26.02.2020 – 20.03.2020 Costa Rica – 09. Tag: Reservat Santa Elena und Canopy-Tour

Heute hatte ich zum ersten Mal eine kalte Dusche. In der Nacht im Bett war es auch schon etwas kalt gewesen, so dass mir das nicht so gelegen kam. Hier in Monteverde ist es doch kühler als in anderen Regionen des Landes. Nach dem Frühstück ging es wieder um 08:00 Uhr los. Nach 20 Minuten Busfahrt steil bergauf und auf nicht asphaltierten Wegen erreichten wir unser Ziel.

Die meisten Touristen besuchen den oft überlaufenen Monteverde-Nationalpark, wir aber machten die Feuchtwald- Wanderung im ruhigeren benachbarten Reservat Santa Elena. 4 h sollte die Wanderung dauern.

Zuerst führte unser Weg zu einem Aussichtsturm, von dem aus man einen tollen Blick über die Regenwälder von Monteverde hat.

Auf dem weiteren Weg sahen wir wieder viele Pflanzen und den ein oder anderen Vogel.

Für mich bisher einer der schönsten Wälder, die wir besucht haben. Orchideen, Epiphyten, Moose, Bromelien waren u. a. zu sehen.

Schließlich entdeckten wir auch heute wieder Klammeraffen, die aber wieder nur mit der großen Kamera einzufangen waren.

Mehrere Tausendfüßler konnten am Boden entdeckt werden.

Ein Großteil der Reisegruppe ist wieder vorgelaufen, wir nahmen uns aber die Zeit, die Geräusche des Dschungels in uns aufzunehmen und die Pflanzenwelt zu erkunden. Wir sahen Würgefeigen und tolle Blumen.

Diese winzigen Orchideen sahen wir dann auch noch.

Der letzte Abschnitt des Weges hielt dann auch nochmal viele Pflanzen und Blumen bereit.

Gerne wäre ich nach der Wanderung noch im Park geblieben. Laut unserem Guide hätten wir auch die Möglichkeit gehabt, weil auch ein öffentlicher Bus zurück in den Ort fährt. Aber ich hatte für den Nachmittag ja schon was anderes geplant und dann muss man sich halt entscheiden.

Ich und vier andere Mitreisende hatten uns nämlich entschlossen, eine Canopy-Tour mitzumachen. Wenn man schon mal hier ist, sollte man das wenigstens einmal mitgemacht haben, finde ich. Es gibt verschiedene Anbieter, wir wurden zum Anbieter Selvatura gebracht, der Rest unserer Gruppe fuhr danach zurück zum Hotel.

Ein bisschen Touri-Abzocke war das Ganze dann schon. Wir kamen um kurz nach 11 Uhr dorthin, dann hieß es, dass die nächste Tour erst um 13 Uhr startet. Die Tour sollte 55 Dollar kosten, das wussten wir vorher schon. Da wir ja dann noch so viel Zeit hatten, wurden uns dann noch die anderen Attraktionen schmackhaft gemacht. Es gab noch einen Kolibrigarten, ein Herpetarium (Reptilien und Amphibien) oder ein Hängebrückensystem. Da wir nicht rumsitzen und warten wollten, entschieden sich drei von uns, noch in den Kolibrigarten zu gehen, der nochmal 6 Dollar kostete.

Für den Superman-Flight, bei dem man eines der Drahtseile bäuchlings liegend zurücklegt, wollten sie auch nochmal 11 Dollar extra, da habe ich mich dagegen entschieden, was mich im Nachhinein ein bisschen geärgert hat. Dann wollten sie noch eine Leihkamera für den Helm verkaufen, für schlappe 40 Dollar. Eine Halterung, um die eigene Actioncam zu befestigen, gab es natürlich nicht. Aber ich verzichtete dann.

Wir bezahlten und gingen dann erst mal in den Kolibrigarten.

Hier wurden die Kolibris angelockt, ich vermute, es war Zuckerwasser. Deshalb wimmelte es hier von den putzigen Kerlchen, die wir bisher noch nicht so richtig zu Gesicht bekommen hatten. Wobei das Beobachten in freier Natur natürlich spannender ist.

So gingen die 2 h dann relativ schnell rum. Als es losging, wurden wir mit Helmen, Ausrüstung und dicken Lederhandschuhen ausgestattet. Mit dem Bus ging es dann zum Startpunkt, wo wir erst mal ausgesetzt wurden, die Guides verschwanden wieder.

Bei uns war eine andere deutsche Reisegruppe. So kamen wir schnell ins Gespräch und uns wurde versprochen, dass sie auch von uns Fotos und Videos machen, die sie uns dann zuschicken wollten. Nach ca. 30 Minuten kamen die Guides wieder, zusammen mit einem Bus mit weiteren Teilnehmern. Dann bekamen wir eine kurze Einweisung. Mit dem rechten Handschuh sollten wir mit Daumen und Mittelfinger das Drahtseil umfassen, damit wir uns nicht unterwegs drehen. Der Handschuh sollte ebenfalls als Bremse dienen. Grundsätzlich sollten wir aber nicht bremsen, sondern nur, wenn wir die Handzeichen von einem der Guides erhalten haben. Die Beine sollten auf der Fahrt immer gekreuzt werden.

