Namibia – 18. Tag Sangwali – Divundu

Duschen, Auto packen und um 7:30 Uhr ab zum Frühstück.  Aufgetischt wurde das gleiche wie am Vortag. Wieder war es sehr windig und somit keine Tiere zu sehen.

Eine Gruppe Gäste machte sich auf den Weg zur 1,5h Fusstour. Dafür wurden diese von den Guides erst mal mit dem Mokoro ans andere Ufer übergesetzt. Wir schauten vom Frühstückstisch der Überfahrt zu und hofften innerlich vielleicht doch, dass mal jemand ins Wasser fällt. 😉. Das Schauspiel wurde uns aber nicht geboten.

Nach dem Frühstück bezahlten wir unsere Rechnung. Auf dem Weg zum Auto wurden wir dann noch von 4 Kinderaugen neugierig beäugt. Die Kinder der Bediensteten lugten verschmitzt um die Ecke und winkten uns zum Abschied noch zu. Süß. Dann ging es wieder Richtung Divundu. Wieder 11 km Geholper. Dieses Mal begegnete uns noch eine Elefantenherde.

Das  Nkasa Lupala Tented Camp war insgesamt sehr weiterzuempfehlen, allerdings war das Essen nicht immer ganz warm. Dies wäre noch verbesserungswürdig.

Auf dem Weg zurück zur Hauptstraße begegneten uns dann wieder ein paar Elefanten.

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Auf dem Weg nach Divundu sahen wir dann wieder sehr viel Müll am Straßenrand.

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In der Nähe von Divundu waren wir dann dieses Mal im Ngepi Camp. Die Anfahrt war wieder eine 3 km lange 4×4-Strecke. Wir bekamen unseren Zeltplatz direkt am Wasser zugewiesen und am anderen Ufer konnten wir die Nilpferde und Elefanten beobachten.

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Alle anderen wollten einfach nur die Ruhe am Fluss genießen. Ich machte erst mal eine Erkundungstour durch das Camp. Die Toiletten und Duschen waren sehr abenteuerlich und wurden als die meistfotografiertesten angepriesen. Und es gab eine richtige Erkundungstour durch die Toilettenanlagen des Camps. Voila.

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Da steigt man im wahrsten Sinne des Wortes auf den Thron……..

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Eimer im Baum…..

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Oder wie wäre es mit nem heißen Bad…….

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Außerdem konnte ich einen Blick in die ebenfalls angebotenen Baumhäuser werfen. Die haben mir richtig gut gefallen. Vielleicht eine Idee für einen anderen Trip. In den offenen Häusern stehen Betten, aber trotzdem im Freien. Ebenso wie die Toilette und die Dusche.

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Danach entschloss ich mich, an dem für 120 NAD angebotenen Village Trip teilzunehmen. Außer mir gab es keine weiteren Interessenten, somit zog ich um 16 Uhr alleine mit dem Guide los.

Er selbst stammt auch aus einem dieser Dörfer. Er musste die Schule abbrechen, da seine Eltern das Geld dafür nicht mehr aufbringen konnten und hatte das Glück, dass das Ngepi Camp ihm trotzdem eine Anstellung ermöglicht hat und seine Guide Ausbildung finanziert hat.

Wir durchquerten eine Ebene, wo bis 2012 noch ein Dorf stand. Das Dorf wurde aber  überschwemmt wurde durch die Bewohner an einer höher gelegenen Stelle wieder neu aufgebaut.

Langsam näherten wir uns dem ersten Village und der Guide erzählte mir, dass nur die jüngere Generation Englisch spricht, die älteren Leute sprechen nur ihre Stammessprache. Er versuchte mir dann einige dieser Worte beizubringen.

Zur Begrüßung sagt man: „Moro“.

„Wie geht es Dir?“ heißt „Ngepi“, wie unser Camp.

Die Wörter für Danke und mir geht es gut, konnte ich mir leider nicht merken und sie waren auch ziemlich unaussprechlich ;-).

Im Dorf angekommen, begegneten uns als erstes die Kinder. Der Guide erklärte mir verschiedene Hütten. Es gibt Hütten für die Lagerung, andere Hütten zum Schlafen.

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Um das Dorf ist jeweils ein Zaun aus Reet, dieser dient als Windschutz, dass z. B. ein Feuer nicht durch den Wind erlischt. Unter den Zäunen wurde Asche verstreut, damit diese nicht durch die Termiten zerstört werden.

