Namibia – 5. Tag Sesriem – Swakopmund 

Heute war im Vergleich zu den anderen Tagen „Ausschlafen“ angesagt. Der Wecker klingelte um 7:00 Uhr, Frühstück gab es im 7:30 Uhr. Wieder Kaffee und Tee und Pap (Maisbrei) mit Apfel. Dann ging es auf die weite Fahrt nach Swakopmund. 450 km auf der Schotterpiste (Pad) und dieses Mal nicht in gutem Zustand. Wir wurden ganz schön durchgeschüttelt. In Umkreis von einer Stunde passierten wir weitere Lodges und Campingplätze. Diese werden mit „am Sossusvlei“ vermietet. Uns wurde gesagt, dass hier viele große Reisegruppen und Individualreisende unterkommen. Von dort aus hat man aber nicht die Möglichkeit die Dünen in dem sagenhaften Licht des Sonnenauf- und -untergangs zusehen. Eine Stunde Fahrt zum Eingang, eine weitere Stunde bis dort hin, dann ist der Drops gelutscht. Der Sesriem Campground und die Sossus Dune Lodge sind die einzigen Unterkünfte direkt am Gate.

Wir passierten die Namib Naukluft Berge, kamen vorbei an versteinterten Dünen, entdeckten am Wegesrand Paviane und kamen schließlich zur Tankstelle Solitaire. Hier gibt es die beste und bekannteste Bäckerei in der Wüste.

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Hier bekamen wir mehrere Erdhörnchen zu Gesicht und ich habe mir ein Eis gegönnt. Die anderen labten sich in der Bäckerei und deckten sich mit Kaffee ein.

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Eine zeitlang später passierten wir den Gaub Pass und den Kuiseb Pass. Teilweise ging es in Serpentinen auf Schotterpiste durch die Berge mit ihrer geologischen Vielfalt. Nirgends kann man die Geologie so gut sehen wie in Namibia.

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Wir fuhren dann nicht den üblichen Weg nach Swakopmund weiter, sondern bogen rechts in den Nationalpark ab. Für diesen Weg muss man sich allerdings vorher eine Permission besorgen. Der Weg führte durch weite Savannenlandschaft.

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Wir sahen mehrere Bergzebras, leider zu weit weg vom Auto. Unendliche Weiten um uns rum. Und immer wieder sahen wir Fata Morganas. Schon faszinierend, diese Sinnestäuschung.

Der Weg führte uns dann zum Welwitschia Nature Drive. Diese Pflanze konnten wir vor einiger Zeit schon im Frankfurter Palmengarten begutachten. Die Welwitschia mirabelis, wie sie richtig heißt, ist eine der seltsamsten Pflanzen der Erde. Ihre am Boden liegenden Blätter können theoretisch bis zu 8 m lang werden und sie blüht unter extremen Klimabedingungen mitten im sandigen Nichts. Diese Länge wird aber meistens nicht erreicht, da Tiere zum Fressen kommen oder die klimatischen Bedingungen dies verhindern. Sie kann bis zu 1500 Jahre alt werden. Hier in Namibia bis zur südlichen Grenze von Angola ist der einzige Platz auf der Welt, wo diese Pflanze wächst. Faszinierend ist, dass man meint, die Pflanze hätte an die 30 Blätter, wenn man genau hinsieht, sind es aber nur 2 Blätter, die durch Wind und äußere Bedingungen zerklüftet sind. Die männliche Pflanze unterscheidet sich im Aussehen auch von der weiblichen Pflanze. Die Befruchtung erfolgt durch den Wind oder durch Tiere.

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Weiter ging es zur Mondlandschaft. Sie erscheint mit ihren blanken Felsen und den tiefen Einschnitten außerirdisch.

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Schließlich und endlich kamen wir nach mehreren Stunden Fahrt über Stock und Stein in Swakopmund an, wo uns kühles Nordseewetter erwartete. Wir drehten mit dem Auto noch eine kleine Tour durch die Stadt, bevor wir in unserer Pension Rapmund eincheckten. Wir hatten ein schönes Eckzimmer im Erdgeschoss mit Blick auf den Atlantik. Das Haus ist sehr gepflegt und empfehlenswert.

