Kambodscha – 18. Tag Banlung – Phnom Penh

Heute wurden wir wieder um 8:30 Uhr mit dem Taxi abgeholt und hatten eine lange Fahrt vor uns. 

Also erst mal noch Frühstück eingenommen, Björn wieder Baguette mit Nutella, ich wieder Obstsalat.

Abgeholt wurden wir von einem Toyota Van, wenigstens ein großes Auto. Der heutige Fahrer konnte überhaupt kein Englisch. Über die Hotelrezeption ließ er anfragen, ob wir seinen Bruder mitnehmen können, da dieser nach Phnom Penh in die Schule muss. Wir stimmten zu und somit führte unser Weg dann erst nochmal in die Stadt, den Bruder abholen. Dieser stieg dann, ohne uns eines Blickes zu würdigen oder mal „Hallo“ zu sagen, ein. Ich finde, wenn man schon mitgenommen wird, könnte man vielleicht wenigstens schon mal ein Hallo erwarten, aber gut. 

Wir fuhren wieder über Stung Treng, machten Mittagspause kurz vor Kratie und nach ca. 6-7 h kamen wir in Phnom Penh an und mussten uns dort noch eine Stunde durch den Verkehr quälen, bis wir schließlich erneut die Villa Langka erreichten. Und leider war die ganze Fahrt über wieder die Klimaanlage fies aufgedreht. 

Im Hotel bekamen wir erneut den leckeren Welcome Drink mit Ingwer und Zirone und wurden dann auf das Zimmer geführt, wo uns eine Überraschung erwartete. Wieso auch immer, wir wurden in die Suite geführt. Ob unser Reiseanbieter das so gebucht hat oder wir ein kostenloses Upgrade bekommen haben, keine Ahnung. Lt. Internet kostet dieses Zimmer 125 $ die Nacht. Das Zimmer ein riesen Tanzsaal mit vielen Buddhas darin, eine Art Himmelbett, ein Schreibtisch, ein zusätzliches Bett. Vornedran eine große Terrasse, hinter dem Zimmer ging es weiter zu einem weiteren Raum und von dort in das riesige Bad. Vielleicht haben wir uns das nach dem Dschungel auch einfach verdient. 


Danach aßen wir im hoteleigenen Restaurant und gönnten uns gegen 22 Uhr nochmal eine Massage. Björn eine Rückenmassage für 25 $, ich eine Fußmassage für 15 $. 

Und dann war wieder Schlafen angesagt, die heutige Nacht war ja nur eine Zwischenübernachtung.

Kambodscha – 3. Tag Phnom Penh

Heute klingelte der Wecker noch früher, 5:45 Uhr. Nach dem Frühstück, um 7:30 Uhr, wurden wir dann wieder mit dem Tuk-Tuk abgeholt und in die Stadt zum Grasshopper Fahrradverleih gefahren. Eine geführte Fahrradtour auf die Mekong-Insel stand auf dem Programm. 

Wir wurden dann auch gleich sehr herzlich von unserem weiblichen Guide empfangen. Wir hatten Glück, dass sich heute außer uns niemand für die Tour angemeldet hat, so gab es dann eine Privattour. Nach einer kurzen Einweisung erhielten wir unsere Fahrradhelme und dann konnten wir uns auf die Mountainbikes schwingen und stürzten uns dann selbst in den chaotischen Straßenverkehr. Ein bisschen mulmig war mir dabei ja schon zumute. So fuhren wir am Tonle Sap entlang, aber schon bald ging es auf die Fähre. 


Auf der anderen Seite dann nochmal  eine völlig andere Welt. Hier leben u. a. viele Vietnamesen. Bei der Überfahrt sahen wir mehrere Fischer, die teilweise auch auf ihren Booten leben. Oft mit 4 oder 5 Personen. 


Weiterhin sahen wir die ersten Stelzenbauten, die typische Bauweise in Kambodscha.


Wir schwangen uns wieder auf die Räder und waren nun mitten im kambodschanischen Leben. Keine asphaltierten Straßen, rechts und links die Stelzenbauten. Nachdem wir den Ort verlassen haben hatten wir erst mal eine Schlammschlacht, da es die letzten Tage stark geregnet hat. Ich blieb natürlich mal wieder im Schlamm stecken, musste absteigen und stand knöcheltief im Matsch. Das sollte noch ein paar weitere Male passieren. Ist aber auch gar nicht so einfach, wenn man das nicht gewohnt ist. 


