Island – 12. Tag Hrifunes – Skaftafell – Jökulsarlon – Hrifunes

Heute hätte eigentlich Laki auf dem Plan gestanden. Da dorthin aber wieder sieben Furten hin und wieder zurück passiert werden müssen, haben wir uns entschieden, diesen Part auszulassen, auch wenn es dort sehr schön sein soll. Wir waren froh, durch alle anderen Furten gut durchgekommen zu sein.

Da heute das allerherrlichste Wetter gemeldet war, Sonne pur und 20 Grad, zogen wir unser Programm vom folgenden Tag vor.

Aber erst mal ging es duschen und zum Frühstück. Dieses wurde wieder am Gemeinschaftstisch eingenommen. Wir unterhielten uns erst mit den beiden älteren Texanern, dann mit einer weiteren Amerikanerin und am Ende des Frühstücks hatten wir noch eine nette Unterhaltung mit dem Pärchen aus Malaysia. Dort gibt es normal nur eine Woche Urlaub im Jahr, dieses Jahr haben sie ausnahmsweise mal zwei Wochen frei und sind jetzt eben in Island unterwegs.

Unser Weg führte uns dann erst mal mit dem Auto Richtung Westen zum Skaftafell Nationalpark. Dieses Mal fuhr ich mal das Auto. Auf dem Weg dorthin hielten wir an mehreren Aussichtspunkten an.

Das erste Mal hielten wir an einem Wasserfall, wo wir ein deutsches Paar fragten, ob sie ein Foto von uns machen können und so kamen wir ins Gespräch und tauschten uns über die jeweiligen Reisepläne und die bisherigen Erlebnisse aus.

Der nächsten Halts waren mit Blick auf den Gletscher des Vatnajökull, der größte Gletscher in Island.

Am Fuße des Vatnajökull liegt Skaftafell. Hier auf dem Parkplatz trafen wir dann lustigerweise wieder die Insassen des kaputten Fahrzeugs vom Vortag und hielten ein kurzes Schwätzchen. In Skaftafell liefen wir einen ca. 2 km Fußweg zum Gletscher und das bei herrlichstem Wetter. Je näher wir aber dem Gletscher kamen, desto kühler und windiger wurde es. Also doch Jacke und Mütze an.

Am Fuße des Gletschers befindet sich ein Gletschersee, in dem mehrere Eisbrocken schwammen. Ein kleiner Vorgeschmack auf Jökulsarlon.

Wir liefen am See entlang und dann auf dem gleichen Weg zurück. Und schon wurde es wieder richtig warm, sobald wir uns vom Gletscher entfernten. Am Touristencenter machten wir erst mal kurz Pause und aßen ein bisschen mitgebrachtes Obst. Anschließend ging es auf die nächste Kurzwanderung zum Wasserfall Svartifoss. Hierfür mussten wir ein bisschen bergauf laufen. Nach ungefähr einem Kilometer erreichten wir das obere Ende des Wasserfalls und verzichteten darauf nach unten zu laufen, weil wir ja noch einiges vor hatten.

Als wir am Parkplatz ankamen trafen wir erneut die Insassen des defekten Wagens. Weiter ging unsere Fahrt in Richtung Westen, zu einem weiteren Ziel, das ich unbedingt auf unserer Reiseroute haben wollte: der Gletschersee Jökulsarlon (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Jökulsárlón). Und ich wurde nicht enttäuscht.

Direkt neben der Ringstraße liegt dieser herrliche See. Der Gletscher kalbt und gibt somit die riesigen Eisbrocken in den See ab. Manche sind über 2000 Jahre alt. Wir schauten uns diese Naturschönheit erst mal vom Rand aus an.

Danach versuchten wir Tickets für ein Boot zu bekommen. Bevorzugt wären wir gerne mit dem Zodiac gefahren, ein Art Schlauchboot, weil man damit näher an die Eisberge rankommt. Leider gab es keine Plätze mehr. Wir ergatterten aber noch zwei Plätze in einem Amphibienboot, was uns dann aber auch einiges an Geld sparte. Trotzdem kostete die halbe Stunde noch 5900 ISK pro Person.

Das Boot legte aber erst eine Stunde später ab. Deshalb liefen wir erst nochmal zum in der Nähe liegenden Basaltstrand. Die Lagune ist über einen kleinen Fluss mit dem Meer verbunden, welcher von einer Brücke der Ringstraße überspannt wird. Bei meerwärts gerichteter Strömung werden die Eisbrocken aus dem See heraus Richtung Meer gespült…

…und teilweise am Strand abgelagert. Auch dies stellte eine herrliche Kulisse dar.

Danach mussten wir uns aber spurten, dass wir unser Boot um 18:20 Uhr noch erreichten.

So umrundeten wir auf dem Boot die Eisberge. Ein faszinierendes Schauspiel. Ich finde, Jökulsarlon ist einfach ein MUSS, wenn man Island besucht.

Und wie in jedem Urlaub durfte das hier natürlich nicht fehlen 😉.

Danach machten wir uns an die 150 km lange Rückfahrt. Auf dieser Strecke gab es ständige Wetterwechsel. Wir starteten in schönem Wetter, durchfuhren eine Nebelwand und die Wolken hingen tief, kurz später war es wieder besser…..das Wetter in Island ist einfach unberechenbar.

Unterwegs hielten wir nochmal an, um etwas zu essen. Allerdings war es schon 21:00 Uhr. Wieder gab es nur Burger und weiteres Fast Food. So richtig gute Restaurants gab es selten….oder wir haben sie nicht gefunden.

Auf den restlichen Kilometern, gegen 22:00 Uhr, sahen wir nochmal ganz kurz ein Nordlicht, dieses Mal hielt es aber nur wenige Sekunden an. Als wir zur Unterkunft zurückkamen war es zu wolkig, um das tolle Spektakel noch einmal zu erleben. Kurz vor Mitternacht gingen wir dann ins Bett; leider mit dem Wissen, dass es die nächsten beiden Tage wahrscheinlich Dauerregen gibt. Heute war einer der schönsten Tage im ganzen Sommer und dann wieder dieser Wechsel. Die gute Fee in unserer Unterkunft war der Meinung, dass heute der letzte Sommertag war.