Kambodscha – 9. Tag Siem Reap

Heute stand eine Jeep-Tour auf dem Programm. Der gleiche Guide wie gestern begleitete uns. Wir starteten um 8:30 Uhr. Unser Ziel war der Phnom Kulen. Die Khmer betrachteten diesen als den heiligsten Berg des Landes. Deshalb ist er ein beliebter Wallfahrtsort. 

Auf teilweise unwegsamen Wegen legten wir die ca. 50 km zum Berg zurück.


Auf dem Weg dorthin unterhielten wir uns mit unserem Guide über die einheimische Bevölkerung. Er erzählte uns, dass die Leute auf dem Land nur ca. 1 $ pro Tag verdienen. Wir fragten dann auch, warum überall der Müll rumliegt und es so dreckig ist. Er antwortete, dass das Müll abholen 5 $ kostet. Ok, dann wundert einen nichts mehr. Ein Kindergartenplatz kostet 40 $ im Monat. Wer sich den leisten kann, ist dann auch klar.

Außerdem herrscht im Land sehr viel Korruption. Ein Beispiel: in einem bestimmten Gebiet rund um die Tempelanlagen darf eigentlich nicht gebaut werden. Und was ist dort vorzufinden? Ein riesen Hoteltempel mit mehreren Gebäudekomplexen. Weiterhin sind fast alle Geldeinnahmequellen in ausländischer Hand und das Geld verbleibt nicht im eigenen Land. Die Einnahmen des Tempelpasses gehen an Vietnamesen, die der Killing Fields gehen an Japaner, die der Schifffahrt auf dem Tonle Sap an Südkoreaner. Er erzählte uns ebenso, dass in den schwimmenden Dörfern auf dem Tonle Sap hauptsächlich Vietnamesen leben, da diese auf dem Festland nicht leben dürfen, da sie bei den Kambodschanern aufgrund der Vergangenheit nicht besonders beliebt sind. 

Unsere Fahrt ging vorbei an schönen Reisfeldern…

 

… und führte durch kleine Dörfer. Die Tankstellen dort sehen immer so aus:


Hinauf führt eine 20 km lange Mautstraße, die durch eine schöne Dschungellandschaft führt. Kurz bevor die Strecke auf den Berg hinaufführt, kommt eine Schranke, an der 20 $ zu entrichten sind. Eine verhältnismäßig teure Angelegenheit.

 

Auf dem Weg nach oben hatten wir diese tolle Aussicht:


Oben angekommen hielten wir auf einem Parkplatz…


… und liefen zu einem dort im Dschungel verlaufenden kleinen Fluss. Im Flussbett sind Skulpturen eingemeißelt, Yonis und Lingas. Diese stehen jeweils für das männliche und das weibliche Geschlechtsorgan. Das Wasser, dass darüber fließt, wird dann als heiliges Wasser bezeichnet. Momentan war der Wasserstand ziemlich hoch, so dass sie nicht so gut zu erkennen waren. 


Wir liefen weiter und kamen zu einer sprudelnden Quelle, deren Ursprung nicht bekannt ist.


 Auf dem Weg zurück zum Tuk-Tuk hing dann lt. unserem Guide eine „kleine“ giftige Spinne im Baum. Aus meiner Sicht war diese alles andere als klein. Ich freue mich schon auf unser Dschungeltrekking in ein paar Tagen 😉😱.


Wir fuhren weiter zu einem kleinen Ort mit vielen Verkaufsständen. Hier zeigte uns unser Guide eine einheimische Spezialität; Reiswein mit einer Kobra in der Flasche. Das Trinken soll angeblich gegen viele Krankheiten helfen.


Das Zentrum der Wallfahrt auf diesen Berg bildet ein 9m großer liegender Buddha, den wir nun auch besuchten. Die Treppe dorthin, führt durch einen großen Torbogen und ist gesäumt von Bettlern rechts und links. Fast auf jeder Terppenstufe saß jemand.


Ebenso wurden wir die ganze Zeit von Kindern umringt, die beim Besuch des Buddhas auf unsere Schuhe aufpassen wollten; natürlich, um dafür ein kleines Entgelt zu erhalten. Wie immer an den heiligen Stätten mussten nämlich die Schuhe und Mütze ausgezogen werden. Zum Buddha selbst führte eine weitere Treppe.


Von oben hatte man eine tolle Aussicht über den Dschungel. 


Unser Fußweg führte uns von dort weiter durch ein Dorf, das sehr verschmutzt war.  

Zuerst erreichten wir ein Restaurant mit einer Badestelle, wo das Wasser noch sehr seicht war. Hier hielten sich viele Einheimische zum Baden auf. Wir wanderten weiter abwärts und kamen zum ersten Abschnitt des Wasserfalls. Hier konnte man ebenfalls baden gehen, die Strömung war aber ganz schön stark.


Hier wartete unser Tuk-Tuk-Fahrer mit dem mitgebrachten Lunchpaket auf uns. Wir stiegen aber zuerst noch die steile Treppe zum zweiten Abschnitt des Wasserfalls hinab. Hier tummelten sich einige Leute im Wasser, unter anderem ein paar Mönche. Ich hatte meine Badesachen auch mitgenommen, bin dann aber doch nicht ins Wasser gegangen. Hier unten stürzte sich der Wasserfall über 20 m hinab. 


So machten wir ein paar Fotos und stiegen die Treppe wieder nach oben. Dort nahmen wir dann unser Lunchpaket ein: Salat mit Dressing, Obst, kalter gebratener Reis und eine kambodschanische Süßspeise. Hat gut geschmeckt. Danach bin ich hier oben dann doch noch wenigstens mit den Füßen ins Wasser gegangen. Dieses war erstaunlich warm und die Erfrischung tat gut. Die Stellen mit der stärksten Strömung vermied ich aber, da ich dann doch ein zu großer Schißer war.

Wir gingen zurück zum Tuk-Tuk und verließen den Phnom Kulen wieder. Unser weiterer Weg führte uns dann zu einem weiteren Tempel. Dieser war aus unserer Sicht einer der schönsten: Banteay Srei, bedeutet übersetzt „Zitadelle der Frau“. Hier sind noch sehr viele der originalen Details erhalten. 


Der Tempel war einfach schön anzusehen. 


Danach waren wir schon wieder ziemlich kaputt, entschieden uns aber trotzdem dazu, den Sonnenuntergang an den Tempeln noch mitzunehmen. Also eine weitere 30 minütige Fahrt zum Pre Rup Tempel.


Dort angekommen wurden wir erst mal von den Verkäufern bedrängt, die wir aber abwimmelten. Wir kamen gegen 16 Uhr dort an, hatten also noch gut 1,5 h Zeit bis zum Sonnenuntergang. Also besichtigten wir noch ein bisschen den Tempel….


…und suchten uns dann ein freies Plätzchen, um den Sonnenuntergang zu genießen. Wobei genießen eher das falsche Wort ist. So sieht ein romantischer Sonnenuntergang an den Tempeln aus 😀😉.


Da erinnere ich mich dann doch gerne wieder an Namibia zurück. Trotzdem konnten wir ein paar schöne Fotos machen.


Es ging wieder zurück ins Hotel und wir gingen dann nochmal ins „The Brothers“ zum Essen.