

    In Kampong Cham mussten wir mit der Fähre übersetzen und hier gab es dann auch noch eine kurze Story: Bevor es los ging wollte ich nochmal auf die Toilette und unser Fahrer schickte mich zu einer einheimischen Familie und er wollte an der Straße auf mich warten. Ich kam zurück und niemand war da. Und dann sah ich die Fähre schon fast ablegen. Also bin ich schnell hingespurtet. Es wäre übertrieben, wenn ich jetzt schreiben würde, ich wäre auf die fahrende Fähre aufgesprungen, aber kaum hatte ich einen Fuß darauf gesetzt, fuhr sie auch schon los.

    Gut, nach 5 h kamen wir dann in Kratie in unserem Gästehouse Le Tonle an.



    Der Standard hier war niedriger als in unserem anderen Hotels, aber das war uns ja vorher bewusst; unter anderem hatten wir Etagendusche und WC und leider auch Besuch von einigen Kakerlaken. Aber damit muss man in solchen Ländern wohl rechnen. Ansonsten war das Zimmer aber schön und wir durften das erste Mal unter einem Moskitonetz schlafen, was hier auch nötig war. Hier am Mekong gab es doch ein paar mehr Mücken und es hat uns einige Male erwischt.

    Wir ruhten uns noch ein bisschen aus und machten bei Sonnenuntergang einen Spaziergang an der Promenade am Mekong. 






    Danach gingen wir in unser Gästehaus zum Essen. Im Le Tonle werden benachteiligte Jugendliche für den Tourismus ausgebildet, d. h. sie bekommen Englischunterricht, lernen kochen und alles was noch zu einem Hotelbetrieb dazu gehört. Da alle noch am lernen sind, darf man natürlich keinen europäischen Standard an den Service und das Essen anlegen. Alle waren sehr freundlich.

    Ich hatte an diesem Abend Pomelo Salat mit Kokosnuss und Beef mit Pommes. Dann habe ich noch einen Cocktail bestellt und da Happy Hour war, habe ich noch einen zweiten kostenlosen erhalten.

    Und dann kam auf einmal ein heftiger Monsunregen auf, wodurch der Abend aber sehr lustig wurde. Aufgrund des Regens wurden wir von unserem Einzeltisch, der im Regen stand, an einen großen Tisch gesetzt, an dem schon mehrere Personen saßen. Wir sind davon ausgegangen, dass es sich um andere Reisende handelt. Irgendwie kamen wir dann alle ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass es fast alles Angestellte des Gästehauses waren. Zwei Australierinnen, die dort Englischunterricht geben, ein Franzose, dann noch einer der Jugendlichen, der eine Ausbildung erhält und ein Schweizer Tourist. Das war dann einfach eine nette Runde, in der sich über alles mögliche unterhalten wurde. Gegen 0 Uhr löste sich die Runde dann auf und wir gingen ins Bett.

    Kambodscha – 10. Tag Siem Reap

    Heute war Action angesagt. Zuerst stand ein Microlight Flug auf dem Programn. Dafür wurden wir um 7:30 Uhr am Hotel abgeholt und zum Flugplatz gefahren. Dort wurden wir von einem netten, älteren Anerikaner  namens Eddie in Empfang genommen und dann ging es für mich auch gleich schon los. Ballast und Handy durften nicht mitgenommen werden, deshalb gibt es vorerst keine Fotos aus der Luft. Kamera durfte nur mitgenommen werden, wenn sie einen Halsriemen hat. Personen, die mehr als 110 kg wiegen, können nicht mitfliegen. 

    Ich nahm dann auf dem hinteren Sitz Platz, bekam einen Helm mit Kopfhörer und Mikrofon, der Vordersitz wurde zurückgeklappt, was ziemlich beengend war und dann ging es auch schon los auf die Startbahn.

    So ein Microlight Flieger sieht aus wie ein Flugdrache, nur dass man darin sitzt und er motorisiert ist und einen Propeller hat und ansonsten ist er offen. Das war schon ein merkwürdiges Gefühl beim Fliegen mal nichts um sich rum zu haben.


    Mit viel Speed ging es dann über die Startbahn und ab in die Luft und schnell erreichten wir doch eine beträchtliche Höhe, lt. Pilot ca. 200m. Das war schon ein kleiner Adrenalinschub und ich habe überlegt, ob Fallschirmspringen vielleicht doch mal eine Option wäre. Das hatte was, so frei in der Luft zu fliegen, auch wenn man vielleicht nicht drüber nachdenken sollte, in was für einem kleinen Ding man eigentlich gerade sitzt.

    Wir nahmen Kurs Richtung Tonle Sap und ich stellte fest, dass der Flug doch nicht, wie vom Reiseveranstalter angekündigt,  zu den Tempeln geht. Der Pilot klärte mich auf, dass dazu der 30minütige Flug nötig ist, unser Reiseveranstalter hat 20 Minuten gebucht. Naja, egal, es war trotzdem ein klasse Erlebnis. 

