Namibia – 6. Tag Swakopmund, Walvis Bay

Wow, was für ein Tag. Hammer. Nach dem Frühstück ging es um 8:00 Uhr mit dem Auto Richtung Walvis Bay. Vorbei an den großen Dünen, die zu der Zeit noch im Nebel lagen. Es war noch sehr kalt.

In Walvis Bay checkten wir bei Catamaran Tours für eine Katamaranfahrt auf dem Atlantik ein. Am Hafen wurden wir gleich von mehreren Pelikanen empfangen.

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Es waren ca. 20 Leute auf dem Boot, sogar eine Gruppe direkt aus unserer Heimatregion. Zuerst gab es eine kurze Einweisung vom Guide der Tour. Somit versammelten sich alle erst mal an Deck. Die vorderen Plätze am Bug wurden dann als Honeymoon Suite angepriesen und man könne dort auch Platz nehmen. Das Angebot nahmen wir dann gleich mal in Anspruch 😀. Und schon kamen die Sprüche: Oh, frisch verheiratete Mainzer, lol. Die 05er Mütze war nämlich auch wieder im Gepäck.

Zuerst wurden dann mal Decken verteilt und ich war wirklich froh um meine vor dem Urlaub neu erworbene Daunenjacke und die eingepackten Handschuhe. Brr, war das kalt.

Ständig wurden wir von Pelikanen umkreist.

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Und schon bekamen wir auch einen ersten Gast an Bord. Eine Robbe hüpfte aufs Boot und durfte von allen gestreichelt werden.

Der Guide fütterte sie mit Fischen und uns wurde ein Kaffee gereicht, später gefolgt von einem Schnaps und bei einer weiteren Runde hatte man die Wahl zwischen Bier oder Apfelsaft. Bald schon tauchte neben der Robbe auch noch ein Pelikan auf dem Boot auf und leistete uns Gesellschaft.

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Weitere Pelikane umringten uns im Wasser und in der Luft. Bei meinem Toilettenbesuch hatte ich dann mal die Möglichkeit das Schiff von innen zu begutachten. Es gab mehrere Räume mit Betten, das machte alles einen guten Eindruck und vielleicht könnte ich mir ja doch mal vorstellen ne Boot & Hike Tour zu machen. Bisher war ich eher gegen Schlafen auf dem Boot. Die Klospülung war dann auch ganz interessant. Im ersten Moment stand ich davor wie ein Ochse vorm Berg, bis ich die Bedienungsanleitung gefunden habe. Man drehe den einen Schalter nach Rechts, betätige die Pumpe, öffne die Klappe, betätige nochmal die Pumpe, schließe die Klappe und drehe den Schalter wieder nach links. Da soll erst mal jemand von alleine drauf kommen. Weiter ging die Fahrt.

Möwen landeten auf dem Boot…..

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….und wir passierten die Austernbänke, die mit vielen bunten Bojen gekennzeichnet waren.

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Was für eine Arbeit. Alle paar Wochen müssen alle Austern aus dem Meer herausgeholt werden, einzeln per Hand gesäubert werden und wieder ins Meer gebracht werden.

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Anschließend näherten wir uns der Robbenkolonie auf der Landzunge. Man hörte schon von weitem das Brüllen und der Geruch nahm auch etwas zu. Schließlich kamen wir ganz dicht an die Landzunge heran und auf einmal wimmelte es nur noch rund um uns rum. Robben tollten lustig im Wasser umher, die Möwen kreisten über uns, Delphine vollführten ihre Freudensprünge, es war das reinste Tohuwabohu und man wusste gar nicht, wo man hingucken sollte. Atemberaubend. Und an Land Hunderte von Robben, wo man auch hinsah. Hier hielten wir uns ziemlich lange auf und Genossen diese herrliche Szenerie.

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Zwischen den Tieren tummelten sich auch noch Kajakfahrer, ein Event, was auch möglich gewesen wäre.

Irgendwann setzen wir die Fahrt fort, sahen von weitem Pinguine im Wasser und kleine Delphine. Diese wurden schnell unsere Begleiter und surften eine ganze Zeitlang auf der Bugwelle mit uns mit. Ein tolles Schauspiel. Weiterhin erfuhren wir von unserem Guide alles Wissenswerte über das Meer und seine Bewohner. Mir wurde zwischenzeitlich mal ein bisschen schummrig, aber das verging schnell wieder.

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Schließlich wurde dann im hinteren Teil des Bootes noch Essen aufgetischt. Gestartet wurde mit einem Glas Sekt und dann gab es für mich dann auch noch eine Premiere: Austern. Zuerst wagte ich mich nur an die mit Käse überbackenen, die gleich hervorragend schmeckten. Weiterhin gab es Gemüsesticks, viele belegte Brote mit Meeresfrüchten, Eier, und schließlich probierte ich doch noch eine normale Auster…..wenn man schon mal die Möglichkeit hat… Diese war ok, aber dann doch nicht ganz so mein Fall.

