26.02.2020 – 20.03.2020 – Costa Rica – 18. Tag: Tortuguero

Heute Nacht hatte es einen richtigen Tropenregen gegeben. Hat das runter gemacht.

Die Nacht war dann auch kurz. Heute starteten wir nämlich um 05:40 Uhr mit einer Bootstour. Ich war aber sowieso schon um 04:30 Uhr wach.

Eine weitere Bootstour haben wir um 11 Uhr gemacht. Beide Touren dauerten ca. 2 h. Zwischen den beiden Touren nahmen wir unser Frühstück ein. Es gab entweder Pancakes oder Reis mit schwarzen Bohnen und Ei.

Es war schon hell, als wir alle ins Boot stiegen. Wir fuhren zum Eingang des Nationalparks. Dort mussten pro Person 15 Dollar entrichtet werden, um die Kanäle befahren zu dürfen. Der Eintritt war aber wieder in unserem Reisepreis enthalten. Im Nationalpark dürfen die Boote nur langsam fahren. Somit fuhren wir gemütlich am Ufer entlang und hielten nach Tieren Ausschau.

Wir sahen jede Menge Reiher und andere Wasservögel,

Leguane,

Klammeraffen, Brüllaffen, Kaimane,

Basilisken. Dieser sieht aus wie ein Blatt und konnte deshalb von uns zuerst gar nicht erkannt werden.

Danach hätten wir noch die Möglichkeit gehabt, uns mit dem Boot zu einem Berg fahren zu lassen, der einen schönen Aussichtspunkt mit Blick über die Umgebung haben soll. Der Eintritt sollte 2 Dollar kosten, die Bootsfahrt hin und zurück allerdings 10 Dollar. Wir entschieden uns alle dagegen.

Stattdessen liefen wir nach der zweiten Bootstour dann auf einer kleinen Tour durch den Tortuguero Nationalpark. Der Eintritt war in den 15 Dollar schon beinhaltet.

Zuerst einmal mussten wir einen lästigen Köter loswerden, der uns ab dem Parkeingang begleitet hat. Es war zu sehen, dass er sich irgendwo losgerissen hatte. Ständig stellte er sich zähnefletschend vor uns oder raste im Eiltempo an uns vorbei. Ganz wohl war uns dabei nicht. Also gingen wir zurück und die Parkwächterin kam uns zu Hilfe. Danach rannten wir in den Park, damit die Töle nicht wieder hinterherkam.

Ganz laut hörten wir dann die Brüllaffen über uns. Und dann entdeckten wir sie auch hoch oben in den Baumgipfeln.

Vorerst waren wir völlig alleine hier im Park. Die Ruhe war mal sehr angenehm.

Nach kurzer Zeit kamen wir an einen Strand. Hier war ganz schöner Wellengang und Brandung. Ganz anders als noch am Pazifik.

So richtig wussten wir dann nicht, wo der Weg weitergeht. Wir liefen nach links am Strand entlang und waren auf einmal im wahren Tortuguero. Hier liefen wir durch die Wohngebiete der Einheimischen und das erinnerte dann doch ganz stark an Kambodscha. Sehr ärmliche Verhältnisse. Aber hier war das wahre Leben und das war wieder etwas bedrückend, wenn man sieht, wie andere so leben müssen.

In den Bäumen sahen wir dann noch diese Vogelnester.

Da dies ja aber nicht der Weg war, den wir eigentlich gehen wollten, liefen wir wieder zurück und fanden einen anderen Waldweg, den wir dann weiterliefen. Viele Tiere sahen wir nicht mehr. Nur eine Libelle setzte sich auf ein Blatt. Wir hörten zwar immer wieder Tierlaute oder ein Rascheln, gesehen haben wir aber außer einer Spinne, keine weiteren Tiere mehr.

Nur auf dem Rückweg trafen wir auf eine Gruppe mit Guide, die mit ihren Kameras und Ferngläsern hoch in die Baumkronen schauten. Wir suchten und suchten, konnten aber nichts entdecken. Bis wir denn doch mit dem Tele der Kamera das Faultier entdeckten, aber immer noch war es schwierig dieses zu identifizieren.

Zurück im Hotel machten wir uns frisch.

Danach ging ich mit Taschenlampe bewaffnet nochmal im Garten auf Tiersuche. Das Tor Richtung Strand war schon geschlossen. Dort darf man abends nicht mehr hin, weil die Schildkröten dort ihre Eier ablegen. So stromertet ich also durch den Garten und hörte auf einmal ein Rascheln in der Baumkrone. Dann sahen mich zwei rote Augen aus der Dunkelheit an. Wieder ein Kinkajou, aber dieses Mal viel näher als am Vortag. So gelang mir dann auch noch ein gutes Foto. Ich fand noch eine Spinne, einen Krebs und eine Eidechse.

Um 18:30 Uhr waren mit vier Mitreisenden im Restaurant am Wasser verabredet. Das Essen dort war sehr lecker, mit das beste auf der Reise. Die Fruchtsäfte schmeckten auch sehr gut.

26.02.2020 – 20.03.2020 – Costa Rica – 17. Tag: Fahrt nach Tortuguero, Bananenverpackungsfabrik und Nightwalk

Heute hatten wir wieder eine längere Fahrt vor uns. Um 08:30 Uhr ging es los, Ziel war Tortuguero. Ca. 2,5 h Busfahrt lagen erst mal vor uns. Ich war nicht böse drum, Sarapiquí zu verlassen.

Unterwegs kamen wir an der Delmonte Bananenpackerei vorbei. Hier hielten wir an und schauten uns von außen ein bisschen die Fabrik an.

Hier werden pro Tag ca. 5000 Kisten Bananen verpackt. Die Bananenstauden werden über ein Transportsystem vom Feld in die Fabrik geliefert.

Hier werden sie gewaschen und sortiert. Es gibt drei Kategorien. Es fallen ca. 12 % Ausschuss an, da die Kunden ganz spezielle Vorgaben haben. Gerade Bananen sind zum Beispiel nicht gewünscht, auch wenn diese ganz normal schmecken und eigentlich gut sind. So einen Blödsinn müsste man meiner Meinung nach auch mal abschaffen.

Am Ende werden die Bananen dann verpackt.

Normale Arbeiter verdienen hier ca. 300.000 Colones pro Monat und arbeiten 8 h im Akkord. Immerhin sind sie versichert.

Eine Kiste Bananen bringt ca. 5,85 Dollar ein.

