Namibia – 3. Tag Marienthal – Sesriem

Letzte Nacht wurde die Uhr umgestellt. Und kalt wars, denke so um die fünf Grad. Aber mein Schlafsack hat schön warm gehalten. Um 6:30 Uhr war Aufstehen angesagt, heißt es war eigentlich 5:30 Uhr. Dann gab es erst mal Frühstück. Spiegelei, Maisbrei mit Apfel und Zimt und Nutellabrot durfte natürlich auch nicht fehlen. Der Maisbrei ist übrigens das Essen, was es meistens bei der einheimischen Bevölkerung gibt. Er ist billig und sehr nahrhaft.

Danach ging es wieder ans Zusammenpacken. Frühstück und Packen hat uns dann doch gute 2,5 h gekostet. Gegen 9 Uhr ging es dann los Richtung Sesriem und Sossusvlei. Wir haben uns gegen den Besuch von Duwisib Castle (eine Burg inmitten der Wüste) entschieden, da dies einen 150 km Umweg bedeutet hätte.

Den ersten Teil der Strecke legten wir auf geteerten Straßen zurück. Wieder weite Landschaften vergleichbar mit der Route 66 in der USA.

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Hier müsste ich dann auch noch etwas lernen: die Damentoilette ist hinter dem Auto, die Herrentoilette vor dem Auto 😉. Also gut.

Und kurz später ging es dann das erste Mal auf die Schotterpiste, hier auch Pad genannt. Für Touris sind hier nur 60 km/h erlaubt, bei uns ging es ein bisschen schneller vonstatten 😉.

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Unterwegs sahen wir zwei Paviane, die waren aber zu fix für ein Foto. Auf der Fahrt begegneten uns auch noch mehrere Oryx, die für das ein oder andere Foto Model standen.

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Direkt vor unserem Campingplatz bogen wir schnell an einer Tankstelle ab, um ein Eis zu essen. Dort stellten wir dann leider fest: Wir haben einen Platten. Was ein Zufall, dass die Reparaturwerkstatt gleich nebenan war. Unser Eis genossen wir dann aber trotzdem noch.

Schließlich kamen wir an unserem nächsten Campingplatz Sesriem an.

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Dieser liegt direkt am Eingang zum Sossusvlei. Hier auf diesem Campingplatz hatten wir Gemeinschaftsdusche und WC und jede Menge andere Leute um uns rum. Wir stärkten wir uns wieder durch Chips, Biltong, getrockneten Früchten etc. Vom Campingplatz hatte man einen schönen Blick auf das Namib Neukluft Gebirge und die weite Ebene.

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Unser Zeltplatz lag direkt unter einem Baum und war durch eine kleine Mauer von den anderen Zeltplätzen abgetrennt. Für die Stromversorgung war auch gesorgt.

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Weiterhin gibt es auf dem Campingplatz noch einen kleinen Swimmingpool, der nicht weit von unserem Zeltplatz entfernt war. Und auf dem Gelände hielt sich den ganzen Tag über ein Oryx auf und lief mal hier hin, mal dort hin.

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Noch zu erwähnen wäre die Mülltrennung, an jedem Zeltplatz befanden sich drei unterschiedliche Tonnen: Für Glas, für Metall und für Sonstiges.

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Vor Sonnenuntergang haben wir uns dann auf den Weg Richtung Düne 45 (Dune 45) gemacht. Vorbei an Düne Nr. 1 und etlichen weiteren Sanddünen passierten wir den ausgetrockneten Tsauchab River und uns begegneten Strauße, Springböcke und Oryx.

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Schließlich erreichten wir nach ca. 50 km die bekannte Dune 45.

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Einfach wunderbar das Licht- und Schattenspiel an der Düne.