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Langsam ging es wieder zurück Richtung Hafen und wir wurden wieder von unzähligen Pelikanen begleitet. Sie schwammen, flogen und landeten direkt neben uns auf dem Boot. Der Guide lockte sie immer wieder an.

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So ging diese herrliche Bootsfahrt dann dem Ende zu.

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Zurück in Swakopmund schlenderten wir noch ein bisschen durch die Gassen. Kauften einen weiteren Safarihut für meinen Schatz, tranken noch einen Kakao und dann ging es weiter zum absoluten Highlight. 2 Stunden Rundflug über die riesigen Dünen der Namib.

Wir buchten den Flug bei „Sossusfly“, wo wir uns auch trafen. Dort trafen wir auf weitere Mitfliegende, das meiste waren Schweizer, die mit Studiosus unterwegs waren. Alle sehr nett. Wir wurden anschließend mit Kleinbussen zum Flugplatz vom Swakopmund gebracht. Unterwegs konnte man teilweise die Townships von Swakopmund sehen.

Die Passagiere wurden auf 3 Flugzeuge aufgeteilt, ausschlaggebend war das vorher angegebene Gewicht. Die Flugzeuge starteten im Viertelstundentakt.

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Wir befürchteten schon dass wir getrennt werden, da dies einem Paar passiert ist und wir wollten das ganze ja schon gemeinsam erleben. Aber wir hatten Glück und konnten im letzten Flieger die hinterste Bank erobern. Alles unnötige Gepäck wurde im Kofferraum verstaut. Zu warm anziehen sollte man sich auch nicht, da es während dem Flug doch recht heiß wird. Und dann ging es los.

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Zuerst waren nur unendliche Weiten zu sehen. Überall einfach nur flache Landschaft und überall Sand, so weit das Auge sehen konnte. Und mitten hindurch ging nur eine einzige Straße.

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Wir passierten die Mondlandschaft von oben….

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und dann tauchten sie auf einmal auf, die riesigen Dünen der Namib und sie nahmen einfach kein Ende.

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Während man im Auto im Sossusvlei noch meinen konnte, dass es vielleicht 100 sind, sah man von oben nichts anderes mehr als ein Meer aus Dünen. Auf den meisten ist wahrscheinlich noch nie eine Menschenseele gewesen. Wieder das herrliche Licht-Schattenspiel durch die Sonne. Ich konnte mich nicht satt sehen. 6 -1-386 -1-406 -1-416 -1-44

So ging es immer weiter bis zum Sossusvlei. Wir sahen Deadvlei von oben…

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…und dann ging es langsam Richtung Atlantik. Die Sicht wurde schlechter, da sich durch den Atlantik Wolken gebildet hatten und schon verloren die Dünen ohne das Licht-Schattenspiel viel von ihrer Faszination. Welch ein Unterschied zum Aussehen von vorher. Aber trotzdem noch sehr schön.

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Am Atlantik überflogen wir die Skelettküste, wo das Wasser des Atlantik die Dünen küsst.

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Wir sahen zwei Schiffswracks von oben und waren von allem einfach nur fasziniert. Wir kamen an vielen Robbenkolonien vorbei, sahen große Salzterrassen im Meer…

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und landeten schließlich wieder in Swakopmund, wo langsam die Sonne unterging. Was für ein Erlebnis.

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Mit dem Kleinbus wurden wir direkt zurück zu unserer Pension gefahren. Dort haben wir uns nur noch schnell umgezogen und schon ging es zum Abendessen ins Tug Restaurant an der Seebrücke. Sehr nette Bedienung. Es gab Rotwein und zum Essen entschied ich mich dieses Mal für Fisch, wenn man schon mal an der See ist: eine Kombination aus Squid, gefüllt mit Chili Pesto und Line Fish und dazu Reis. War das lecker. Es war dann noch ein geselliger Abend, bei dem ich dann aber doch recht schnell müde wurde. So viele neue Eindrücke……

Namibia – 5. Tag Sesriem – Swakopmund 

Heute war im Vergleich zu den anderen Tagen „Ausschlafen“ angesagt. Der Wecker klingelte um 7:00 Uhr, Frühstück gab es im 7:30 Uhr. Wieder Kaffee und Tee und Pap (Maisbrei) mit Apfel. Dann ging es auf die weite Fahrt nach Swakopmund. 450 km auf der Schotterpiste (Pad) und dieses Mal nicht in gutem Zustand. Wir wurden ganz schön durchgeschüttelt. In Umkreis von einer Stunde passierten wir weitere Lodges und Campingplätze. Diese werden mit „am Sossusvlei“ vermietet. Uns wurde gesagt, dass hier viele große Reisegruppen und Individualreisende unterkommen. Von dort aus hat man aber nicht die Möglichkeit die Dünen in dem sagenhaften Licht des Sonnenauf- und -untergangs zusehen. Eine Stunde Fahrt zum Eingang, eine weitere Stunde bis dort hin, dann ist der Drops gelutscht. Der Sesriem Campground und die Sossus Dune Lodge sind die einzigen Unterkünfte direkt am Gate.