Wir hielten dann an einem kleinen Anwesen und unser Guide erzählte uns etwas über die Kühe dort.


Dann war die Matschschlacht vorbei. Bei der Weiterfahrt bekamen wir rechts und links vom Weg noch mehrere Wasserbüffel zu Gesicht.


Und überall winkten uns die kleinen Kinder freundlich zu und riefen „Hello, hello“ und hatten ihre Freude.

Schließlich machten wir halt in einer Seidenfabrik. Zuerst mal machten wir Rast und bekamen Wasser und sehr leckere Früchte zur Verfügung gestellt, Mangos, Bananen und Mangostane.


Nach der Pause wurde uns dann von der Besitzerin der Betrieb vorgestellt. Zuerst ging es zur Raupenaufzucht. Es gab Schalen mit unterschiedlich alten Raupen. 


An anderer Stelle könnte man die Kokons sehen. 


Dann wird das ganze zu Seide gesponnen, durch verschiedene Methoden und Materialien eingefärbt. 


Und dann ging es weiter in die Weberei. 4 m Stoff bedeuten ca. 1 Woche Arbeit. 


Mein Schatz hat mir dann noch einen schönen Seidenschal gekauft und sich selbst einen Baumwollschal. 

Als wir dann weiterfahren wollten gab es eine Überraschung. Der Schlauch an meinem Fahrradreifen war geplatzt. Wir hatten kurz vorher noch einen Knall gehört. Da wir keinen Ersatz dabei hatten gab mir unser Guide ihr Fahrrad und sie lieh sich das Fahrrad der Familie aus, welche Qualität dieses hatte, könnt Ihr Euch vielleicht vorstellen. Aber ihr machte es nichts aus, da sie früher mit einem solchen Fahrrad auch zur Schule gefahren ist.

Bald nahmen wir wieder die Fähre und dann ging es auf die eigentliche Mekonginsel. 


Hier hielten wir wieder an einer Pagode an. 


Auf der ganzen Tour konnten wir dann auch sehr interessante Gespräche mit unserem Guide führen, da wir ja das Glück hatten, die einzigen Teilnehmer zu sein. Sie konnte wirklich sehr gut Englisch, was sie sich größtenteils durch die Touristen selbst beigebracht hat. Außerdem konnte sie uns viel über die Umgebung und die Menschen erzählen. Bei der Weiterfahrt genossen wir die Ruhe hier auf der Insel, das war mal angenehm dem Trubel in der Stadt zu entkommen. Dann gings mit einer weiteren Fähre wieder zurück nach Phnom Penh. 


Vorher konnten wir aber nochmal kurz Rast einlegen, da die Fähre noch nicht da war. Die Getränke bekamen wir zur Verfügung gestellt. In Phnom Penh wurden wir von einem Minibus abgeholt. Wir bekamen kalte Tücher gereicht, die bei der Hitze sehr angenehm waren. Dann wurden wir zum Mittagessen gefahren. Insgesamt war die Tour ca. 20 km lang. 

Beim Mittagessen wurde und Aubergine mit Schweinefleisch und Fisch mit Gemüse in süß-saurer Sauce und Rindfleisch mit Gemüse gereicht, dazu natürlich Reis. Getränke gab es nach Wahl. Mir hat das Rindfleisch am besten geschmeckt.

Anschließend fuhr der Bus uns wieder zu Grasshopper, wo wir von unserem Tuk-Tuk-Fahrer wieder abgeholt wurden und zurück zum Hotel gefahren wurden.

Für jeden, der in Phnom Penh etwas abseits der typischen Touristenorte unternehmen möchte, kann ich diese Tour nur wärmstens empfehlen.

Im Hotel ruhten wir uns etwas aus und nahmen dann für 5$ ein privates Tuk-Tuk zum Russenmarkt. Dieser hat seinen Namen daher, weil hier früher die Russen eingekauft haben. Hier herrscht eine Bullenhitze und es gibt allerlei Dinge zu kaufen. Buddha-Statuen, Klamotten (die meisten wahrscheinlich nachgemacht), Taschen, Tücher, Essen und Trinken.


Mein Schatz kaufte sich ein paar CDs mit kambodschanischer Musik für seine Radiosendung und dann tranken wir noch Kokoswasser mit Strohhalm direkt aus der Kokosnuss. Sehr lecker. 