Als wir weiterfuhren, wurden die Bananen gerade vom Feld zur Fabrik über die Straße gezogen.

Nachdem wir passieren konnten, fuhren wir an vielen Bananenplantagen vorbei. Unser Guide erzählte uns, dass mindestens einmal im Monat mit dem Flugzeug gespritzt wird, also nichts mit Bio.

Ab hier wurde die Straße dann extrem schlecht. Schotterpiste mit vielen Schlaglöchern. So brauchten wir dann eine weitere Stunde bis zum Bootsanleger.

Hier warteten viele Touristen auf ihre Boote zum Übersetzen nach Tortuguero, es wimmelte geradezu von Menschen.

Nach Tortuguero durften wir, aufgrund der Bootsfahrt, pro Person nur eine Reisetasche mit 12 kg mitnehmen. Wir hatten deshalb am Vorabend zusammen eine kleine faltbare Tasche mit dem Nötigsten für zwei Tage zusammengepackt. Jeder von uns hatte dann noch seinen Rucksack mit dem Kameraequipment. Das Hauptgepäck blieb im Bus und unser Busfahrer ist damit in die Zentrale gefahren.

Dann ging es für 1,5 h aufs Boot. Mit vollem Speed ging es durch die Kanäle, die links und rechts von immergrünem tropischen Regenwald gesäumt waren. Da fühlt man sich ein bisschen wie auf dem Amazonas. Und wir hatten wohl den schnellsten Fahrer an Bord, rechts und links wurden alle anderen Boote überholt.

Nach 1,5 h erreichten wir den Ort Tortuguero und unser Hotel Miss Junies. Auch hier wurden wir mit einem Willkommensdrink empfangen. Die Zimmer sind sehr einfach, aber ausreichend.

Einen Swimmingpool gibt es auch.

Gegen 14 Uhr schlenderten wir dann mal durch den Ort. Der hat irgendwie den Charme des Vergammelten. Wäre es hier etwas gepflegter, würde es mir vom Flair her gut gefallen. Irgendwie fühlt man sich hier ganz anders als an den Orten bisher. Die Karibik scheint sich da doch sehr vom Pazifik zu unterscheiden. Allerdings ist hier auch alles viel ärmlicher und man muss es leider sagen, auch vermüllt. Hier in Tortuguero ist aber auch alles sehr teuer. Ein Magnet sollte zum Beispiel 10 Dollar kosten, das habe ich mir verkniffen. Wir erkundigten uns im Dorf noch nach einem Nightwalk, entschieden uns dann aber doch, das Angebot unseres Hotels wahrzunehmen.

Im Ort tranken wir noch einen Cappuccino, mit Blick auf den Kanal.

Gegen 18:30 Uhr sollte dann der Nightwalk stattfinden. Da das Restaurant nur von 18 Uhr bis 20 Uhr geöffnet ist, konnten wir unser Essen vorbestellen und erhielten dies dann direkt nach der Nachtwanderung.

Um 18:30 Uhr trafen wir uns also zu viert mit dem Guide vor dem Hotel, die Stirnlampen im Gepäck.

Zuerst erkundeten wir den hoteleigenen Garten und fanden sofort eine riesige Kröte, einen Vogel und ein Stachelschwein.

Danach verließen wir das Hotel und liefen ca. 2 km einen Weg entlang, dann über ein größeres Feld und wieder zurück.

Wir sahen in dieser Zeit mehrer Spinnen, Leguane, 5 oder 6 Faultiere, einen Kinkajou und mehrere Frösche. Bestimmt habe ich jetzt irgend etwas vergessen.

Einer der Frösche saß wie auf dem Präsentierteller an einem trockenen Halm. Ein echt putziges Kerlchen.

Unterwegs erklärte der Guide auch noch viele Pflanzen. Es war auf jeden Fall ein erfolgreicher Abend. Die 25 Dollar Gebühr pro Person musste nach der Führung in bar entrichtet werden.

Danach nahmen wir das Abendessen im Restaurant ein. Ich hatte Jerk Chicken, ein typisches Gericht hier in der Karibik.

26.02.2020 – 20.03.2020 – Costa Rica – 16. Tag: Finca Sura und Tirimbina Reservat

Zum Frühstück gab es heute frisch zubereitetes Omelette, sehr lecker. Die Zutaten konnte man sich selbst auswählen, u.a. Schinken, Käse, Jalapeños, Zwiebeln etc. Reis mit schwarzen Bohnen gibt es ja fast überall, wie auch die Kochbananen. Und natürlich leckeres Obst.

Heute fuhren wir erst um 09:30 Uhr los, somit konnten wir etwas ausführlicher frühstücken.

Mit dem Bus fuhren wir dann zur Finca Sura, ein landwirtschaftlicher Betrieb, wo man auch übernachten kann.

Überall liefen Gänse und andere Wasservögel umher.

Zur Begrüßung wurden wir mit frischem Ananassaft empfangen.

Dann startete die Führung über das herrliche Gelände. Unser Guide übernahm die Übersetzung, da der Führer nur spanisch sprach. Hier wird alles ohne Agrochemikalien angebaut und natürliche Bio.

Folgende Pflanzen bekamen wir zu sehen, riechen, schmecken:

Kakaobohnen, diese konnten wir lutschen, war etwas glibberig, aber sehr lecker. Die Überreste wurden ausgespuckt.

Bananen

Maniok, schmeckt ein bisschen wie mehlige Kartoffeln, mein Ding ist es nicht unbedingt.

Vanille

Pfeffer

Guanabana

Ingwer, dieser roch so herrlich intensiv. Ich glaube, den versuchen wir zuhause auch mal anzubauen.

Süßkartoffeln

Kurkuma, auch dieser war ein intensives Geruchserlebnis

Nanpi

Ananasblüten und -pflanzen, diese durften wir auch probieren und das war die beste Ananas, die ich je gegessen habe.

Maniok

Zimt, dafür schabte der Guide ein bisschen Rinde des Baumes ab…und wieder dieser intensive Geruch.

Angeblich soll es hier auch Schlangen geben, wir haben aber keine zu Gesicht bekommen.

Unterwegs trafen wir dann noch auf Mathilda, die genüsslich unsere Ananasreste aufaß.

Ein kleines Stück Weg war üppiger Vegetation umgeben.