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Bei stürmischen Wetter schauten wir uns noch ein bißchen die Umgebung an. Wir passierten den Leuchtturm.

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Und hier auf der Wiese liefen noch ein paar Perlhühner frei herum.

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Anschließend schlenderten wir noch ein bißchen am Strand entlang……

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….und gingen zum Craft Market, ein Künstlermarkt. Hier wurden wir aber gleich, bevor wir überhaupt den ersten Stand erreicht hatten, bedrängt etwas zu kaufen. Zum Schauen hatte man leider gar keine Zeit, weil einem ständig etwas anderes unter die Nase gehalten wurde. Schade. So habe ich dann schnell die Lust verloren mir die schönen Schnitzereien oder Schalen genauer anzuschauen. Einen kleinen Elefant aus Holz habe ich dann aber doch noch gekauft und eine kleine Nuss, in die mein Name eingeschnitzt wurde, in Verbindung mit Namibia 2015. Aber wenn Ihr auch mal auf so einem Markt sein solltet, hier könnt und solltet Ihr immer handeln. Am Ende werden dann doch noch ganz andere Preise angeboten, als die erste Preisangabe.

Wir liefen weiter zur Seebrücke, wo ein eisiger Wind wehte und genossen die langsam untergehende Sonne.

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Danach gönnten wir uns in der Pension noch eine heiße Dusche und dann ging es weiter zum Abendessen ins „Kücki’s Pub„, ein einheimisches Restaurant. Ich hatte Surf and Turf, in diesem Fall Springbock mit Krabben und Calamaris und Bratkartoffeln. Der Springbock traf leider nicht ganz meinen Geschmack. Wer wollte bediente sich noch am Rotwein, ich habe mich aber an Guavensaft und Wasser gehalten. Es war ein schöner Abend.

Namibia – 2. Tag Windhoek – Marienthal

2. Tag: Der Wecker klingelt um 6:30 Uhr. Zusammenpacken und ab zum Frühstück. Es gab Nutella für meinen Freund, der Tag war gerettet. Ich habe mich an die leckeren Avocados gehalten und ein von den Gastgebern sehr liebevoll zubereitetes Spiegelei mit Bacon, Tomaten und Gurken gegessen. Dazu gab es Orangen-, Trauben- oder Apfelsaft und natürlich Kaffee und Tee. Brötchen und Wurst gab es natürlich auch.

Während des Frühstücks hatten wir dann noch ein sehr nettes Gespräch mit den Gastgebern. Zwei Deutsche, die ursprünglich aus Kiel kommen. Beide sind vor 8 Jahren nach Namibia ausgewandert.

Dann stand die nächste Herausforderung an: wie bekommen wir das ganze Gepäck unter. Das reinste Puzzlespiel. Zwei Zelte, Campingtisch und -stühle, die Matratzen, Lebensmittel und Getränke, Kühlschrank etc. etc. der Wagen ist voll bis oben hin. Aber gemeinsam mit unseren Guides haben wir es geschafft.

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Und los ging es in Richtung Marienthal. Weite karge Landschaft, wie ich sie schon aus der USA kenne.

DSC_0025Vorbei am Tropic of Capricorn – der Wendekreise des Steinbocks. Da konnte ich als Steinbock mir natürlich ein paar Fotos nicht verkneifen. Tolle Farben, roter Sand, blauer Himmel.

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Insgesamt legten wir heute rund 200 km mit dem Auto zurück, bislang noch alles auf geteertem Untergrund….das wird noch anders…. Gegen Mittag sind wir an der Kalahari Anib Lodge angekommen. Dort haben wir uns dann gleich zum abendlichen Gamedrive angemeldet. Dieser kostet 399 NAD. Weiter ging es zu unserem Campground 1, ein kleiner Platz, Toilette, Dusche und Terrasse. Niemand da, außer uns.

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Hier gab es dann von unseren Einkäufen die nächste Spezialität aus Namibia zu probieren: Biltong. Hierbei handelt es sich um luftgetrocknetes Fleisch. Biltong gibt es z.B. vom Rind, vom Kudu oder Springbock in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen zu kaufen. Ich fand es lecker als Snack zwischendurch. Dazu gab es wieder Savanna, dieses Mal probierte ich die Light Variante, die im Gegensatz zum Dry (6%) nur 3% Alkohol hat.