    Hier oben blies der Wind doch sehr heftig und ich konnte das Handyverbot verstehen, das wäre einem bei diesem Wind relativ schnell aus der Hand geflogen und es hätte die Gefahr bestanden, dass es dann im Propeller landet. Wir flogen über Reisfelder zum Tonle Sap, sahen das Dorf Kampong Khleang mit den Stelzenbauten von oben, kamen an einem Bergtempel vorbei und dann ging es langsam auch schon wieder zurück. Sanft landeten wir wir auf dem Grün und ich wurde von meinem Schatz empfangen. Jetzt war er dran mit der gleichen Tour.

    Es ging erst mal zurück ins Hotel, wo wir rund 3 h Zeit bis zum nächsten Event hatten. Diese nutzten wir, um erst mal das frische Nass des Pools zu genießen und ruhten uns dort noch ein bisschen aus, lesen und ein Nickerchen. Die kleine Auszeit hat mal ganz gut getan.

    Aber um 12:30 wurden wir dann auch schon wieder zum nächsten Abenteuer abgeholt. Eine Quadtour mit Quad Adventure Cambodia stand auf dem Programm. Nach der Ankunft wurden wir in die Quads eingewiesen, was kein Problem war, weil wir ja vor wenigen Wochen erst in Deutschland  Quad gefahren sind. Unsere mitgebrachten Regenjacken konnten wir dort lassen, da wir ggf. ein Regencape zur Verfügung gestellt bekommen hätten. Und dann ging es auch schon mit Guide los, der auf einem Moped unterwegs war. Und hier hatten wir jetzt im Gegensatz zu unserer Tour in Deutschland richtiges Outdooradventure. Am Vorabend hatte es heftig geregnet, so dass wir überall riesige Matschpfützen vorfanden, ausgewaschene Wege, Schlaglöcher. Was uns beim Fahrrad fahren noch hinderlich war, war fürs Quadfahren natürlich ein Paradies und unser Guide gab auch gut Zunder, was ich bei den andern beiden Touren noch nicht so erlebt habe.


    Wir fuhren wieder durchs ländliche Kambodscha. Überall am Wegesrand winkten uns die Kinder wieder freudig zu. Wir kamen zu einer Pagode, die wir besichtigten, sie war aber nicht allzu schön. Wir passierten tolle Reisfelder….

    …und besuchten schließlich gegen 3 $ Eintritt pro Person noch eine Krokodilfarm. Was ich davon halten soll, weiß ich noch nicht so genau. Das Schicksal der Tiere ist ja vorherbestimmt. Sie werden hier gezüchtet, um die Haut später zu Leder zu verarbeiten. Trotzdem war das ganze natürlich sehr respekteinflößend, so viele Krokodile auf einem Haufen zu sehen. 


    Babykrokodile gab es auch. 


    Wir konnten dann noch zusehen, wie Krokodile mit Fisch gefüttert wurden. 


    Anschliessend führten wir die Quadtour fort und kamen durch viele Dörfer. Schließlich hielten wir noch an einem Getränkestand, wo unser Guide Wasser für uns kaufte. Ich probierte dort dann noch eine Art Eis, die dort hergestellt wurde. Eis mit Zucker und Bohnen, das schmeckte sehr lecker. Eine viertel Stunde Fahrt verblieb noch und dann war die Tour nach ca. 2 3/4 h wieder vorbei und es ging zurück ins Hotel. Es war nochmal ca. 2 h Zeit zum Ausruhen, denn das Programm für heute war noch immer nicht beendet.

    Um 19 Uhr wurden wir erneut abgeholt und zum Circus Phare gefahren, ähnlich Cirque du Soleil auf kambodschanische Art, natürlich nicht ganz so professionell. Aber ein oder zwei Künstler von hier haben es schon dorthin geschafft. Der Eintritt kostet ca. 20 $.. Die Künstler von hier werden in der Artistenschule in Battambang ausgebildet. Die Circus Show in Battambang wird von den Auszubildenden präsentiert, hier in Siem Reap sind die Profis am Werk.

    Als wir kurz nach 19 Uhr ankamen bestellten wir erst noch was zum Essen, was sehr lecker war, aber so 5-6 $ gekostet hat. Die Schlangen am Eingang wurden in dieser Zeit immer länger und wir befürchteten schon, keinen guten Platz mehr abzubekommen, was aber am Ende nicht der Fall war.

    Heute war Erstaufführung für das Stück „Same same but different“. Der Phare Circus ist eine Mischung aus Akrobatik, Schauspiel und Comedy und die Akteure bringen eine Menge Energie auf die Bühne.

    Im Stück „Same same but different“ zeigt den Unterschied zwischen den Kambodschanern und Touristen auf humoristische Art und Weise und ich hab mich leider in vielem wiedererkannt. Es regnet, die Kambodschaner tanzen im Regen, die Touristen packen Regenjacke und Regenschirm aus. Und auch das Gehabe der Touristen mit ihren Selfiesticks und Handies an den Sehenswürdigkeiten wird auf lustige Art und Weise dargestellt. Auf jeden Fall kann ich den Circus nur jedem empfehlen, der zu Besuch in Siem Reap ist.

    Nach der Aufführung besuchten wir noch den kleinen anhängenden Shop, wo sich mein Schatz noch mit Musik von der Show eindeckte. Dann ging es aber wirklich zurück und ab ins Bett.