Und in einer Ecke sollen öfters Pfeilgiftfrösche zu sehen sein, die wir dann auch schnell zu Gesicht bekamen. Ich habe mir diese aufgrund Fotos immer viel größer vorgestellt, tatsächlich sind sie aber nur höchstens Fingernagel groß. Mehrere rote Frösche tummelten sich am Fuße der Bäume.

Nach der Führung wurde uns noch leckerer Guanabana Saft, Ananas Kuchen, Kaffee angeboten.

Wir kauften noch ein paar Tütchen frischen Ingwer, Kurkuma und Kakaobohnen. Man konnte dafür spenden, was man wollte. Unser Guide riet uns, 1 Dollar pro Tütchen zu spenden.

Dann setzten wir unsere Fahrt fort, bis unser Fahrer auf einmal anhielt, weil Brüllaffen in den Bäumen waren. Und jetzt haben wir sie so nah wie noch nie vorher gesehen. Und mit der großen Kamera sind tolle Fotos gelungen. Mit dem Handy eher weniger.

Unser Weg führte uns dann ins Tirimbina Reservat. Hier fanden wir es richtig toll, da dieser Park noch richtig ursprünglich ist und nicht so menschenüberlaufen. Ein wirklicher Geheimtipp.

Auf jeden Fall sollten wir hier feste Schuhe anziehen, weil es auch hier Schlangen gibt. Aber auch hier haben wir keine zu sehen bekommen.

Und kaum hatten wir den Park betreten, fanden wir auch schon den ersten roten Pfeilgiftfrosch, sogar mit einer Kaulquappe auf dem Rücken. Und gleich nebendran kam dann auch noch ein grün-schwarzer Frosch zum Vorschein.

Die Vegetation im Park war auch echt toll und wieder viele Epiphyten.

Im Baum saß auch noch ein Faultier, dieses war aber mit bloßem Auge auch schon wieder schwierig zu erkennen.

Dann fing es an zu regnen, was hier in der Region aber ganz normal ist. Die Regenjacken wurden ausgepackt, aber das war viel unangenehmer als ohne Jacke zu gehen.

Würgefeigen gab es auch wieder und auch eine Hängebrücke.

Uns hat es hier besser gefallen, als am Arenal, wo es viel zu überlaufen war.

Nach ca. 2,5 h war unser Rundgang beendet, wir hatten noch ein paar weitere rote Frösche gesehen und diesen tollen Schmetterling, der minutenlang ruhig sitzen blieb.

Zurück im Hotel setzte ich mich noch auf den Balkon und bekam einige Mückenstiche ab. Nach dem Duschen gingen wir wieder gegen 19 Uhr essen. Heute hatte ich das landestypische Gericht Casado mit Fisch. Und den leckeren Ananassaft, den ich auch schon am Vorabend hatte.

Hinterher trafen wir uns zu viert nochmal in einer Sitzecke und und leerten unsere noch halbvollen Weinflaschen. Irgendwie drehten sich die Gespräche dann aber auch immer wieder um Corona.

26.02.2020 – 20.03.2020 – Costa Rica – 15. Tag: Fahrt über Alajuela nach Puerto Viejo de Sarapiqui

Inzwischen ist Corona auch hier in Costa Rica angekommen. Vor ein paar Tagen gab es ein paar wenige Fälle, der Virus hat sich jetzt aber auch schon ausgebreitet und das Krankenhaus in Alajuela nimmt keine Patienten mehr auf. Ein Arzt hat den Virus hier wohl eingeschleppt.

Bisher waren wir ja froh, dem Wahnsinn in Deutschland entkommen zu sein. Nachrichten über leere Supermärkte durch Hamsterkäufe, jetzt Bundesligaspiele vor leeren Rängen, geschlossene Schulen….

Hier läuft alles noch normal und wir hoffen, dass Corona nicht noch Auswirkungen auf unsere Reise haben wird. Aber heute trafen auch erste Nachrichten ein, dass die Uni in San José ab morgen geschlossen werden soll.

Ansonsten hatten wir heute nur eine lange, lange Fahrt vor uns und der Tag hatte etwas von „10 kleine Negerlein“. Nach dem Frühstück mussten wir uns nämlich leider von den ersten beiden Mitreisenden verabschieden, die die Reise ohne die offizielle Verlängerung gebucht haben und stattdessen noch vier weitere Tage in Samara blieben. Unser Bus brachte sie noch in das andere Hotel und unsere Fahrt führte uns mehrere Stunden nach Alajuela, das in direkter Nachbarschaft zu San José liegt.

Auf der Fahrt erzählte unser Guide etwas über das Gesundheitssystem in Costa Rica. Grundsätzlich sind alle Costa Ricaner krankenversichert, die angestellt sind. Das Problem ist allerdings, dass der Anteil an Schwarzarbeit sehr hoch ist und all diese Menschen sind dann auch nicht versichert. Allerdings wird auch niemand eine Versorgung verweigert, der nicht versichert ist. Termine für bestimmte Spezialbehandlungen, z. B. Ultraschall oder Ähnliches sind sehr schwer zu bekommen oder mit langen Wartezeiten verbunden, es sei denn, man geht in eine Privatpraxis und bezahlt die Behandlung selbst….

Unterwegs machten wir wieder Pause an der Raststätte mit den roten Aras.

Und heute passierte ein Kuriosum. Wir saßen im Café, ich hatte wieder einen Frappé Cappuccino und Björn ein Frutas Mixtas. Am Nachbartisch saß auch eine Deutsche. Und bevor man sich versehen konnte und bevor die Dame reagieren konnte, flog der Ara mitten ins Café und klaute das Kaffeestückchen vom Teller.

Danach fuhren wir weiter nach Alajuela, wo wir eine kurze Stadtbesichtigung machten.

In den Bäumen hier saßen auch Papageien in den Kronen.

Weiter ging es zur katholischen Kirche.

Anschließend nahmen wir noch gemeinsam ein Eis ein. Da dies Bestandteil des Reiseplans war, wurde dieses vom Guide bezahlt.

Das war auf jeden Fall sehr lecker.

Dann fuhren wir zum Hotel in Alajuela und hier hieß es wieder Abschied nehmen. Drei weitere Mitreisende hatten die Reise ohne Verlängerung gebucht und fliegen morgen wieder nach Hause. Ein weiterer Mitreisender hat auch nicht die Verlängerung gebucht, setzt aber seine Reise noch 3 Wochen in Bolivien und Chile fort. Heißt, für die Verlängerungswoche sind wir jetzt nur noch zu neunt.