Und dann ging es auch gleich schon los. Wir stiegen auf die erste Stahlplattform hoch, dort warteten mehrere Guides auf uns. Wir wurden am Drahtseil eingehakt, hinsetzen, Beine kreuzen und los ging es. Das erste Seil war zum Eingewöhnen nicht so lang. Sobald wir an der nächsten Plattform ankamen, wurden wir aber sofort ins nächste Seil eingehakt und weiter ging es. Somit passierten wir die ersten sechs Seile direkt hintereinander. Bevor wieder Pause war.

Das nächste Seil war dann ca. 700 m lang und durfte nur zu zweit befahren werden. Es führte hoch über den Regenwald. Da unsere Gruppe ja aus 5 Personen bestand, fuhr dann einer der Guides mit mit auf die andere Seite. Ein fantastisches Erlebnis. Mit ca. 40 km/h segelten wir über den Regenwald hinweg.

Dann kamen wieder ca. 6 Seile, die schnell hintereinander passiert wurden. Manche länger, manche kürzer. Zwischendrin mussten immer mal wieder kurze Waldwege passiert werden.

Als nächstes kam dann die Tarzan Swing, die ich aber ausgelassen habe. Personen über 90 kg durften nicht teilnehmen, Personen mit Rücken- oder Nackenschmerzen wurde davon abgeraten. Man wurde dieses Mal in ein schwingendes Seil eingehakt und musste dann von einer Plattform in die Tiefe springen. Im ersten Moment nach dem Losspringen wurde man dann erst mal kurz gestaucht, bevor das Seil anfing zu schwingen und man dann quasi am Pendel hin- und verschaukelte. Meinem Rücken zuliebe habe ich lieber nicht mitgemacht.

Und dann kam das letzte Drahtseil, dass über 1 km über den Dschungel führte. Dieses konnte entweder als „Superman“ überwunden werden, was ich ja leider nicht gebucht hatte, oder wieder nur zu zweit. Aus unserer Gruppe hatte niemand den Superman-Flight gebucht, aber andere packten dann die dafür benötigte Ausrüstung aus. Bäuchlings liegend war das bestimmt nochmal ein ganz anderes Erlebnis. Zu mir gesellte sich wieder einer der Guides und deshalb hatte ich jetzt die Möglichkeit, die Actioncam in die Hand zu nehmen, da ich nicht beide Hände benötigte. Trotzdem war es schwierig, die Kamera mit dem dicken Handschuh festzuhalten. Ich bin gespannt, ob der Film was geworden ist. Einen Kilometer an einem Seil über dem Regenwald zu schweben war schon toll. Das letzte Seil war dann auch das beste. In der Hälfte der Strecke drehte mich der Guide auf einmal um und machte mich auf Affen unter uns aufmerksam, ich konnte sie aber nicht erspähen.

Wir näherten uns dann der Plattform, hatten aber nicht genug Schwung, so dass der Guide sich am Seil hochzog und sich dann wie ein Affe mit allen Vieren am Seil entlanghangelte, um uns bis ans Ende zu ziehen. Sonst wären wir wohl steckengeblieben.

Es war auf jeden Fall eine sehr lustige Fahrt und hat sich auf alle Fälle gelohnt. Der Superman hätte es wahrscheinlich nochmal getoppt.

Danach wurden wir dann mit dem Bus zum Hotel gefahren, das war im Preis vom Canopy beinhaltet.

Am Hotel stellte ich dann fest, dass Björn nicht da war, weil er mit zwei Mitreisenden ins Schmetterlingshaus gegangen war und dann noch Kaffee trinken war. Ich ließ mir von der Rezeption die Tür aufschließen.

Um 18 Uhr liefen wir dann nochmal über den Hügel in den Ort. Es war sehr windig. Dort gingen wir im Treehouse Restaurant noch zu zweit Essen. Das Restaurant ist rund um einen Baum gebaut und hatte leider saftige Preise. Monteverde ist halt ein Touristenort. Für eine Pizza und Nudeln mit Bolognesesauce und Getränke haben wir 45 Dollar hingelegt. Puh.

Zurück im Hotel saß noch ein Grüppchen Leute an einem Tisch und wir gesellten uns noch dazu. Wir spendierten dann noch unsere Flasche Wein und der Abend ging mit netten Gesprächen zu Ende. Gegen 22 Uhr verzogen sich alle auf die Zimmer.