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Und dann machten wir uns zu zweit auf den Weg. Es war sehr windig und der Sand wurde durch die Gegend gewirbelt. Am Anfang war der Marsch auf dem Kamm der Düne noch kein Problem, aber schon bald habe ich nur noch den Namen „Düne des Grauens“ benutzt. Der Sand war so tief, dass man bei jedem Schritt wieder zwei Schritte rückwärts gerutscht ist. Der Brustkorb hat schon bald gebrannt. Vielleicht von der trockenen Luft, vielleicht vom aufwirbelnden Sand, den man ständig eingeatmet hat, vielleicht aber auch einfach durch fehlende Kondition. Zwei Asiaten haben uns irgendwann wie Dampfwalzen überholt und wir waren nur am Schnaufen und und haben nach Luft geschnappt. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, schließlich und endlich haben wir es nicht beim ersten Kamm belassen, sondern sind noch weiter aufgestiegen. Die Blöße wollten wir uns nicht geben. Oben angekommen wurden wir aber mehr als belohnt. Das herrliche Licht-Schatten-Spiel der umliegenden Dünen, ein unberührter Grat, bei dem man meinen konnte, man wäre der erste Mensch, der diesen Flecken Erde betritt, der Sonnenuntergang…..Um alles perfekt zu machen, wäre es schön gewesen, wenn wir alleine gewesen wären, aber es waren noch ein paar andere Dünenbesteiger in unserer Nähe. Trotzdem war es ein herrlicher Tagesabschluss.

Hier einfach die Fotos zum Geniessen:

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Bei nachlassendem Licht bin ich dann die Dünen runtergehüpft. Das war ein Spaß. Der Aufstieg war lange vergessen. Unten wurden wir dann von unseren Freunden noch mit einem Sundowner empfangen.

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Zurück auf dem Campingplatz wurde dann noch gegrillt und Lagerfeuer gemacht: Gemüse, Wurst, Rindfleisch.

Die Müdigkeit hat dann aber schnell zugeschlagen. Aber bis ich ins Bett kam, war es doch schon wieder 23 Uhr und am nächsten Tag war um 4:00 Uhr aufstehen angesagt.

Namibia – 2. Tag Windhoek – Marienthal

2. Tag: Der Wecker klingelt um 6:30 Uhr. Zusammenpacken und ab zum Frühstück. Es gab Nutella für meinen Freund, der Tag war gerettet. Ich habe mich an die leckeren Avocados gehalten und ein von den Gastgebern sehr liebevoll zubereitetes Spiegelei mit Bacon, Tomaten und Gurken gegessen. Dazu gab es Orangen-, Trauben- oder Apfelsaft und natürlich Kaffee und Tee. Brötchen und Wurst gab es natürlich auch.

Während des Frühstücks hatten wir dann noch ein sehr nettes Gespräch mit den Gastgebern. Zwei Deutsche, die ursprünglich aus Kiel kommen. Beide sind vor 8 Jahren nach Namibia ausgewandert.

Dann stand die nächste Herausforderung an: wie bekommen wir das ganze Gepäck unter. Das reinste Puzzlespiel. Zwei Zelte, Campingtisch und -stühle, die Matratzen, Lebensmittel und Getränke, Kühlschrank etc. etc. der Wagen ist voll bis oben hin. Aber gemeinsam mit unseren Guides haben wir es geschafft.

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Und los ging es in Richtung Marienthal. Weite karge Landschaft, wie ich sie schon aus der USA kenne.

DSC_0025Vorbei am Tropic of Capricorn – der Wendekreise des Steinbocks. Da konnte ich als Steinbock mir natürlich ein paar Fotos nicht verkneifen. Tolle Farben, roter Sand, blauer Himmel.

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Insgesamt legten wir heute rund 200 km mit dem Auto zurück, bislang noch alles auf geteertem Untergrund….das wird noch anders…. Gegen Mittag sind wir an der Kalahari Anib Lodge angekommen. Dort haben wir uns dann gleich zum abendlichen Gamedrive angemeldet. Dieser kostet 399 NAD. Weiter ging es zu unserem Campground 1, ein kleiner Platz, Toilette, Dusche und Terrasse. Niemand da, außer uns.

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Hier gab es dann von unseren Einkäufen die nächste Spezialität aus Namibia zu probieren: Biltong. Hierbei handelt es sich um luftgetrocknetes Fleisch. Biltong gibt es z.B. vom Rind, vom Kudu oder Springbock in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen zu kaufen. Ich fand es lecker als Snack zwischendurch. Dazu gab es wieder Savanna, dieses Mal probierte ich die Light Variante, die im Gegensatz zum Dry (6%) nur 3% Alkohol hat.