Wir Neun fuhren nun also weiter in die Karibik. Unser heutiges Ziel war Puerto Viejo de Sarapiquí. Unterwegs hielten wir am Wasserfall La Paz und machten einen kurzen Fotostop.

Ein weiterer Stop am Wasserfall San Fernando folgte.

Wir befuhren in den Bergen eine Straße, die vor ein paar Jahren durch ein Erdbeben völlig zerstört worden war und es hieß, dass diese Straße wohl nie wieder befahrbar sein würde. Dann taten sich die Einwohner dort aber zusammen und haben die Straße in Eigenregie wieder befahrbar gemacht und das innerhalb eines Jahres. Heute ist die Straße besser als vorher.

Nach langer Fahrt kamen wir dann in Puerto Viejo de Sarapiqui im Hotel El Bambu an. Hier erhielten wir das erste Mal auf der Reise einen Willkommensdrink. Das Hotel liegt direkt an der Straße, die Zimmer sind aber kleine Bungalows, die sich hinter dem Haupthaus, verbunden durch Holzstege mitten im Dschungel liegen. Urwaldgeräusche inklusive.

Die Zimmer sind sauber und angenehm, aber das Bett geht überhaupt nicht. Alleine ist es ok, zu zweit gleicht es einer Berg- und Talbahn und Rückenschmerzen lassen grüßen.

Nach der Ankunft schlenderten wir durch den Ort, der aber wenig zum Verweilen einlädt. Ein Chinaladen neben dem anderen und außer dem Restaurant in unserem Hotel haben wir keine weitere Essensmöglichkeit gefunden. Wir kauften noch ein wenig Obst und gingen wieder zurück ins Hotel, weil wir uns hier nicht wohl fühlten. Als ich auf dem Bett lag, wackelte auf einmal das ganze Zimmer. Die Vermutung liegt nahe, dass ein kleines Erdbeben war.

Unser Guide erzählte uns, dass dies hier eine ganz arme Region Costa Rica’s ist und es deshalb so ganz anders ist als bisher. Teilweise verdienen die Leute hier wohl nur ca. 1,5 Dollar pro Tag.

Nach dem Duschen gingen wir dann gegen 19 Uhr ins hoteleigene Restaurant. Das Essen hier war allerdings sehr lecker und auch viel billiger als an unseren bisherigen Stationen.

Mein Ananassaft hat nur rund 850 Colones gekostet, ca. 1,5 Dollar. Zum Essen hatte ich überbackene Hähnchenbrust.

26.02.2020 – 20.03.2020 Costa Rica – 14. Tag: Sámara

Heute hatten wir einen weiteren freien Tag in Sámara. Das war mal ganz angenehm, drei Nächte in einem Hotel zu sein und nicht ständig Koffer packen zu müssen, wobei mir allerdings eine weitere Nacht in unserem letzten Hotel lieber gewesen wäre. So war gestern aber auf jeden Fall auch mal Zeit, Wäsche waschen zu lassen. 8 Dollar hat das Waschen für 2 kg Wäsche gekostet.

Da es heute kein Programm gab, ließen wir uns erst ein bisschen treiben. Etwas später und länger Frühstücken. Dann schlenderte ich mit einer Mitreisenden noch durch den Ort, auf der Suche nach Souvenirs und Postkarten, wurde aber bei beidem nicht fündig. Die Postkarten sahen aus, als wenn sie schon länger dort hingen und Magneten gab es auch keine schönen.

Grundsätzlich hatte ich hier in Sámara eher das Gefühl, in der Karibik zu sein, auch wenn wir noch gar nicht in der Karibik sind. An den bisherigen Orten hatte ich eher so das Gefühl in Spanien zu sein. Hier auf der Halbinsel Nikoya herrscht irgendwie schon eine andere Lebensart vor.

Dann wollte ich noch ein Eis, die Gelateria hatte aber geschlossen. Am Hotelpool gab es dann nur noch Sonnenplätze, was mit meinem Sonnenbrand keine gute Idee war, deshalb verzog ich mich dort auch schnell wieder.

Schließlich war es dann 13:30 Uhr und wir wurden zu viert am Hotel für unsere gebuchte Kajaktour abgeholt. Ca. 20 Minuten mussten wir mit dem Bus fahren. Wir kamen wieder am Carrillo Beach vorbei und in einem anderen Hotel wurde noch ein weiteres deutsches Ehepaar eingeladen. Am Ziel angekommen, stoß noch ein amerikanisches Ehepaar dazu. Die beiden waren letztes Jahr sogar mal in Mainz gewesen.

Der Guide erwartete uns auch schon mit drei Zweierkajaks und zwei Einerkajaks.

Nach einer kurzen rudimentären Einweisung ging es dann los. Die Schwimmwesten waren zwar obligatorisch an Bord, mussten aber nicht angezogen werden.

Wir erkundigten uns, ob es auch Krokodile gibt, da unser Guide am Vortag eines in den Mangroven erspäht hatte. Die Antwort war, dass es kleinere Krokodile gibt, aber schon seit 6 Monaten keine mehr gesehen wurden. Sehr beruhigend 😉.

So fuhren wir also durch die Mangroven und trotz der großen Hitze war es dann auf dem Wasser recht angenehm. Hut und Sonnenbrille durfte aber natürlich nicht fehlen.

Das Paddeln machte großen Spaß und hier auf dem Fluss hatte ich auch weniger Probleme als letztes Jahr auf dem offenen Meer.

Wir sahen Fledermäuse an einem Baum sitzen und viele Seevögel. Die MS Dresden und die MS Moguntia lieferten sich immer wieder kleine Duelle 😉.

Der Guide erläuterte uns die roten Mangroven und nach ca. 40 Minuten Fahrt sahen wir das offene Meer, mit einer mächtigen Brandung. Dort machten wir dann auch Pause.

Jeder bekam erst mal ein Getränk, Wasser oder Saft. Zwei Pelikane wateten im Wasser, flogen aber alsbald davon. Wir machten einige Fotos und Videos. Und auf einmal schwappte eine Riesenwelle an Land und so schnell konnte man gar nicht gucken war alles überschwemmt und ich stand mitten im Wasser. Einer solchen Wassermenge haben dann auch die wasserdichten Schuhe nicht mehr standgehalten, zumal ja alles von oben reingeschwappt ist. Sei’s drum.