26.02.2020 – 20.03.2020 Costa Rica – 8. Tag: Hängebrückenpark am Arenal und der ewige Wald der Kinder in Monteverde

Nach dem Frühstück ging es wie immer um 08:00 Uhr mit dem Bus los. Ziel war der Hängebrückenpark am Arenal, den wir nach ca. 20-30 Minuten Fahrt erreichten. Der Eintritt kostet 26 Dollar, war aber wieder bereits in unserem Reisepreis enthalten.

Heute war es etwas kühler und es zogen dunkle Wolken am Himmel auf. Blöderweise hatte ich die Regenjacke am Morgen in den Koffer gepackt.

So liefen wir also in den Park. Das Hängebrückensystem liegt inmitten eines 250 ha grossen Privatreservats, das überwiegend aus Primärwald besteht. Der Rundgang ist ca. 3 km lang und man passiert mehrere Brücken, einen Tunnel und sechs Hängebrücken mit bis zu 92 m Länge. Teilweise befinden sie sich 60 m über dem Boden.

Wieder ging es durch Regenwald. Der Park war allerdings auch wieder sehr voll. Als erstes entdeckten wir kleine Fledermäuse, die an einem Baumstamm saßen.

So standen wir an der ersten Hängebrücke dann auch erst mal in der Schlange, weil immer nur 15 Personen gleichzeitig auf die Brücken dürfen. Abseits der Touristenpfade ist es für mich irgendwie schöner. Aber so ist es nun halt mal.

Wir überquerten dann also mehrere Hängebrücken.

Irgendwann fing es dann an zu regnen. Regenjacke hatte ich ja keine und mit der Kamera wusste ich auch nicht wohin, weil ich auch keinen Rucksack mitgenommen hatte. Dumm gelaufen. Netterweise verstaute Björn die Kamera unter seiner Regenjacke und ich wurde halt nass, was bei den Temperaturen hier ja auch nicht allzu dramatisch war.

Zwischendrin hörte es wieder etwas auf zu regnen. Wir überquerten weitere Hängebrücken.

Plötzlich entdeckte unsere Gruppe dann Klammeraffen in den Baumkronen. Ich lief ein Stück hinter der Gruppe und habe die Affen dann anfangs leider nur schemenhaft zu sehen bekommen. Und bis ich aufgeschlossen hatte, waren sie dann auch schon so gut wie weg. Schade.

Weitere Tiere haben wir dann nicht mehr gesichtet.

Von hier aus begann dann eine lange Busfahrt nach Monteverde. Die Straßen dorthin sind alle nicht asphaltiert und in schlechtem Zustand. Wir wurden ganz schön durchgerüttelt und durchgeschüttelt.

Unterwegs machten wir noch Rast an einem kleinen Restaurant, wo es Buffet gab, das Essen war aber nichts Besonderes. Schließlich kamen wir dann in Sta. Elena an. Dort fuhren wir direkt weiter zum ewigen Wald der Kinder.

1987 sammelte eine Gruppe von Schwedischen Kindern, die über den weltweiten Verlust von tropischem Regenwald besorgt waren, Gelder zum Kauf und Schutz von Forstgebieten in Monteverde. Kinder aus weiteren Ländern folgten bald diesem Beispiel und der Traum des Kinder-Regenwaldes wurde Wirklichkeit.

Unser Besuch dort startete mit einer kurzen Bildershow. Durch einen einheimischen Guide wurden uns die verschiedenen Tiere gezeigt, die es so im Park gibt. Eingefangen wurden diese Fotos von fest installierten Kameras im Park. Unter anderem bekamen wir zum Beispiel Pumas zu sehen. All die Tiere, die wir zu sehen bekamen, gibt es zwar im Park, die Wahrscheinlichkeit diese aber auch zu sehen ist sehr gering.

So startete dann unsere zweite Wanderung für heute. Wir entdeckten mehrere Vögel, manche konnten diese gut mit der Kamera einfangen. Ansonsten liefen wir die Runde ohne weitere Tiere zu erblicken und dieses Mal erzählte unser Guide auch nicht so viel über die Pflanzen- und Tierwelt hier.

Dann ging es wieder nach Sta. Elena, dieses Mal bogen wir aber zu unserem Hotel Cipreses ab. Das Hotel liegt etwas außerhalb des Ortszentrums und macht auf den ersten Blick einen sauberen und ordentlichen Eindruck. Wir können es weiterempfehlen.

Nach dem Duschen wollte ich nochmal schnell in den Ort laufen. Bis ich dort angekommen war, konnte ich aber eigentlich schon fast wieder umdrehen. Zwei Souvenirläden stattete ich noch schnell einen Besuch ab. Für 18:30 Uhr war aber ein Tisch für die Gruppe reserviert, also kehrte ich um. Letztendlich waren wir im Restaurant dann doch nur rund 8 Leute. Ich probierte ein Reisgericht mit schwarzen Bohnen, Fisch und Kochbananen und dazu hatte ich ein Glas Rotwein.

Das Essen war ok und auch relativ günstig.

Danach ließ ich den Abend wieder mit ein paar Mitreisenden und weiterem Wein ausklingen.