    Kambodscha – 9. Tag Siem Reap

    Heute stand eine Jeep-Tour auf dem Programm. Der gleiche Guide wie gestern begleitete uns. Wir starteten um 8:30 Uhr. Unser Ziel war der Phnom Kulen. Die Khmer betrachteten diesen als den heiligsten Berg des Landes. Deshalb ist er ein beliebter Wallfahrtsort. 

    Auf teilweise unwegsamen Wegen legten wir die ca. 50 km zum Berg zurück.


    Auf dem Weg dorthin unterhielten wir uns mit unserem Guide über die einheimische Bevölkerung. Er erzählte uns, dass die Leute auf dem Land nur ca. 1 $ pro Tag verdienen. Wir fragten dann auch, warum überall der Müll rumliegt und es so dreckig ist. Er antwortete, dass das Müll abholen 5 $ kostet. Ok, dann wundert einen nichts mehr. Ein Kindergartenplatz kostet 40 $ im Monat. Wer sich den leisten kann, ist dann auch klar.

    Außerdem herrscht im Land sehr viel Korruption. Ein Beispiel: in einem bestimmten Gebiet rund um die Tempelanlagen darf eigentlich nicht gebaut werden. Und was ist dort vorzufinden? Ein riesen Hoteltempel mit mehreren Gebäudekomplexen. Weiterhin sind fast alle Geldeinnahmequellen in ausländischer Hand und das Geld verbleibt nicht im eigenen Land. Die Einnahmen des Tempelpasses gehen an Vietnamesen, die der Killing Fields gehen an Japaner, die der Schifffahrt auf dem Tonle Sap an Südkoreaner. Er erzählte uns ebenso, dass in den schwimmenden Dörfern auf dem Tonle Sap hauptsächlich Vietnamesen leben, da diese auf dem Festland nicht leben dürfen, da sie bei den Kambodschanern aufgrund der Vergangenheit nicht besonders beliebt sind. 

    Unsere Fahrt ging vorbei an schönen Reisfeldern…

     

    … und führte durch kleine Dörfer. Die Tankstellen dort sehen immer so aus:


    Hinauf führt eine 20 km lange Mautstraße, die durch eine schöne Dschungellandschaft führt. Kurz bevor die Strecke auf den Berg hinaufführt, kommt eine Schranke, an der 20 $ zu entrichten sind. Eine verhältnismäßig teure Angelegenheit.

     

    Auf dem Weg nach oben hatten wir diese tolle Aussicht:


    Oben angekommen hielten wir auf einem Parkplatz…


    … und liefen zu einem dort im Dschungel verlaufenden kleinen Fluss. Im Flussbett sind Skulpturen eingemeißelt, Yonis und Lingas. Diese stehen jeweils für das männliche und das weibliche Geschlechtsorgan. Das Wasser, dass darüber fließt, wird dann als heiliges Wasser bezeichnet. Momentan war der Wasserstand ziemlich hoch, so dass sie nicht so gut zu erkennen waren. 


    Wir liefen weiter und kamen zu einer sprudelnden Quelle, deren Ursprung nicht bekannt ist.


     Auf dem Weg zurück zum Tuk-Tuk hing dann lt. unserem Guide eine „kleine“ giftige Spinne im Baum. Aus meiner Sicht war diese alles andere als klein. Ich freue mich schon auf unser Dschungeltrekking in ein paar Tagen 😉😱.


    Wir fuhren weiter zu einem kleinen Ort mit vielen Verkaufsständen. Hier zeigte uns unser Guide eine einheimische Spezialität; Reiswein mit einer Kobra in der Flasche. Das Trinken soll angeblich gegen viele Krankheiten helfen.


    Das Zentrum der Wallfahrt auf diesen Berg bildet ein 9m großer liegender Buddha, den wir nun auch besuchten. Die Treppe dorthin, führt durch einen großen Torbogen und ist gesäumt von Bettlern rechts und links. Fast auf jeder Terppenstufe saß jemand.


    Ebenso wurden wir die ganze Zeit von Kindern umringt, die beim Besuch des Buddhas auf unsere Schuhe aufpassen wollten; natürlich, um dafür ein kleines Entgelt zu erhalten. Wie immer an den heiligen Stätten mussten nämlich die Schuhe und Mütze ausgezogen werden. Zum Buddha selbst führte eine weitere Treppe.


    Von oben hatte man eine tolle Aussicht über den Dschungel. 


    Unser Fußweg führte uns von dort weiter durch ein Dorf, das sehr verschmutzt war.  

    Zuerst erreichten wir ein Restaurant mit einer Badestelle, wo das Wasser noch sehr seicht war. Hier hielten sich viele Einheimische zum Baden auf. Wir wanderten weiter abwärts und kamen zum ersten Abschnitt des Wasserfalls. Hier konnte man ebenfalls baden gehen, die Strömung war aber ganz schön stark.


    Hier wartete unser Tuk-Tuk-Fahrer mit dem mitgebrachten Lunchpaket auf uns. Wir stiegen aber zuerst noch die steile Treppe zum zweiten Abschnitt des Wasserfalls hinab. Hier tummelten sich einige Leute im Wasser, unter anderem ein paar Mönche. Ich hatte meine Badesachen auch mitgenommen, bin dann aber doch nicht ins Wasser gegangen. Hier unten stürzte sich der Wasserfall über 20 m hinab. 