Der Guide packte dann noch leckere Ananas und Wassermelone aus. Die Ananas hier sind sowieso ein Traum, so richtig schön mild und nicht so sauer wie bei uns zuhause.

Wir kamen dann noch mit den anderen Deutschen und Amerikanern ins Gespräch und traten dann wieder die Rückfahrt an. Diese kam mir viel kürzer vor als die Hinfahrt. Unterwegs setzten wir dann nochmal kurz auf einer Sandbank auf, der Fluss hatte an dieser Stelle höchstens 30 cm Tiefe. Wir versuchten noch eine Mitreisende zu „retten“, indem wir das Ruder rüberreichten und sie rausziehen wollten, das hat aber nicht ganz geklappt und der Guide musste nachhelfen. Jetzt wussten wir, warum die Tour nur bei Flut stattfindet und in der Mittagshitze. Wir hätten sie nämlich eigentlich lieber am Morgen gemacht.

Der Guide wies uns dann noch auf einen Vogel hin, der sein Nest aus Pferdehaaren baut. Aber diese müssen ja auch erst mal gefunden werden.

Schließlich waren wir zurück an Land und waren doch ziemlich durchnässt, vor allem die Hosen, aber bei 30 Grad ist das ja nicht so tragisch.

Auf der Busfahrt schwärmte das deutsche Paar noch von Tortuguero, wo wir ja in den nächsten Tagen noch hinkommen. Ebenso waren sie der Meinung, dass La Réunion die schönste Insel überhaupt wäre und wir da unbedingt noch hin müssten. Aber das steht ja sowieso schon auf der Bucket List.

Zurück im Hotel berichteten wir den anderen dann erst mal von unseren Erlebnissen und dann wartete die Dusche. Björn und ich gingen dann noch am Strand essen, war hatten beide Pasta. Der Mond stand wieder so schön am Himmel.

Um 20 Uhr hatte sich die ganze Gruppe dann nochmal in einer Strandbar verabredet, weil morgen die ersten Abschiede bevorstanden. Wir hatten also nochmal einen letzten gemeinsamen Abend geplant. Drei Mitreisende fehlten leider, die anderen ließen es sich bei einem Cocktail oder einem Bierchen gut gehen. Ich hatte einen Mai Tai. Auch die Cocktails kosten hier genauso viel wie in Deutschland.

Gegen 22 Uhr machten wir uns alle nach und nach auf den Weg zurück ins Hotel und dann war auch schon wieder Koffer packen angesagt.

26.02.2020 – 20.03.2020 Costa Rica – 13. Tag: Sámara

Heute stand eigentlich ein kompletter freier Tag auf dem Programm. Unser Guide hatte uns aber angeboten, einen Transfer in die Nachbarbucht zu organisieren.

Nach dem Frühstück, heute gab es kein Buffet, sondern man konnte zwischen 4 Gerichten wählen, holte uns der Bus um 09:00 Uhr im Hotel ab. 5 Dollar kostete der Transfer pro Person.

Die Nachbarbucht war fast menschenleer, die Wellen hielten sich in Grenzen und es gab einen schönen Sandstrand, der von Palmen gesäumt wurde.

Hier tummelten wir uns 3 h. Das Wasser war herrlich warm, um die 28-30 Grad. Zweimal sprangen wir in die Fluten. Teilweise türmten sich die Wellen über und oder wir sprangen mitten hinein. Endlich kam ich auch mal zum Buch lesen.

Leider war ich wohl etwas zu lange im Wasser und habe mir einen heftigen Sonnenbrand zugezogen, trotz 30er Creme.

Nachdem wir mit dem Bus zurück nach Sámara gefahren waren, erkundigten wir uns nach einer Kajaktour durch die Mangroven für den nächsten Tag. Wir tranken an einem Strassenstand noch einen leckeren Smoothie, gingen kurz einkaufen und hielten dann ein Nickerchen auf dem Zimmer. Das hat mal ganz gut getan.

Es haben sich dann 4 Personen zusammengefunden und wir haben die Kajaktour für morgen gebucht. Ein Zweierkajak für Björn und mich und zwei Einerkajaks. Pro Person waren 45 Dollar fällig. Costa Rica ist wirklich kein billiges Land.

Zum Sonnenuntergang bzw. Mondaufgang liefen wir dann nochmal zum Strand. Das war schon fantastisch, wie sich der Vollmond hinter dem Hügel hervorschob. Die besseren Fotos sind natürlich wieder mit der großen Kamera gelungen.

Abendessen gab es wieder im Hotel. Ich hatte dieses Mal ein Thunfischsteak.

Danach saß ich noch ein bisschen auf dem Balkon, was direkt an der Straße aber nicht so angenehm war.

26.02.2020 – 20.03.2020 – Costa Rica – 12. Tag: Fahrt nach Sámara

Heute ging es wieder erst um 08:30 Uhr mit dem Bus los, also konnten wir uns mit dem Frühstück ein bisschen Zeit lassen. Hier in diesem Hotel hat es uns sehr gut gefallen. Wir wären gerne noch 1-2 Nächte länger geblieben.

Auf unserem Weg kamen wir an einem Strassenstück vorbei, das völlig vermüllt war. Über einen Kilometer sah man überall Mülltüten liegen oder Plastikfetzen in Stacheldrähten hängen….und die Regierung von Liberia scheint nichts dagegen zu tun.

Unser Guide erzählte uns noch, dass die Energieversorgung in Costa Rica zu 100 % aus erneuerbaren Energien erzeugt wird: Windenergie, Sonnenenergie, Wasserkraft….bei uns in Deutschland sind es glaube ich nur 20 %.

Unser erster Stop war dann in Liberia, wo wir uns eine halbe Stunde aufhielten. Wir besichtigten kurz die Kirche, in der gerade ein Gottesdienst stattfand. Die Kirche war gut besucht.

Im Park ließen wir uns eine frische Kokosnuss schmecken.

Und die Ampeln und Stromleitungen musste ich auch einfach mal fotografieren. Die Ampeln schwangen lustig im Wind hin und her. Die Stromleitungen hier sind nicht ganz so chaotisch wie in Kambodscha, aber doch schon anders als in Deutschland.

Nächster Halt war dann in Nicoya, wo wir von einem Orchester empfangen wurden.

Insgesamt hatten wir eine Stunde Zeit, die wir nutzten, um einen köstlichen Brombeersaft zu genießen.

Auf dem Weg zurück zum Bus saßen dann zwei Leguane in den Bäumen.