Ansonsten schlenderten wir einfach nur rum und beobachteten das Treiben und die für uns doch außergewöhnlichen Essgewohnheiten der Kambodschaner. Zum Beispiel aß eine Frau ein Ei mit Fötus drin. Wir sahen zappelnde Fische, die im Trockenen um ihr Leben kämpften und dann verendeten. Ganze Hühner lagen oder hingen dort zum Verkauf, Meeresfrüchte und vieles mehr. 


Danach schlenderten wir noch ein bisschen durch die Gassen und machten in einem Café halt, wo wir uns noch einen Capucchino und einen Vanilla Latte gönnten.


Danach wagten wir dann den Versuch, den Weg zum Hotel per Fuß zu starten. Ein schwieriges Unterfangen. Zum einen gibt es selten Bürgersteige, heißt, wir befanden uns jetzt zu Fuß mitten  im chaotischen Verkehr der Stadt und dann muss man einfach bei diesem Irrsinn mitmachen. Zum anderen haben wir das Strassensystem bzw. die Nummerierung der Straßen wohl doch nicht so verstanden. Als wir dachten da zu sein, lt. der Strassennummer, waren wir wo auch immer, nur nicht an unserem Hotel. So mussten wir dann irgendwann doch auf ein Tuk-Tuk zurückgreifen, was aber kein Problem darstellte. Wenn man zu Fuß unterwegs ist, wird man sowieso alle 10 m gefragt, ob man ein Tuk-Tuk will. Auf jeden Fall war das Hotel dann doch in eine ganz andere Richtung und noch ein ganzes Stück zu fahren.

Von dort machten wir uns nochmal auf den Weg was essbares zu suchen. Da wir in dieser Ecke keinen Strassenstand gefunden haben, gingen wir dann doch wieder in ein Restaurant. Was mir dort völlig missfallen hat war, dass überall Ventilatoren und Klimaanlagen in voller Stärke liefen. Gar nicht gut, nach der Hitze draußen. Das Essen hat dann aber trotzdem geschmeckt. 

Danach hieß es Koffer packen und dann ab ins Bett.

Kambodscha – 2. Tag Phnom Penh

Der Wecker klingelte heute gleich recht früh. Um 6:30 Uhr hieß es aufstehen, damit wir noch in Ruhe Duschen und Frühstücken konnten.

Um 8:30 Uhr wurden wir dann von unserem heutigen Guide abgeholt, Ms Samnang Phou, eine deutschsprechende Kambodschanerin. Deutsch hat sie während eines Stipendiums in Erfurt gelernt. Aber wenn Kambodschaner Deutsch sprechen, sind sie leider trotzdem nicht so gut zu verstehen.

Vorm Eingang unseres Hotels standen dann 3 Fahrradrikschas für uns bereit und los ging es damit ins Straßengetümmel. Lustig jetzt hautnah im Getümmel zu sein. Mopeds, Autos, Tuk-Tuks überall, rechts, links, vorne, hinten, rechts überholt, links überholt, jeder fährt wie er will.


Zuerst machten wir uns auf den Weg zum Königspalast. Der Eintritt war in unserem Reisepreis bereits enthalten. Aber wie immer bei Sehenswürdigkeiten war es auch hier sehr voll. Hier residiert der König, der lt. Fahne auch gerade anwesend war. Drumherum gibt es eine kleine Grünanlage und mehrere Stupas stehen auf dem Gelände.


Weiter ging es zur Silberpagode. Hier ist der ganze Boden mit Silberfliesen versehen. Leider ist aber der größte Teil mit Teppich bedeckt und nur ein ganz kleiner Teil zum besichtigen freigelassen.


Anschließend ging es wieder in die Rikschas und weiter zu Wat Phnom, eine Bergpagode. Hiervon stammt auch der Name Phnom Penh ab. Auf der anderen Straßenseite der Pagode, gab es noch einen großen Baum, auf den mich der Rikschafahrer hinwies. Überall im Baum hingen kopfüber Fledermäuse.


Das Wetter macht uns schon ein bisschen zu schaffen. Heiß und schwül ist es.

Nach der Besichtigung wurden wir dann zum Mittagessen gefahren, welches auch im Reisepreis enthalten war. Es gab Buffet für 7,50 Euro. Die Getränke mussten wir selbst bezahlen und gönnten uns beide einen frischfepressten Ananassaft. Sehr lecker und gar nicht so säurehaltig wie bei uns.

