Island – 10. Tag Sprengisandur

Gestern noch in Mittelerde, heute auf dem Mond 😉. Ich danke dem Wettergott, dass dass heute wieder herrlichster Sonnenschein war, sonst hätten wir wahrscheinlich ein Problem gehabt. Aber von vorne.

Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen und verließen das Gästehaus Brekka, wo es uns sehr gut gefallen hat. Leider später als geplant. Es war schon fast 10 Uhr. Da wir irgendwie nicht richtig geschaut haben wo wir genau hin müssen, sind wir dann auch noch versehentlich 70 km Umweg gefahren, weil wir erst mal zurück zum Myvatn sind, was gar nicht nötig gewesen wäre.

Es ging zurück zum Godafoss, hier mussten wir dann aber auf eine braune Piste abbiegen, die uns ins Tal Bardardalur führte. Herrlichster Sonnenschein, Schafe auf der Straße….

….ein kleiner Wasserfall am Wegesrand…

….ein paar Bagger versperrten zwischendrin die Straße, machten uns aber Platz, wir bogen an Farmhaus Richtung Aldeyarfoss ab …

und dann war auf einmal der Weg versperrt.

Wir waren uns nicht sicher, ob das nun eine Straßensperre ist oder nur ein Viehgatter. Nach 5 Minuten entschieden wir uns für Viehgatter. Ich öffnete das Tor und 200 m weiter kam dann auch schon das nächste Gatter.

Kurz danach erreichten wir den schönen Wasserfall Aldeyarfoss.

Ein kleiner Fußmarsch war von Nöten, um dorthin zu gelangen. Ein schöner Anblick und dieses Mal sogar mit Regenbogen.

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Wir hielten uns hier aber nicht allzu lange auf, weil wir ja noch einen weiten Weg vor uns hatten. Und dann ging es weiter in die karge weite Landschaft der Sprengisandur. 200 km Schotterpiste lagen vor uns. Hier kam man sich wieder vor wie auf dem Mond.

Irgendwann tauchten in der Ferne die Gletscher Vatnajökull und Hofsjökull auf, die unseren Weg nun begleiteten.

Das erste Mal mussten wir mehrere Furten passieren, d. h. mit dem Auto durch kleinere und größere Flüsse fahren. Jetzt kam der Part, der mir schon vor dem Urlaub etwas Unwohlsein bereitet hat. Hier eine der kleineren Furten.

Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir endlich im Tal Nyidalur an und damit war erst der halbe Weg geschafft. Vorher mussten wir aber noch die größte Furt der ganzen Strecke passieren. Ein mulmiges Gefühl, vor allem, als das Auto kurz nach vorne absackte. Aber wir haben es geschafft.

Am Parkplatz Nyidalur trafen wir eine nette Niederländerin, mit der wir ins Gespräch kamen. Sie ist für 3 Wochen alleine im Auto unterwegs, übernachtet in ihrem Auto und geht mit Zelt auf Mehrtageswanderungen. Manche Leute trauen sich was. Ich würde nicht mehrere Tage alleine in die Berge verschwinden und das ohne Handyempfang. Sie hat uns dann noch einen Kaffee angeboten, den sie mit dem Gaskocher gekocht hat. Wir schenkten ihr noch einen Skyr, eine Art Joghurt, weil ihrer kaputt gegangen ist und wir eh zu viel gekauft hatten.

Dann mussten wir auch schon wieder weiter, weil wir ja noch einen weiten Weg vor uns hatten. Weitere Furten standen an und der Weg zog sich und zog sich. Er wollte gar kein Ende nehmen.

Und dann kamen wir an der letzten Furt an und hatten das Gefühl, dass sie zu tief ist. Also wurde ich vorgeschickt, die Furt zu durchwaten, um zu schauen, wo wir herfahren können. Au Backe. Jetzt kamen meine extra dafür gekauften Neoprensocken (Frau sorgt ja vor) doch noch zum Einsatz. Socken an, Sandalen drüber und los ging es durch das wahrscheinlich nur 3 Grad kalte Wasser. Aber die Socken halfen prima. Nur fand ich trotzdem keinen geeigneten Weg. Björn stieg dann auch noch ins Wasser, war bei der Kälte aber auch genauso schnell wieder draußen. Zwischenzeitlich kam am anderen Ufer ein weiteres Auto an, der Fahrer stieg auch ins Wasser und wir einigten uns auf einen Weg. Björn wagte es als erster und meisterte es hervorragend. Das andere Auto dann ebenso. Und als beide durch waren kam eine Amerikanerin im Isuzu mit Schwung angefahren und fuhr schnurstracks ohne auszusteigen einfach problemlos durch. So geht es auch, wenn man ein richtiges Geländefahrzeug hat und keinen SUV.

Die letzte Furt war geschafft, trotzdem hatten wir noch einiges an Wegstrecke zurückzulegen. Langsam fing es an zu dämmern.

Gegen ca. 21:30 Uhr kamen wir schließlich ziemlich kaputt am Hochlandcenter Hrauneyar an. Wir hatten Glück und es gab noch was zum Essen, wenn auch nur Burger und Sandwiches und das war auch eher Fastfood. Schnell machten wir uns auf den Weg ins Bett. Das war doch ein anstrengender Tag und hat mit persönlich weniger Spaß gemacht, stundenlang durchgeschüttelt zu werden uns meistens nur karge Landschaft drumrum. Das Zimmer war sehr klein. Das hintere Bett stand an der Wand und man musste somit über das andere Bett drüberklettern. Immerhin hatten wir eine eigene Dusche und WC. Aus dem Auto hatten wir nur das Nötigste mitgenommen.