    So machten wir ein paar Fotos und stiegen die Treppe wieder nach oben. Dort nahmen wir dann unser Lunchpaket ein: Salat mit Dressing, Obst, kalter gebratener Reis und eine kambodschanische Süßspeise. Hat gut geschmeckt. Danach bin ich hier oben dann doch noch wenigstens mit den Füßen ins Wasser gegangen. Dieses war erstaunlich warm und die Erfrischung tat gut. Die Stellen mit der stärksten Strömung vermied ich aber, da ich dann doch ein zu großer Schißer war.

    Wir gingen zurück zum Tuk-Tuk und verließen den Phnom Kulen wieder. Unser weiterer Weg führte uns dann zu einem weiteren Tempel. Dieser war aus unserer Sicht einer der schönsten: Banteay Srei, bedeutet übersetzt „Zitadelle der Frau“. Hier sind noch sehr viele der originalen Details erhalten. 


    Der Tempel war einfach schön anzusehen. 


    Danach waren wir schon wieder ziemlich kaputt, entschieden uns aber trotzdem dazu, den Sonnenuntergang an den Tempeln noch mitzunehmen. Also eine weitere 30 minütige Fahrt zum Pre Rup Tempel.


    Dort angekommen wurden wir erst mal von den Verkäufern bedrängt, die wir aber abwimmelten. Wir kamen gegen 16 Uhr dort an, hatten also noch gut 1,5 h Zeit bis zum Sonnenuntergang. Also besichtigten wir noch ein bisschen den Tempel….


    …und suchten uns dann ein freies Plätzchen, um den Sonnenuntergang zu genießen. Wobei genießen eher das falsche Wort ist. So sieht ein romantischer Sonnenuntergang an den Tempeln aus 😀😉.


    Da erinnere ich mich dann doch gerne wieder an Namibia zurück. Trotzdem konnten wir ein paar schöne Fotos machen.


    Es ging wieder zurück ins Hotel und wir gingen dann nochmal ins „The Brothers“ zum Essen.

    Kambodscha – 8. Tag Siem Reap

    Heute war zur Abwechslung mal um 4 Uhr Aufstehen angesagt (wer hat eigentlich diese Reise geplant?😉). Um 5 Uhr wurden wir abgeholt, da wir den Sonnenaufgang 🌅 über Angkor Wat sehen wollten. Unser heutiger Guide, der sehr gut Deutsch sprach, holte uns zusammen mit einem Tuk-Tuk-Fahrer ab. Ein Frühstückspaket bekamen wir vom Hotel auch noch, trotz unserer zu späten Bestellung am Vorabend. Vielen Dank an das Hotel. Um uns herum blitzte und donnerte es, so dass wir schon befürchteten, keinen Sonnenaufgang zu sehen. 

    Zuerst fuhren wir mit dem Tuk-Tuk zur Ticketstation. Der Tempelpass kostet pro Tag 20 $, wir kauften einen 3-Tages-Pass. Diese Einnahmen sind aber in privater Hand von Vietnamesen. Kein Geld, was wirklich in Kambodscha verbleibt. Zu den Tempeln ist es dann eine ca. 15 km Fahrt. Als wir ankamen regnete es leider immer noch und es hatten sich schon viele Leute versammelt. Viele pilgerten aber auch zu der Stelle, wo das am meisten bekannte Foto von Angkor Wat gemacht wurde. Wahrscheinlich war da die Hölle los. Trotz leichtem Regen genossen wir dann den Sonnenaufgang.


    Nach diesem schönen Schauspiel machten wir uns dann auch auf in Richtung Tempel.


    Und konnten das berühmte Foto natürlich auch nicht auslassen.

    Rund um den Tempel befinden sich überall Verkaufsstände, denen wir aber keine Beachtung schenkten. Im Tempel aßen wir dann erst mal unser mitgebrachtes Frühstück, bevor uns auf die steile Treppe hoch zu den Türmen begaben. Dorthin begleitete uns unser Guide aber nicht. Oben gab es überall in Stein gemeißelte Verzierungen….


    …..und überall sah man Apsara Tänzerinnen.


    Hier noch ein paar weitere Eindrücke und Aussichten.

    Im Tempel ließen wir uns noch von einem Mönch segnen. Wir bekamen ein rot-orangenes Armband umgebunden, wurden mit Weihwasser bespritzt und es wurde eine Segnung gesprochen.

    Danach ging es mit dem Tuk-Tuk weiter in die Tempelstadt Angkor Thom. Auf dem Weg dort hin kamen wir noch an einem Seerosenteich vorbei.


    Wie der Name schon sagt, ist Angkor Thom eine „große Stadt“ mit gewaltigen Ausmaßen. Sie war die mächtige Hauptstadt des Khmer-Reiches und erstreckt sich über 10 qkm.

    Die Brücke zum Eingangstor ist ist flankiert von 54 Dämonen…


    …und 54 Göttern.


