Kambodscha – 10. Tag Siem Reap

Heute war Action angesagt. Zuerst stand ein Microlight Flug auf dem Programn. Dafür wurden wir um 7:30 Uhr am Hotel abgeholt und zum Flugplatz gefahren. Dort wurden wir von einem netten, älteren Anerikaner  namens Eddie in Empfang genommen und dann ging es für mich auch gleich schon los. Ballast und Handy durften nicht mitgenommen werden, deshalb gibt es vorerst keine Fotos aus der Luft. Kamera durfte nur mitgenommen werden, wenn sie einen Halsriemen hat. Personen, die mehr als 110 kg wiegen, können nicht mitfliegen. 

Ich nahm dann auf dem hinteren Sitz Platz, bekam einen Helm mit Kopfhörer und Mikrofon, der Vordersitz wurde zurückgeklappt, was ziemlich beengend war und dann ging es auch schon los auf die Startbahn.

So ein Microlight Flieger sieht aus wie ein Flugdrache, nur dass man darin sitzt und er motorisiert ist und einen Propeller hat und ansonsten ist er offen. Das war schon ein merkwürdiges Gefühl beim Fliegen mal nichts um sich rum zu haben.


Mit viel Speed ging es dann über die Startbahn und ab in die Luft und schnell erreichten wir doch eine beträchtliche Höhe, lt. Pilot ca. 200m. Das war schon ein kleiner Adrenalinschub und ich habe überlegt, ob Fallschirmspringen vielleicht doch mal eine Option wäre. Das hatte was, so frei in der Luft zu fliegen, auch wenn man vielleicht nicht drüber nachdenken sollte, in was für einem kleinen Ding man eigentlich gerade sitzt.

Wir nahmen Kurs Richtung Tonle Sap und ich stellte fest, dass der Flug doch nicht, wie vom Reiseveranstalter angekündigt,  zu den Tempeln geht. Der Pilot klärte mich auf, dass dazu der 30minütige Flug nötig ist, unser Reiseveranstalter hat 20 Minuten gebucht. Naja, egal, es war trotzdem ein klasse Erlebnis. 

Hier oben blies der Wind doch sehr heftig und ich konnte das Handyverbot verstehen, das wäre einem bei diesem Wind relativ schnell aus der Hand geflogen und es hätte die Gefahr bestanden, dass es dann im Propeller landet. Wir flogen über Reisfelder zum Tonle Sap, sahen das Dorf Kampong Khleang mit den Stelzenbauten von oben, kamen an einem Bergtempel vorbei und dann ging es langsam auch schon wieder zurück. Sanft landeten wir wir auf dem Grün und ich wurde von meinem Schatz empfangen. Jetzt war er dran mit der gleichen Tour.

Es ging erst mal zurück ins Hotel, wo wir rund 3 h Zeit bis zum nächsten Event hatten. Diese nutzten wir, um erst mal das frische Nass des Pools zu genießen und ruhten uns dort noch ein bisschen aus, lesen und ein Nickerchen. Die kleine Auszeit hat mal ganz gut getan.

Aber um 12:30 wurden wir dann auch schon wieder zum nächsten Abenteuer abgeholt. Eine Quadtour mit Quad Adventure Cambodia stand auf dem Programm. Nach der Ankunft wurden wir in die Quads eingewiesen, was kein Problem war, weil wir ja vor wenigen Wochen erst in Deutschland  Quad gefahren sind. Unsere mitgebrachten Regenjacken konnten wir dort lassen, da wir ggf. ein Regencape zur Verfügung gestellt bekommen hätten. Und dann ging es auch schon mit Guide los, der auf einem Moped unterwegs war. Und hier hatten wir jetzt im Gegensatz zu unserer Tour in Deutschland richtiges Outdooradventure. Am Vorabend hatte es heftig geregnet, so dass wir überall riesige Matschpfützen vorfanden, ausgewaschene Wege, Schlaglöcher. Was uns beim Fahrrad fahren noch hinderlich war, war fürs Quadfahren natürlich ein Paradies und unser Guide gab auch gut Zunder, was ich bei den andern beiden Touren noch nicht so erlebt habe.


Wir fuhren wieder durchs ländliche Kambodscha. Überall am Wegesrand winkten uns die Kinder wieder freudig zu. Wir kamen zu einer Pagode, die wir besichtigten, sie war aber nicht allzu schön. Wir passierten tolle Reisfelder….

…und besuchten schließlich gegen 3 $ Eintritt pro Person noch eine Krokodilfarm. Was ich davon halten soll, weiß ich noch nicht so genau. Das Schicksal der Tiere ist ja vorherbestimmt. Sie werden hier gezüchtet, um die Haut später zu Leder zu verarbeiten. Trotzdem war das ganze natürlich sehr respekteinflößend, so viele Krokodile auf einem Haufen zu sehen. 


Babykrokodile gab es auch. 


Wir konnten dann noch zusehen, wie Krokodile mit Fisch gefüttert wurden. 


Anschliessend führten wir die Quadtour fort und kamen durch viele Dörfer. Schließlich hielten wir noch an einem Getränkestand, wo unser Guide Wasser für uns kaufte. Ich probierte dort dann noch eine Art Eis, die dort hergestellt wurde. Eis mit Zucker und Bohnen, das schmeckte sehr lecker. Eine viertel Stunde Fahrt verblieb noch und dann war die Tour nach ca. 2 3/4 h wieder vorbei und es ging zurück ins Hotel. Es war nochmal ca. 2 h Zeit zum Ausruhen, denn das Programm für heute war noch immer nicht beendet.

Um 19 Uhr wurden wir erneut abgeholt und zum Circus Phare gefahren, ähnlich Cirque du Soleil auf kambodschanische Art, natürlich nicht ganz so professionell. Aber ein oder zwei Künstler von hier haben es schon dorthin geschafft. Der Eintritt kostet ca. 20 $.. Die Künstler von hier werden in der Artistenschule in Battambang ausgebildet. Die Circus Show in Battambang wird von den Auszubildenden präsentiert, hier in Siem Reap sind die Profis am Werk.

Als wir kurz nach 19 Uhr ankamen bestellten wir erst noch was zum Essen, was sehr lecker war, aber so 5-6 $ gekostet hat. Die Schlangen am Eingang wurden in dieser Zeit immer länger und wir befürchteten schon, keinen guten Platz mehr abzubekommen, was aber am Ende nicht der Fall war.

Heute war Erstaufführung für das Stück „Same same but different“. Der Phare Circus ist eine Mischung aus Akrobatik, Schauspiel und Comedy und die Akteure bringen eine Menge Energie auf die Bühne.

Im Stück „Same same but different“ zeigt den Unterschied zwischen den Kambodschanern und Touristen auf humoristische Art und Weise und ich hab mich leider in vielem wiedererkannt. Es regnet, die Kambodschaner tanzen im Regen, die Touristen packen Regenjacke und Regenschirm aus. Und auch das Gehabe der Touristen mit ihren Selfiesticks und Handies an den Sehenswürdigkeiten wird auf lustige Art und Weise dargestellt. Auf jeden Fall kann ich den Circus nur jedem empfehlen, der zu Besuch in Siem Reap ist.

Nach der Aufführung besuchten wir noch den kleinen anhängenden Shop, wo sich mein Schatz noch mit Musik von der Show eindeckte. Dann ging es aber wirklich zurück und ab ins Bett.