Hinterher wechselten wir zum Tuk-Tuk und haben uns dann heute Nachmittag mit kambodschanischer Geschichte beschäftigt, über die ich vor der Reise aber auch schon viel gelesen hatte. Wen das Thema interessiert, dem kann ich das Buch „Die Kinder der Killing Fields“ sehr empfehlen.

Zuerst ging es zu Tuol Sleng, das Foltergefängnis aus der Zeit der roten Khmer. Die 6$ Eintritt waren in unserem Reisepreis enthalten. Fotografieren war hier nicht erlaubt, wäre aber auch nicht angebracht gewesen. Es ist einfach immer wieder unglaublich, zu was Menschen fähig sind.

Tuol Sleng ist eine ehemalige Schule, die von den Roten Khmer zum Gefängnis umfunktioniert wurde. Bald war es das größte Gefangenenlager und die größte Folterstädte des Landes. Von den ca. 20.000 Gefangenen haben nur 7 Personen überlebt.

Die Roten Khmer führten genauestens Buch über ihre Gräueltaten. Alle Insassen wurden fotografiert und später getötet. All diese Fotos können sind heute hier im Museum ausgestellt.Gefangen genommen wurden Ausländer, Intellektuelle, Leute, die gegen die Revolution waren, Brillenträger, aber auch Kinder ü, deren Eltern in diese Gruppierungen fielen u. ä. In den Räumlichkeiten kann man heute noch die Blutspritzer der damaligen Zeit sehen. Ebenso sind die verschiedenen Foltermethoden bildlich dargestellt, die ich hier eigentlich gar nicht näher erläutern möchte.

Irgendwann wann war das Gefängnis aber so voll geworden, dass die Gefangenen nach Choeung Ek gebracht wurden, auch bekannt als die Killing Fields. Das war dann der nächste Ort, der bei uns auf dem Programm stand. Die Killing Fields liegen ca. 15 km außerhalb von Phnom Penh. Hier haben die Vietnamesen bei der Befreiung Kambodschas Massengräber vorgefunden. Insgesamt 129 Grabstätten, von denen 43 noch unberührt sind. Viele der Leichname trugen Fesseln und Augenbinden. Rund um die übrigen Stätten liegen heute immer noch menschliche Knochenfragmente und Kleiderfetzen. Zum Gedenken an die Toten wurde eine Stupa errichtet, in der mehr als 8000 Schädel zu sehen sind.


Weiterhin ist ein Baum gekennzeichnet, an dem damals viele Kinder umgebracht wurden. Sie wurden einfach mit dem Kopf gegen den Baum geschlagen……

In einem kleinen Museum kann man noch mehr über die Geschichte erfahren. Außerdem gibt es einen kurzen Film. Ich war aber inzwischen so müde, dass ich beim Film eingeschlafen bin.

Anschließend ging es mit dem Tuk-Tuk zurück zum Hotel….


…wo wir ein kurzes Nickerchen machten. Und dann haben wir uns mit einem Tuk-Tuk nochmal zum Nachtmarkt fahren lassen. Den Markt selbst fand ich nicht so interessant. Allerdings haben wir hier für wenig Geld köstliches Essen bekommen. Gebratene Nudeln mit Gemüse und gebratener Reis mit Gemüse für jeweils 1,50 $. Der Geschmack war einfach super. Dann sind wir noch ein bisschen am Mekong entlang spaziert, wo wir einige kambodschanische Köstlichkeiten zu Gesicht bekamen ;-).

p1030182

Dann haben wir im Hotel noch einen Ingwer-Zitronendrink eingenommen und sind jetzt todmüde auf dem Hotelzimmer.

Jetlag, Wetter und volles Programm haben doch ihre Spuren hinterlassen.

Nachtrag: Auf der Fahrt nach Tuol Sleng wurden wir mitten auf der Straße an der Ampel von Kindern angebettelt. Ein junges Mädchen hielt einen schlafenden Jungen auf dem Arm. Das man bettelnden Kindern nichts geben soll, hatten wir ja schon gelesen. Unsere Reiseleiterin erzählte uns dann aber zusätzlich, dass dieser Junge von seinen Eltern regelmäßig Drogen bekommt, da er oft tagelang schläft. Unglaublich, zu was auch Eltern fähig sind.