    Viele der Köpfe befinden sich an ihrem Platz, die meisten aber leider als Kopie, da die Köpfe von Statuen immer wieder geklaut werden, um sie zu Geld zu machen. Hier dann das Südtor in die Stadt…

    …und auf der Rückseite die Elefantenrüssel.
    Zuerst besichtigten wir dann den bekannten Bayon-Tempel mit den 216 Gesichtern.


    Der Tempel hat drei Ebenen.



    Auch hier gab es wieder Apsara Tänzerinnen zu sehen.


    Und in der dritten Ebene dann die vielen Gesichter.

    Den Weg zu den weiteren Tempeln, ca. 3 km,  mussten wir nun zu Fuß zurücklegen. Als nächstes ging es zum Baphuon, mit einem ruhenden Buddha auf der Rückseite.

     

    Weiter ging es zum Königspalast, wo wir auf riesige Bäume trafen.


    Vorbei am Phimeanakas Tempel, der aber nicht betreten werden durfte, ging es weiter.

    Dahinter befanden sich riesige Wasserbecken, die früher zum Baden benutzt wurden. Ein Becken für die Konkurbinen, ein Becken für die Offiziere und ein Becken für den König. Zu guter letzt kamen wir dann noch zu den Elefantenrerrassen. Unser Fußmarsch war dann erst mal beendet. Was für eine Menge Tempel, aber das waren noch lange nicht alle für heute.

    Mit dem Tuk-Tuk ging es auf unwegsamen Wegen zum etwas abgelegenen Taney Tempel, wo wir fast für uns alleine waren und genossen dort erst mal die Ruhe. Alles andere war doch ziemlich überlaufen. Dieser Tempel ist noch nicht restauriert, was für mich einen besonderen Charme hatte. 



    Danach ging es mit dem Tuk-Tuk zuerst mal zum Mittagessen ins „Khmer Cooking Empire“ Restaurant. Das Menü war von unserer Reiseagentur bereits vorbestellt. Es gab: Fried Spring Rolls, Green Mango and Smoked Fish Salad, Pork with Ginger, Morning Glory, Chicken with Cashewnut. Alles sehr lecker, nur der Fisch hatte ein bisschen zu viele Gräten. Wir ließen uns hier etwas länger Zeit zum Ausruhen, weil wir doch schon ganz achön geschafft waren.

    Und dann ging es auch schon weiter zum nächsten Tempel „Ta Phrom“. Der Tempel war Schauplatz für den Film Tomb Raider und ist somit leider völlig überlaufen. Der Tempel ist an vielen Stellen von Würgefeigen überwuchert, was die Faszination dieses Tempels ausmacht. Diese können auch nicht entfernt werden, da der Tempel sonst zusammenbrechen würde. Leider war mit uns zusammen, wie auch schon im Angkor Wat, eine oder mehrere chinesische Reisegruppen vor Ort. Und obwohl überall, auch auf dem Tempelpass, steht, dass man sich in den Tempeln ruhig verhalten soll, herrscht bei diesen Gruppen immer großes Geschnatter und alle rennen mit Selfiestick durch die Gegend. Respekt sieht anders aus.

    Der Tempel an sich ist sehr reizvoll, aber die Menschenmassen haben mir den letzten Nerv geraubt. Ich will gar nicht wissen, wie es in der Hauptreisezeit aussieht. Hier ein paar Impressionen:

    Gegen 16 Uhr ging es dann zurück ins Hotel, wo wir uns erst mal von den Strapazen erholen mussten. War doch ein langer Tag. Gegen 20 Uhr ließen wir uns nochmal für 2 $ zum Nightmarket fahren. Dort schlenderten wir nur noch ein bisschen drüber, wurden allerdings an jedem Stand angesprochen, ob wir nicht was kaufen wollen. Für jeweils 1,50 $ aßen wir noch gebratenen Reis. Dem Jungen, der uns bedient hat, gaben wir ein Trinkgeld, über dass er sich riesig gefreut hat. Den Weg zurück ins Hotel legten wir dann zu Fuß zurück, was aber nicht ohne Verlaufen vonstatten ging. Schließlich haben wir dann aber doch noch das Hotel gefunden. Ist halt etwas schwierig, wenn an den Straßen keine Straßennamen stehen.

    Kambodscha – 7. Tag Battambang -Siem Reap

    Heute hatten wir die Wahl entweder mit dem Taxi oder mit dem Boot weiter nach Siem Reap zu fahren. Die Taxifahrt dauert ca. 2 h, die Bootsfahrt kann abhängig von den Bedingungen und der Jahreszeit zwischen 4 und 9 h dauern. Wir entschieden uns trotzdem für die Bootsfahrt. Somit wurden wir um 6:30 Uhr mit dem Tuk-Tuk abgeholt, da die Bootstour um 7 Uhr startete. Da wir somit kein Frühstück einnehmen konnten, hat uns das Hotel eine Kleinigkeit zum mitnehmen zusammengestellt.

    Als wir ankamen wurde erst mal das Gepäck verstaut. Dann gestaltete es sich erst mal ein bisschen schwierig, mit unseren Rucksäcken noch freie Plätze zu finden, da das Boot schon recht voll war. 


    Aber schließlich ging die Fahrt dann etwas beengt los. Wir kamen schnell zu den Stelzenhäusern am Stadtrand von Battambang.


    Einen Mönch hatten wir auch an Bord.