Schließlich kamen wir dann in unserem Hotel Giada in Sámara an. Hier warmes weit über 30 Grad. Check-In war erst um 14 Uhr und wir waren ein bisschen zu früh da, deshalb waren die Zimmer noch nicht fertig. Wir waren dann auch die letzten, die ihr Zimmer beziehen konnten.

Das Hotel hat zwei Pools, der eine davon ist richtig nett.

Nach ein bisschen Erholung auf dem Zimmer zogen wir dann zu zweit durch den Ort und zum Strand.

Sámara ist ein kleiner, gemütlicher Strandort mit einer idyllischen Badebucht und vielen kleinen Bars und Restaurants, aber auch ein wenig touristisch.

Mit dieser Aussicht genossen wir dann erst mal einen Becher Vanilleeis.

Dann liefen wir noch ein bisschen am Strand entlang.

Den Tag beendeten wir mit einem Abendessen in unserem Hotel. Ich hatte eine leckere Vegane Pizza mit Avocado und eine Limonade mit Ingwer–Minze.

Leider haben wir nicht die besten Zimmer abbekommen. Unser Zimmer liegt direkt zur Hauptstraße raus, so dass weder das sitzen auf dem Balkon noch das Schlafen sehr angenehm ist.

26.02.2020 – 20.03.2020 Costa Rica – 11. Tag: Rincón de la Vieja Nationalpark

In der letzten Nacht hatte es sehr gestürmt und geregnet. Auf dem Blechdach hatte es richtig geprasselt.

Nach dem sehr leckeren Frühstück, dieses Mal gab es auch Pancakes und Kuchen, ging es wieder um 8:00 Uhr mit dem Bus los. Ziel war der Rincón de la Vieja Vulkan bzw. der dazugehörige Nationalpark.

Aufgrund der Mischung aus Regen und Sonnenschein, bekamen wir auf dem Weg dorthin diesen wunderschönen Regenbogen zu sehen.

Nach nur 20-30 Minuten Fahrtzeit kamen wir an.

Es war weiterhin sehr stürmisch und es regnete auch leicht. Somit wurde die Regenjacke besser mitgenommen. Obwohl wir hier nur 1 km niedriger als in Monteverde waren, war die Vegetation komplett anders. Auf den Baumstämmen waren zum Beispiel keine Epiphyten zu sehen.

Dann bekamen wir sehr viele Würgefeigen in den unterschiedlichsten Formen zu sehen.

Heute hatten wir sehr viel Glück bei der Tierbesichtigung. Zuerst saß ein kleiner roter Vogel auf einem Ast. Es ist noch nicht geklärt, ob es sich um einen Orange-bellied Trogon oder um einen Collard trogon handelte 😉. Im Buch sahen die beiden ziemlich ähnlich aus.

Kurz später entdeckte unser Guide eine Art Truthahn im Gebüsch, einen Crax Rubra.

Und nur ein paar Meter weiter, schwangen sich auf einmal die Klammeraffen durch die Bäume. Das macht immer wieder Spaß, bei diesem Schauspiel zuzuschauen.

Bekannt ist der Rincón de la Vieja aber für seine heißen Quellen und dampfenden Fumarolen. Diese konnten immer wieder im Park begutachtet werden.

Dieses nette Bäumchen hatte sehr viele Stacheln.

Und dann sahen wir noch dieses Faultier am Baum hängen 😂.

Kurz später bekamen wir dann auch endlich zum ersten Mal einen Tukan zu Gesicht. Da war die Freude bei allen groß. Er saß in einiger Entfernung auf einem Baum und konnte recht gut gesehen werden. Trotz einiger Schwierigkeiten, weil sich durch den Wind ständig die Äste bewegten, die etwas die Sicht versperrten, habe ich ihn mit der großen Kamera glaube ich ganz gut einfangen können.

Danach änderte sich die Landschaft dann auf einmal völlig. Es wurde sehr karg und trocken und ganz andere Pflanzen waren zu sehen.

Hier bekamen wir erneut eine Affenhorde zu Gesicht, die in den Bäumen rumturnte.

Dies ist eine Art Baumwollpflanze.

Weitere Fumarolen waren zu begutachten.

Ein Gruppenfoto der anderen Art 😉.

Und ein paar weitere Eindrücke.

Kurz später war der Rundweg dann beendet.

Wir fuhren mit dem Bus zurück zur Unterkunft, wo wir Zeit zur freien Verfügung hatten. Ich setzte mich erst mal auf die Terrasse, die wir uns mit unseren Nachbarn teilten. Björn hielt ein Nickerchen. Leider nieselte es immer wieder.

Ich ging dann mal zum Pool und wollte etwas lesen, aber sofort setzte der Regen wieder ein, trotz blauem Himmel. Und es war auch immer noch sehr windig.

Dann wollte ich mir ein Eis holen, was es aber leider nicht gab, somit entschied ich mich für eine heisse Schokolade. Mit zwei Mitreisenden saß ich dann noch im Restaurant, danach wieder auf der Terrasse.

Um 18:30 Uhr gab es Abendessen.

Da eine andere Grossgruppe bereits reserviert hatte, hatte das Restaurant für uns keine Reservierung mehr angenommen und somit saßen wir etwas verteilt im Restaurant.

Ich hatte heute mal einen Maracujasaft.

Zum Essen hatte ich Fischfilet mit Kartoffelbrei und Gemüse. Die Portionen fielen kleiner aus als am Vortag, wahrscheinlich auch aufgrund der anderen Gruppe. Ebenso war es deshalb sehr laut und ungemütlich, so dass wir uns wieder in größerer Gruppe vor unser Haus setzten und ließen den Abend mit Wein ausklingen.

26.02.2020 – 20.03.2020 Costa Rica – 10. Tag: Wasserfall Llanos del Cortes und Fahrt zum Rincon de la Vieja

In der letzten Nacht hatte es ziemlich gestürmt. Heute konnten wir etwas länger schlafen als üblich, es ging erst um 08:30 Uhr mit dem Bus los.

Unser Weg führte uns heute in die Region Guanacaste. Letztes Jahr wurde doch eine Straße nach Monteverde geteert, diese befuhren wir. Lt unserem Guide wurde aber einfacher Strassenbelag gewählt und er ist der Meinung, dass der Belag nicht länger als ein Jahr hält.

Nach ca. 1,5 h Fahrt machten wir Stop an einer Raststätte. Hier saßen die roten Aras hoch oben in den Baumgipfeln, die wir mit der Kamera einfangen konnten.