Die Stirnlampen eingepackt und dann ging es um 15:20 Uhr los zum Gamedrive. Den Fußweg zur Lodge legten wir in fünf Minuten über den sandigen Weg zurück. Dort standen dann ca. fünf offene Land Rover bereit. Und dann ging es das erste Mal zur Tierbeobachtung.

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Zuerst sahen wir nur von weitem Springböcke und Zebras. Da hat das 300er Tele eigentlich schon nicht mehr weitergeholfen. Springböcke sind uns auf der weiteren Tour dann ständig wieder begegnet. Schließlich kamen wir zu einem Kameldornbaum, an dem riesigen Webervögelnestern  zu sehen waren.

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Hier sind wir ausgestiegen, die Guides wiesen uns aber darauf hin, dass wir uns nicht unter dem Baum begeben sollten, da sich in den Nestern sehr gefährliche Schlangen aufhalten, die dann möglicherweise gefährlich werden könnten. Im Baum saß eine Eule. Da zeigt sich das geübte Auge eines Guides, denn wir haben trotz mehrfacher Hinweise lange gebraucht, um die perfekt getarnte Eule zu erkennen.

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Weiter ging es. Strauße kreuzten unseren Weg, wir haben Erdhörnchen gesehen, Gnus, Elands, Oryx sind uns über den Weg gelaufen.

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Schließlich kamen noch Löffelhunde in Sicht. Laut dem Guide sind diese nur sehr selten am Tag zu sehen.

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Und dann kam mein Highlight. Eines meiner Lieblingstiere: Giraffen. Und gleich mindestens acht Stück davon, direkt vor uns. Ich schaue mir diese grazilen Tiere immer wieder gerne an. Es gab Jungtiere, ältere Tiere und eine Giraffe war schwanger. Hier machten wir lange Stopp. Bei der Weiterfahrt begegnete uns noch eine junge Giraffe, die im Galopp unseren Fahrweg kreuzte. Das hätte man im Video aufnehmen müssen, aber so schnell hatte man die Kamera leider nicht parat.

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Danach gab es einen Sundowner auf den roten Dünen der Kalahari: Gin Tonic, Säfte und Bier, die wir dann bei der untergehenden Sonne genossen. Wir kamen dann auch noch mit einem netten deutschen Pärchen ins Gespräch, die schon das vierte Mal in Namibia sind.

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Danach ging es in der Dunkelheit mit den Land Rovern zurück zur Lodge. Die Tour dauerte insgesamt drei Stunden. Übringens war es gut, dass wir unsere Jacken dabei hatten, denn es war inzwischen doch kühl, insbesondere durch den Fahrtwind. Kurz vor der Lodge mussten wir erstmal einer riesigen Gnuherde ausweichen, die unseren Weg kreuzte und aufgeregt davon rannte. Den Fussweg zum Campground mussten wir mit der Taschenlampe zurücklegen. Anfang September wird es schon gegen 17:30-18:00 Uhr sehr schnell dunkel.

In der Zwischenzeit hatten unsere eigenen Guides die Zelte aufgebaut und das Feuer war schon in vollem Gange. Nach unserer Ankunft wurde dann auch das Essen aufgelegt: Rindersteaks, Boerewors (eine Art „Thüringer Bratwurst“ aus Namibia), Kartoffeln vom Grill und gegrillte Maiskolben. Für die Weingenießer gab es noch ein Glas südafrikanischen Rotwein dazu.

Ich habe noch gar kein Wort über den Sternenhimmel verloren. Da es hier wenig Lichtverschmutzung gibt, ist der Himmel bei Nacht schon ein Erlebnis. Tausende Sterne funkeln am Himmel. Wir konnten die Milchstraße mit bloßem Auge sehen und haben ebenso das Kreuz des Südens gesichtet. Magisch.

Danach ging es die erste Nacht ins Zelt. Eine 5 cm Schaumstoffmatte und für mich zusätzlich noch meine 5 cm Isomatte 😉. Jaja, die Prinzessin auf der Erbse. Mein Schlafsack war schön kuschelig und insgesamt kam das ganze eigentlich einem Bett schon fast gleich. Und dann schnell einschlafen. Morgen steht das nächste Highlight an….Sossusvlei.