    Und im Wasser begegneten uns immer wieder Fischer.


    Noch war das Gewässer sehr breit, das sollte sich noch ändern. Nach zwei Stunden Fahrt legten wir die erste Pause ein, mitten auf dem Wasser. Hier gab es einen kleinen Kiosk und die Möglichkeit, eine Toilette aufzusuchen, die aber direkt ins Wasser abgeleitet wurde.



    Später war unsere Fahrrinne kaum breiter als das Boot, dass sich dann öfters durchs dichte Gestrüpp schlängeln musste. Mehrmals wurde ich von überhängenden Ästen an Arm oder Kopf getroffen. Dann änderte sich die Landschaft in eine Art Sumpf, was mich stark an das Okavangodelta erinnert hat.

    Unterwegs machten wir immer wieder Stops und Einheimische kamen mit ihren Booten herangepaddelt. Meistens wurden ihnen mitgebrachte Reissäcke oder andere Waren übergeben. 

    Schließlich erreichten wir die Schwimmenden Dörfer. Hier schwimmen die Häuser alle auf dem Wasser, ähnlich wie Hausboote. Und immer öfter legten wir Stops ein und übergaben Waren an die Einheimischen. Hier herrscht ein sehr einfaches Leben, dass stark vom Fischfang geprägt ist.


    An einem Kloster machten wir ebenso Halt und ließen den Mönch von Bord.

    Schließlich erreichten wir den Tonle Sap, den größten Süßwassersee Südostasiens. Wir genossen die Landschaft. Die Weite des Sees ging wieder über in Sumpflandschaft mit enger Fahrrinne.

    Nach 7 h Fahrt erreichten wir endlich Kompong Khleang, wo uns ein Auto erwartete, um uns die ca. 15 km in die Stadt zu kutschieren.

    Das war schon anstrengend 7h so beengt zu sitzen und es war selten möglich, die Beine auszustrecken. Trotzdem hat sich die Fahrt gelohnt, da sie eine gute Gelegenheit bietet, die Stelzenhäuser und schwimmenden Dörfer aus der Nähe zu sehen. Kompong Kleang wird ja von vielen Reiseanbietern angefahren, viel interessanter fand ich aber die Dörfer weiter draußen, wo wirklich noch die Uraprünglichkeit vorherrscht.

    Unser Fahrer versuchte uns dann noch eine Tuk-Tuk Tour mit ihm für den nächsten Tag aufzuquatschen. Aber unsere Reise ist ja schon durchgeplant. Ebenso wollte er uns unbedingt am Old Market absetzen, aber auch dies haben wir abgelehnt.

    Im Hotel Sonalong wurden wir wieder mit einem Willkommenstrunk empfangen. Der Empfang war aber bei weitem nicht so herzlich, wie in den anderen Hotels, die wir bisher hatten.

    Kurz später erschien dann aber auch schon die Reiseleiterin Daniela von Cambodian Travel Partner und hier war der Empfang dann sehr herzlich. Daniela spricht sehr gut Englisch. Sie stammt aus Holland und lebt momentan in Kambodscha. Wir besprachen mit ihr den Ablauf für die Tage in Siem Reap und wir änderten, gegen 70 $ Aufpreis unsere Busfahrt von Siem Reap nach Kratie in eine Taxifahrt ab, da wir nicht schon wieder 7-8 h im Bus verbringen wollen. Diese spontane Änderung unserer Reisepläne war problemlos möglich. Wir führten dann noch ein nettes Gespräch mit ihr, sie gab uns noch ein paar Restauranttipps und dann gingen wir auf unser Zimmer, das schön eingerichtet ist.



    Dann war erst mal Duschen und Ausruhen angesagt, bevor wir uns auf den Weg zum Hardrock Café machten, was zu Fuß nur ca. 5-10 Minuten entfernt ist. Ein schönes Tshirt habe ich aber nicht gefunden. Somit gingen wir dann ins Restaurant „The Brother“, ein Tip von Daniela. Dieses liegt direkt in unserer Straße und kann wirklich empfohlen werden. Die meisten Gerichte kosten zwischen 3-5 Dollar, Getränke gibt’s schon für 1 Dollar, Cocktails zu Happy Hour nur 1,50 Dollar. Ich hatte Spicy Beef mit Lemongrass und musste feststellen, dass in Kambodscha spicy auch wirklich spicy heißt 😉. Alles wimmelte von Chilli und obwohl ich das meiste rausgepickt habe, war mein Geschmack ziemlich schnell verschwunden und der ganze Mund brannte. Und ich esse ja normal lieber schon etwas schärfer. War auf jeden Fall trotzdem alles lecker und das Restaurant kann weiterempfohlen werden.

    Danach ging es nochmal kurz auf den Kunstmarkt hinter dem Restaurant und dann ab ins Bett. Morgen wartet schon wieder ein anstrengender Tag auf uns.

    Kambodscha – 6. Tag Battambang

    Heute klingelte der Wecker um 6:30 Uhr, aber irgendwie kamen wir nicht in die Pötte, so dass wir nur noch Zeit für ein kurzes Frühstück hatten. Um 8:30 Uhr wurden wir wieder mit dem Tuk-Tuk abgeholt. Los ging es zu einer Stadtrundfahrt.