Ich trank dann noch einen Frappé Cappuccino und aß ein Nuss-Teilchen. Björn hatte ein Schoko-Croissant, das sogar noch aufgewärmt wurde.

Nach einer weiteren halben Stunde Busfahrt stoppten wir am Llanos de Cortes Wasserfall. Früher konnten hier freiwillig Spenden hinterlassen werden, heute kostet es ca. 8 Dollar, das Geld fließt aber weiterhin in lokale Einrichtungen, z. B. die Schule etc. Der Eintritt war aber wieder bereits in unserem Reisepreis enthalten. Jeder bekam ein orangenes Armbändchen.

Am Wasserfall hatten wir dann die Möglichkeit, uns in die Fluten zu stürzen. Das war eine angenehme Erfrischung. Was ich in Kuba ausgelassen hatte, holte ich dann hier nach.

Als wir wieder die Treppe zum Bus nach oben liefen, saßen in den Baumkronen Brüllaffen.

An der Ausfahrt gab es einen Strassenstand, an dem Trink–Kokosnüsse für 1 Dollar verkauft wurden. Dort schlugen wir dann zu. Die hätte ich zwar lieber am Strand oder Pool genossen, als im Bus, aber man muss ja flexibel sein. Kommt vielleicht noch.

Anschließend konnten wir noch im Supermarkt einkaufen.

Nach einer weiteren Stunde Autofahrt kamen wir dann in unserem Hotel Rinconcito Lodge an und hatten dann den halben Tag zur freien Verfügung.

Das Hotel besteht aus vielen kleinen Bungalows, die schön am Hang gelegen sind und von einem schönen Garten umgeben sind. Auf der Terrasse hängt eine große Hängematte und die Zimmer sind schön groß und sauber. Zwei Doppelbetten stehen darin.

Björn legte sich an den Pool, ich schrieb ein bisschen Blog auf der Terrasse. Bei Dämmerung zog ich nochmal auf einen kurzen Streifzug los. Ein idyllischer Trail, der zur Hotelanlage gehört. Da es aber bald duster wurde, kam ich nicht so weit und drehte an dieser Hängebrücke um.

Nach den Duschen begaben wir uns gegen 18:45 Uhr zum Abendessen. Dies war wieder nur im Hotel möglich, da dieses sehr abseits liegt. Vier Mitreisende hielten sich schon dort auf und wir gesellten uns dazu. Das Essen war gut und günstig. Als Vorspeise gab es Salat oder Karottensuppe, wir entschieden uns für die Suppe. Als Hauptspeise hatte ich Fajita und Björn Hühnchenbrust und dann konnte man sich noch zwei Beilagen auswählen, z. B. Kartoffelpüree, Reis, gebratene Kartoffeln, Gemüse… Einen kleinen Nachtisch gab es auch noch. Das Ganze für 12 Dollar. Getrunken haben Frutas Mix, also mehrere Fruchtsäfte gemischt, das war sehr lecker.

Alle anderen hatten sich im Supermarkt mit Essen eingedeckt und aßen auf ihrer Terrasse.

Nach dem Essen saßen wir dann noch in geselliger Runde vor unserer Unterkunft, bevor sich die Runde gegen 22 Uhr auflöste.

26.02.2020 – 20.03.2020 Costa Rica – 09. Tag: Reservat Santa Elena und Canopy-Tour

Heute hatte ich zum ersten Mal eine kalte Dusche. In der Nacht im Bett war es auch schon etwas kalt gewesen, so dass mir das nicht so gelegen kam. Hier in Monteverde ist es doch kühler als in anderen Regionen des Landes. Nach dem Frühstück ging es wieder um 08:00 Uhr los. Nach 20 Minuten Busfahrt steil bergauf und auf nicht asphaltierten Wegen erreichten wir unser Ziel.

Die meisten Touristen besuchen den oft überlaufenen Monteverde-Nationalpark, wir aber machten die Feuchtwald- Wanderung im ruhigeren benachbarten Reservat Santa Elena. 4 h sollte die Wanderung dauern.

Zuerst führte unser Weg zu einem Aussichtsturm, von dem aus man einen tollen Blick über die Regenwälder von Monteverde hat.

Auf dem weiteren Weg sahen wir wieder viele Pflanzen und den ein oder anderen Vogel.

Für mich bisher einer der schönsten Wälder, die wir besucht haben. Orchideen, Epiphyten, Moose, Bromelien waren u. a. zu sehen.

Schließlich entdeckten wir auch heute wieder Klammeraffen, die aber wieder nur mit der großen Kamera einzufangen waren.

Mehrere Tausendfüßler konnten am Boden entdeckt werden.

Ein Großteil der Reisegruppe ist wieder vorgelaufen, wir nahmen uns aber die Zeit, die Geräusche des Dschungels in uns aufzunehmen und die Pflanzenwelt zu erkunden. Wir sahen Würgefeigen und tolle Blumen.

Diese winzigen Orchideen sahen wir dann auch noch.

Der letzte Abschnitt des Weges hielt dann auch nochmal viele Pflanzen und Blumen bereit.

Gerne wäre ich nach der Wanderung noch im Park geblieben. Laut unserem Guide hätten wir auch die Möglichkeit gehabt, weil auch ein öffentlicher Bus zurück in den Ort fährt. Aber ich hatte für den Nachmittag ja schon was anderes geplant und dann muss man sich halt entscheiden.

Ich und vier andere Mitreisende hatten uns nämlich entschlossen, eine Canopy-Tour mitzumachen. Wenn man schon mal hier ist, sollte man das wenigstens einmal mitgemacht haben, finde ich. Es gibt verschiedene Anbieter, wir wurden zum Anbieter Selvatura gebracht, der Rest unserer Gruppe fuhr danach zurück zum Hotel.

Ein bisschen Touri-Abzocke war das Ganze dann schon. Wir kamen um kurz nach 11 Uhr dorthin, dann hieß es, dass die nächste Tour erst um 13 Uhr startet. Die Tour sollte 55 Dollar kosten, das wussten wir vorher schon. Da wir ja dann noch so viel Zeit hatten, wurden uns dann noch die anderen Attraktionen schmackhaft gemacht. Es gab noch einen Kolibrigarten, ein Herpetarium (Reptilien und Amphibien) oder ein Hängebrückensystem. Da wir nicht rumsitzen und warten wollten, entschieden sich drei von uns, noch in den Kolibrigarten zu gehen, der nochmal 6 Dollar kostete.