Wir passierten die Namib Naukluft Berge, kamen vorbei an versteinterten Dünen, entdeckten am Wegesrand Paviane und kamen schließlich zur Tankstelle Solitaire. Hier gibt es die beste und bekannteste Bäckerei in der Wüste.

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Hier bekamen wir mehrere Erdhörnchen zu Gesicht und ich habe mir ein Eis gegönnt. Die anderen labten sich in der Bäckerei und deckten sich mit Kaffee ein.

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Eine zeitlang später passierten wir den Gaub Pass und den Kuiseb Pass. Teilweise ging es in Serpentinen auf Schotterpiste durch die Berge mit ihrer geologischen Vielfalt. Nirgends kann man die Geologie so gut sehen wie in Namibia.

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Wir fuhren dann nicht den üblichen Weg nach Swakopmund weiter, sondern bogen rechts in den Nationalpark ab. Für diesen Weg muss man sich allerdings vorher eine Permission besorgen. Der Weg führte durch weite Savannenlandschaft.

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Wir sahen mehrere Bergzebras, leider zu weit weg vom Auto. Unendliche Weiten um uns rum. Und immer wieder sahen wir Fata Morganas. Schon faszinierend, diese Sinnestäuschung.

Der Weg führte uns dann zum Welwitschia Nature Drive. Diese Pflanze konnten wir vor einiger Zeit schon im Frankfurter Palmengarten begutachten. Die Welwitschia mirabelis, wie sie richtig heißt, ist eine der seltsamsten Pflanzen der Erde. Ihre am Boden liegenden Blätter können theoretisch bis zu 8 m lang werden und sie blüht unter extremen Klimabedingungen mitten im sandigen Nichts. Diese Länge wird aber meistens nicht erreicht, da Tiere zum Fressen kommen oder die klimatischen Bedingungen dies verhindern. Sie kann bis zu 1500 Jahre alt werden. Hier in Namibia bis zur südlichen Grenze von Angola ist der einzige Platz auf der Welt, wo diese Pflanze wächst. Faszinierend ist, dass man meint, die Pflanze hätte an die 30 Blätter, wenn man genau hinsieht, sind es aber nur 2 Blätter, die durch Wind und äußere Bedingungen zerklüftet sind. Die männliche Pflanze unterscheidet sich im Aussehen auch von der weiblichen Pflanze. Die Befruchtung erfolgt durch den Wind oder durch Tiere.

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Weiter ging es zur Mondlandschaft. Sie erscheint mit ihren blanken Felsen und den tiefen Einschnitten außerirdisch.

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Schließlich und endlich kamen wir nach mehreren Stunden Fahrt über Stock und Stein in Swakopmund an, wo uns kühles Nordseewetter erwartete. Wir drehten mit dem Auto noch eine kleine Tour durch die Stadt, bevor wir in unserer Pension Rapmund eincheckten. Wir hatten ein schönes Eckzimmer im Erdgeschoss mit Blick auf den Atlantik. Das Haus ist sehr gepflegt und empfehlenswert.

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Bei stürmischen Wetter schauten wir uns noch ein bißchen die Umgebung an. Wir passierten den Leuchtturm.

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Und hier auf der Wiese liefen noch ein paar Perlhühner frei herum.

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Anschließend schlenderten wir noch ein bißchen am Strand entlang……

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….und gingen zum Craft Market, ein Künstlermarkt. Hier wurden wir aber gleich, bevor wir überhaupt den ersten Stand erreicht hatten, bedrängt etwas zu kaufen. Zum Schauen hatte man leider gar keine Zeit, weil einem ständig etwas anderes unter die Nase gehalten wurde. Schade. So habe ich dann schnell die Lust verloren mir die schönen Schnitzereien oder Schalen genauer anzuschauen. Einen kleinen Elefant aus Holz habe ich dann aber doch noch gekauft und eine kleine Nuss, in die mein Name eingeschnitzt wurde, in Verbindung mit Namibia 2015. Aber wenn Ihr auch mal auf so einem Markt sein solltet, hier könnt und solltet Ihr immer handeln. Am Ende werden dann doch noch ganz andere Preise angeboten, als die erste Preisangabe.

Wir liefen weiter zur Seebrücke, wo ein eisiger Wind wehte und genossen die langsam untergehende Sonne.

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Danach gönnten wir uns in der Pension noch eine heiße Dusche und dann ging es weiter zum Abendessen ins „Kücki’s Pub„, ein einheimisches Restaurant. Ich hatte Surf and Turf, in diesem Fall Springbock mit Krabben und Calamaris und Bratkartoffeln. Der Springbock traf leider nicht ganz meinen Geschmack. Wer wollte bediente sich noch am Rotwein, ich habe mich aber an Guavensaft und Wasser gehalten. Es war ein schöner Abend.