    Zuerst ging es zu einem historischem Khmer-Haus, dass inzwischen als Museum dient, welches wir nun besichtigten. Wir bekamen gezeigt, wie der Reis geschrotet wird und durften die Maschine auch mal selbst bedienen.

    Im Obergeschoss konnten wir dann ein Stelzenhaus mal von innen sehen. Die Einrichtung besteht aus alten Möbeln, dekoriert mit Familienfotos.


    Bei der Besichtigung bekamen wir die Geschichte der Hausbesitzer erzählt. Die Küche wurde zur Pol Pot Zeit zerstört und musste neu aufgebaut werden.

    Anschließend ging es weiter zum Bambuszug oder hier Bamboo Train genannt. 2 Rollen, 1 Holzplattform, ein kleiner Motor und los geht die Fahrt. Mit 40 km/h über die Schienen.

    Die ganze Strecke ist einspurig, dass heißt, wenn jemand entgegen kommt, muss der leichter beladene Zug die Schienen räumen  und den schwerer beladenen Zug vorbeilassen. Zuerst hatten wir freie Fahrt, aber dann kam der erste Gegenverkehr.




    Die lustige Fahrt dauerte ungefähr eine halbe Stunde bis wir an der Endstation, die der Wendepunkt für unsere Fahrt ist, ankamen. Hier wurden uns Getränke angeboten. So setzten wir uns dort ins Häuschen und tranken eine Cola und eine Fanta, zusammen für 2 Dollar. Und schon waren wir von einer Kinderschar umringt, die uns alle Armbänder unter die Nase hielten und einer nach dem anderen lies ein: „If you want to buy, you ask me“ los. Das ging dann in ständiger Dauerschleife, wir hatten gar keine Chance. Immer wieder kam ein  „If you want to buy, you ask me“. Acht Kinder im Chor. Dann schenkte uns einer nach dem anderen diverse Pflanzen – eine Blume, ein Ring aus einem Blatt geformt, etc. 


    Bis wir schließlich Besitzer von acht neuen Armbändern waren. Und dann kamen immer weitere Kinder, aber die haben wir dann abgewimmelt. 


    Und dann ging die lustige Fahrt wieder zurück. Jetzt hatten wir noch viel mehr Gegenverkehr und ständig musste irgendjemand die Strecke räumen.



     Diverse Male überholten wir einen Einheimischen, der schwerbepackt zu Fuß auf den Schienen unterwegs war. Wir sagten unserem Fahrer, dass er ihn aufladen soll. Das Angebot nahm er gerne an und ich glaube, er hatte auch seinen Spaß 😀. Außerdem musste er bei der brütenden Hitze ja dann auch nicht mehr laufen. 


    Nach insgesamt ca. 1 h war der Spaß dann wieder vorbei. Unser Tuk-Tuk-Fahrer und heutiger Führer holte uns wieder ab und weiter ging die Erkundungstour. Nächster Stop war an einer Art Pagode, wo aber kein Mönch lebt. Dort konnten wir über die Anlage spazieren.


    Wieder ging es mit dem Tuk-Tuk weiter, nächster Halt war an einem Essensstand. Unser Guide kaufte ein uns unbekanntes Gericht. Sticky Rice in Bamboo. Hier wird der Reis mit schwarzen Bohnen etwas Salz und Zucker in Bambus 1,5 h über dem Feuer geröstet und muss immer wieder gewendet werden. Wir probierten diese Zwischenmahlzeit, die wirklich lecker war. Ein bisschen wie Milchreis, aber nicht ganz so süß. 


    Und wieder ging es weiter zu einer Gedenkstätte. Hier sind die Greueltaten der Roten Khmer in Stein gemeißelt dargestellt und die Knochen der Toten aufgebahrt. Auch unser Guide hat mehrere Familienmitglieder verloren: Seinen Vater, zwei Onkel, zwei Tanten, eine Schwester.

    Bei der Weiterfahrt kamen wir an einem Platz vorbei, wo der Fisch zum Trocknen ausgelegt wurde.


    Bei unserem nächsten Stop wurde uns dann die Produktion von Reispapier nähergebracht. Der Reis wird zu Reismehl vermahlen. In einem heißen Topf wurde dann die Masse mit Wasser vermischt und ständig umgerührt. Die fertige breiige Masse wird dann auf einen mit Tuch bespannten und heißem Wasser befülten Topf aufgetragen und glattgestrichen. Dann wird einen kurzen Moment ein Deckel darübergelegt, so dass die Masse kurz über dem heißen Wasser gart. Das fertig gegarte Stück Reispapier wird dann auf eine befeuchtete Bambusrolle gewickelt, um von dort leicht auf ein Gitter zu transportieren, wo es mehrere Stunden in der Sonne trocknen muss. Dann ist das Reispapier fertig. Am Tag können hier ca. 2000 Reispapiere hergestellt werden. Diese werden in großen Mengen von den Einheimischen gekauft. Reispapier dient unter anderem als Grundlage für die Frühlingsrollen, welche wir dann auch gleich am zugehörigen Strassenstand probierten. Eine „Fried Spring Roll“ und eine „Fresh Spring Roll“. Frische Frühlingsrollen hatte ich vorher noch nie gegessen, sie hat mir aber sehr gut geschmeckt.