Für den Superman-Flight, bei dem man eines der Drahtseile bäuchlings liegend zurücklegt, wollten sie auch nochmal 11 Dollar extra, da habe ich mich dagegen entschieden, was mich im Nachhinein ein bisschen geärgert hat. Dann wollten sie noch eine Leihkamera für den Helm verkaufen, für schlappe 40 Dollar. Eine Halterung, um die eigene Actioncam zu befestigen, gab es natürlich nicht. Aber ich verzichtete dann.

Wir bezahlten und gingen dann erst mal in den Kolibrigarten.

Hier wurden die Kolibris angelockt, ich vermute, es war Zuckerwasser. Deshalb wimmelte es hier von den putzigen Kerlchen, die wir bisher noch nicht so richtig zu Gesicht bekommen hatten. Wobei das Beobachten in freier Natur natürlich spannender ist.

So gingen die 2 h dann relativ schnell rum. Als es losging, wurden wir mit Helmen, Ausrüstung und dicken Lederhandschuhen ausgestattet. Mit dem Bus ging es dann zum Startpunkt, wo wir erst mal ausgesetzt wurden, die Guides verschwanden wieder.

Bei uns war eine andere deutsche Reisegruppe. So kamen wir schnell ins Gespräch und uns wurde versprochen, dass sie auch von uns Fotos und Videos machen, die sie uns dann zuschicken wollten. Nach ca. 30 Minuten kamen die Guides wieder, zusammen mit einem Bus mit weiteren Teilnehmern. Dann bekamen wir eine kurze Einweisung. Mit dem rechten Handschuh sollten wir mit Daumen und Mittelfinger das Drahtseil umfassen, damit wir uns nicht unterwegs drehen. Der Handschuh sollte ebenfalls als Bremse dienen. Grundsätzlich sollten wir aber nicht bremsen, sondern nur, wenn wir die Handzeichen von einem der Guides erhalten haben. Die Beine sollten auf der Fahrt immer gekreuzt werden.

Und dann ging es auch gleich schon los. Wir stiegen auf die erste Stahlplattform hoch, dort warteten mehrere Guides auf uns. Wir wurden am Drahtseil eingehakt, hinsetzen, Beine kreuzen und los ging es. Das erste Seil war zum Eingewöhnen nicht so lang. Sobald wir an der nächsten Plattform ankamen, wurden wir aber sofort ins nächste Seil eingehakt und weiter ging es. Somit passierten wir die ersten sechs Seile direkt hintereinander. Bevor wieder Pause war.

Das nächste Seil war dann ca. 700 m lang und durfte nur zu zweit befahren werden. Es führte hoch über den Regenwald. Da unsere Gruppe ja aus 5 Personen bestand, fuhr dann einer der Guides mit mit auf die andere Seite. Ein fantastisches Erlebnis. Mit ca. 40 km/h segelten wir über den Regenwald hinweg.

Dann kamen wieder ca. 6 Seile, die schnell hintereinander passiert wurden. Manche länger, manche kürzer. Zwischendrin mussten immer mal wieder kurze Waldwege passiert werden.

Als nächstes kam dann die Tarzan Swing, die ich aber ausgelassen habe. Personen über 90 kg durften nicht teilnehmen, Personen mit Rücken- oder Nackenschmerzen wurde davon abgeraten. Man wurde dieses Mal in ein schwingendes Seil eingehakt und musste dann von einer Plattform in die Tiefe springen. Im ersten Moment nach dem Losspringen wurde man dann erst mal kurz gestaucht, bevor das Seil anfing zu schwingen und man dann quasi am Pendel hin- und verschaukelte. Meinem Rücken zuliebe habe ich lieber nicht mitgemacht.

Und dann kam das letzte Drahtseil, dass über 1 km über den Dschungel führte. Dieses konnte entweder als „Superman“ überwunden werden, was ich ja leider nicht gebucht hatte, oder wieder nur zu zweit. Aus unserer Gruppe hatte niemand den Superman-Flight gebucht, aber andere packten dann die dafür benötigte Ausrüstung aus. Bäuchlings liegend war das bestimmt nochmal ein ganz anderes Erlebnis. Zu mir gesellte sich wieder einer der Guides und deshalb hatte ich jetzt die Möglichkeit, die Actioncam in die Hand zu nehmen, da ich nicht beide Hände benötigte. Trotzdem war es schwierig, die Kamera mit dem dicken Handschuh festzuhalten. Ich bin gespannt, ob der Film was geworden ist. Einen Kilometer an einem Seil über dem Regenwald zu schweben war schon toll. Das letzte Seil war dann auch das beste. In der Hälfte der Strecke drehte mich der Guide auf einmal um und machte mich auf Affen unter uns aufmerksam, ich konnte sie aber nicht erspähen.

Wir näherten uns dann der Plattform, hatten aber nicht genug Schwung, so dass der Guide sich am Seil hochzog und sich dann wie ein Affe mit allen Vieren am Seil entlanghangelte, um uns bis ans Ende zu ziehen. Sonst wären wir wohl steckengeblieben.

Es war auf jeden Fall eine sehr lustige Fahrt und hat sich auf alle Fälle gelohnt. Der Superman hätte es wahrscheinlich nochmal getoppt.

Danach wurden wir dann mit dem Bus zum Hotel gefahren, das war im Preis vom Canopy beinhaltet.

Am Hotel stellte ich dann fest, dass Björn nicht da war, weil er mit zwei Mitreisenden ins Schmetterlingshaus gegangen war und dann noch Kaffee trinken war. Ich ließ mir von der Rezeption die Tür aufschließen.

Um 18 Uhr liefen wir dann nochmal über den Hügel in den Ort. Es war sehr windig. Dort gingen wir im Treehouse Restaurant noch zu zweit Essen. Das Restaurant ist rund um einen Baum gebaut und hatte leider saftige Preise. Monteverde ist halt ein Touristenort. Für eine Pizza und Nudeln mit Bolognesesauce und Getränke haben wir 45 Dollar hingelegt. Puh.

Zurück im Hotel saß noch ein Grüppchen Leute an einem Tisch und wir gesellten uns noch dazu. Wir spendierten dann noch unsere Flasche Wein und der Abend ging mit netten Gesprächen zu Ende. Gegen 22 Uhr verzogen sich alle auf die Zimmer.