Die Stirnlampen eingepackt und dann ging es um 15:20 Uhr los zum Gamedrive. Den Fußweg zur Lodge legten wir in fünf Minuten über den sandigen Weg zurück. Dort standen dann ca. fünf offene Land Rover bereit. Und dann ging es das erste Mal zur Tierbeobachtung.

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Zuerst sahen wir nur von weitem Springböcke und Zebras. Da hat das 300er Tele eigentlich schon nicht mehr weitergeholfen. Springböcke sind uns auf der weiteren Tour dann ständig wieder begegnet. Schließlich kamen wir zu einem Kameldornbaum, an dem riesigen Webervögelnestern  zu sehen waren.

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Hier sind wir ausgestiegen, die Guides wiesen uns aber darauf hin, dass wir uns nicht unter dem Baum begeben sollten, da sich in den Nestern sehr gefährliche Schlangen aufhalten, die dann möglicherweise gefährlich werden könnten. Im Baum saß eine Eule. Da zeigt sich das geübte Auge eines Guides, denn wir haben trotz mehrfacher Hinweise lange gebraucht, um die perfekt getarnte Eule zu erkennen.

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Weiter ging es. Strauße kreuzten unseren Weg, wir haben Erdhörnchen gesehen, Gnus, Elands, Oryx sind uns über den Weg gelaufen.

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Schließlich kamen noch Löffelhunde in Sicht. Laut dem Guide sind diese nur sehr selten am Tag zu sehen.

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Und dann kam mein Highlight. Eines meiner Lieblingstiere: Giraffen. Und gleich mindestens acht Stück davon, direkt vor uns. Ich schaue mir diese grazilen Tiere immer wieder gerne an. Es gab Jungtiere, ältere Tiere und eine Giraffe war schwanger. Hier machten wir lange Stopp. Bei der Weiterfahrt begegnete uns noch eine junge Giraffe, die im Galopp unseren Fahrweg kreuzte. Das hätte man im Video aufnehmen müssen, aber so schnell hatte man die Kamera leider nicht parat.

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Danach gab es einen Sundowner auf den roten Dünen der Kalahari: Gin Tonic, Säfte und Bier, die wir dann bei der untergehenden Sonne genossen. Wir kamen dann auch noch mit einem netten deutschen Pärchen ins Gespräch, die schon das vierte Mal in Namibia sind.

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Danach ging es in der Dunkelheit mit den Land Rovern zurück zur Lodge. Die Tour dauerte insgesamt drei Stunden. Übringens war es gut, dass wir unsere Jacken dabei hatten, denn es war inzwischen doch kühl, insbesondere durch den Fahrtwind. Kurz vor der Lodge mussten wir erstmal einer riesigen Gnuherde ausweichen, die unseren Weg kreuzte und aufgeregt davon rannte. Den Fussweg zum Campground mussten wir mit der Taschenlampe zurücklegen. Anfang September wird es schon gegen 17:30-18:00 Uhr sehr schnell dunkel.

In der Zwischenzeit hatten unsere eigenen Guides die Zelte aufgebaut und das Feuer war schon in vollem Gange. Nach unserer Ankunft wurde dann auch das Essen aufgelegt: Rindersteaks, Boerewors (eine Art „Thüringer Bratwurst“ aus Namibia), Kartoffeln vom Grill und gegrillte Maiskolben. Für die Weingenießer gab es noch ein Glas südafrikanischen Rotwein dazu.

Ich habe noch gar kein Wort über den Sternenhimmel verloren. Da es hier wenig Lichtverschmutzung gibt, ist der Himmel bei Nacht schon ein Erlebnis. Tausende Sterne funkeln am Himmel. Wir konnten die Milchstraße mit bloßem Auge sehen und haben ebenso das Kreuz des Südens gesichtet. Magisch.

Danach ging es die erste Nacht ins Zelt. Eine 5 cm Schaumstoffmatte und für mich zusätzlich noch meine 5 cm Isomatte 😉. Jaja, die Prinzessin auf der Erbse. Mein Schlafsack war schön kuschelig und insgesamt kam das ganze eigentlich einem Bett schon fast gleich. Und dann schnell einschlafen. Morgen steht das nächste Highlight an….Sossusvlei.