    Und nach einem weiteren Stück Fahrt wurde uns dann auch noch die Herstellung von Reiswein gezeigt. Das sind die ganzen Zutaten, die ich mir leider nicht alle merken konnte.

    Dann wird das ganze mit Reis vermischt.


    Und wird dann in Behälter abgefüllt, wo das ganze anfängt zu gären. 


    Von dort gehen Rohre in die Destillerieanlage, aus der dann unten der Wein fließt. Die übrige Masse wird an die Schweine verfüttert.


    Letzter Haltepunkt am Vormittag war dann der Tempel Wat Ek Phnom. Der Tempel ist sogar 200 Jahre älter als Angkor Wat. Hier gab es zuerst einen großen Buddha zu sehen.


    Eine weitere Pagode, aus der aus Lautsprechern das Gebet des Mönchs erklang, war ortsansässig.


     Hintendran befand sich dann der alte Tempel, den wir dann auch sofort erklommen. Eine alte Dame wies uns den Weg zu den Sehenswürdigkeiten und wollte hinterher natürlich gleich dafür belohnt werden.


    Und dann ging es erst mal zum Mittagessen zurück ins Hotel. Dort hatten wir ca. 1,5 h Zeit zum Ausruhen und Mittagessen. Das Mittagessen war in unserem Tourpreis enthalten. Wir aßen Frühlingsrollen und Fried Cashew Chicken.

    Nach dem Essen ging es dann schon weiter zum Phnom Sapeau. Dieser Berg befindet sich einige Kilometer außerhalb der Stadt. Das Tuk-Tuk nahm ganz schön Fahrt auf und der Wind blies uns heftig um die Ohren. Dort angekommen sahen wir die Fledermaushöhlen, die um diese Uhrzeit aber noch nicht so interessant waren. Um den Berg zu erklimmen konnten wir zwischen Moped und Auto wählen, der Motor des Tuk-Tuk ist für die Auffahrt nicht stark genug . Wir entschieden uns für das Auto, auf das wir dann noch einen Moment warten mussten. Als es dann los ging nahmen wir, wie die Einheimischen, auf der Ladefläche Platz. Und dann ging es mit viel Gehoppel und Tempo den Berg hinauf. Da war gut festhalten angesagt. 

    Bei der ersten Station angekommen, gab es wieder eine Pagode und unser Guide erzählte uns die Geschichte, wie die Name von Phnom Sapeau und der umliegenden Hügel zustande kam. Außerdem erzählte er uns aus den Zeiten der Roten Khmer, die damals in den umliegenden Wäldern ansässig waren. Das ganze umliegende Gebiet ist noch immer mit Landminen voll. Es wurde zwar versucht diese zu beseitigen, trotzdem kommt es immer wieder vor, dass noch Landminen in die Luft gehen. Nur ca. 70 km entfernt von hier, in Pailin, leben heute immer noch die Roten Khmer.

    Weiter ging es und wir sahen diese Szenerie, die die Lehre des Karma darstellt: 

    Diese Herrschaften haben Tiere bei lebendigem Leib gekocht, z.B. um Schweinen die Borsten zu entfernen.

    Diese Dame hat ihren Ehemann betrogen.

    Die meisten der hier gezeigten Foltermethoden wurden leider auch von den Roten Khmer durchgeführt.

    Weiter ging es zum Killing Cave. Hierbei handelt es sich um eine Felsenhöhle, die Tatort einer grausamen Mordorgie war. Die Roten Khmer stürzten ihre Opfer in eine Felsspalte, auf deren Grund sich die Sterbenden und Toten türmten. Einige Schädel und Knochen sind noch heute dort gestapelt. Heute ist es ein Ort des Gedenkens, die Luft ist geschwängert von Räucherstäbchen.

    Unser Weg führte uns weiter an knienden Buddhas vorbei.


    Und dann ging die tollkühne Fahrt mit dem Auto weiter. Oben angekommen wurden wir erst mal von mehreren Makaken begrüßt. Überall turnten diese durchs Gelände. Wir wurden oben mit einem prächtigen Ausblick belohnt. Vor uns breitete sich das Flachland von Battambang aus. Die Reisfelder liegen dicht an dicht.


    Der Phnom Sampeau beherbergt zwei Pagoden. Mit der Machtergreifung der Roten Khmer endete die Ära der Mönche auf dem Phnom Sampeau. 





    Die Überreste der Geschütze der damaligen Zeit sind noch heute hier zu sehen.

    Und dann ging es wieder mit dem Auto bergab. Auch dies war wieder eine tollkühne Fahrt auf der Ladefläche.

    Unten angekommen liefen wir auch gleich zu den Bat Caves. Pünktlich um 18 Uhr verlassen hier täglich Millionen und Abermillionen Fledermäuse die Höhle. Was für ein Schauspiel. Und nach einer halben Stunde war es immer noch nicht beendet.

    Dann ging es zurück ins Hotel, wo wir noch eine Kleinigkeit aßen und dann war leider schon wieder Koffer packen angesagt. Das Battambang Resort hat uns so gut gefallen, dass wir gerne noch ein bisschen geblieben wären.