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Schließlich betraten wir den Innenhof, in dem sich die Bewohner aufhielten und ich versuchte mich an der Begrüßung „Moro“ und „Ngepi“. Momentan waren nur die Großeltern und die Enkel im Dorf. Ich wurde ebenfalls freundlich begrüßt. Der alte Herr war gerade dabei, kleine Mokoros aus Holz zu schnitzen. Diese werden normal vom Camp aufgekauft und dort im Laden zum Verkauf angeboten. Die einzige Einnahmequelle dieser Menschen. Da im Camp momentan keine Mokoros vorhanden waren, kaufte ich die Schnitzerei, die gerade in Arbeit war. Anstatt den geforderten 50 NAD, entschloss ich mich, 100 NAD zu bezahlen, um den Leuten etwas Gutes zu tun. Sie ließen mich in eines ihrer Häuser schauen und ich war erstaunt, dass dort ein richtiges Bett vorzufinden war. Dies hängt aber vom „Reichtum“ der jeweiligen Person ab. Wer kein Geld hat, muss auf dem Boden schlafen. Da bedeutet „Reichtum“ also sich ein Bett leisten zu können…….

In der Hütte war es trotz der Hitze draußen relativ kühl. Dies kommt durch die Lehmschicht, die zwischen den Holzstämmen vorhanden ist. Das Material dafür wird aus alten, verlassenen Termitenhügeln gewonnen, welches mit Wasser angerührt wird. Die Holzstämme waren jeweils mit Gummi verbunden, dieser stammt aus alten Autoreifen.

Apropos Wasser. Wasser gibt es nur am Fluss, der ein ganzes Stück entfernt war. Dort wird dreimal am Tag Wasser geholt, ebenso erfolgt dort die Körperwäsche und das Waschen der Kleidung.

Weiterhin besaß die Familie dann noch ein paar Hühner.

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Ich durfte noch Fotos von der Familie machen, sie baten mich aber, diese per Email an das Camp zu schicken, damit ihnen die Fotos zur Verfügung gestellt werden können, damit sie diese für ihre Nachfahren haben. Diesem Wunsch werde ich natürlich gerne nachkommen. Ich wurde herzlich verabschiedet und wurde eingeladen, beim nächsten Mal wieder vorbeizukommen.

Laut dem Guide freuen sich die Leute über Besuch, ich bin mir allerdings doch nicht so sicher, ob sie sich nicht zur Schau gestellt fühlen.

Weiter ging es zum nächsten Dorf. Vorher passierten wir einen kleinen Gemüsegarten mit vorwiegend Kürbissen und ein paar Vogelscheuchen.

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Im Dorf war eine junge Familie mit mindestens 5 Kindern anzutreffen. Der Familienvater ist 30 Jahre alt und sprach Englisch, so dass ich mich mit ihm unterhalten konnte. So erfuhr ich, dass er zwei Kühe besitzt und er gerade dabei ist eine neue Hütte zu bauen, da die alte sehr marode geworden ist. Ebenso erzählte er, dass die kleineren Schulkinder nach Divundu in die Schule müssen. Jeden Morgen ein einstündiger Fußmarsch, das gleiche am Nachmittag. Die größeren Kinder sind meistens in einem Internat. Ich unterhielt mich noch ein bisschen, durfte auch von dieser Familie noch ein Foto machen und hinterließ auch hier noch einen kleinen Obulus. Ich wurde mit “ God bless you“ verabschiedet und wurde noch gefragt, ob ich gläubig bin und ob ich Mitglied des Kirchenchors bin, dann ging es weiter.

Ein Stück weiter des Weges kamen wir zu einem neu errichteten Gebäude, welches aber noch nicht fertiggestellt war. Der Guide erklärte mir, dass es sich um ein Projekt des Camps handelt. Es wird eine neue Schule errichtet, die im November fertig sein soll.

Der Weg führte uns an einem weiteren Dorf vorbei. Wir hatten dieses eigentlich schon passiert, als uns eine alte Dame zu sich rief. Anscheinend hielt sie sich grade alleine im Dorf auf. Dieses Dorf sah viel ordentlicher aus, als die beiden davor. Die alte Dame hatte ein Baby auf dem Rücken und war gerade dabei den Zaun rund um das Dorf zu erneuern. Sie sprach ein kleines bisschen Englisch und der Guide erzählte mir, dass sie auf einer Erwachsenenschule war. Ich erfuhr, dass das Baby noch einen Zwilling hat und welcher sich grade bei seiner Mutter befindet. Wir hatten gerade die Großmutter vor uns. Auch von Ihr durfte  ich noch ein Foto machen, hinterließ auch ihr noch einen kleinen Obulus und wir machten uns auf den Rückweg.

Dort erzählte mir der Guide noch, dass es ein weiteres Projekt gibt, bei dem die Einheimischen Bäume zum Pflanzen zur Verfügung gestellt bekommen, das so genannte „Tree Project„. Sie bekommen einen kleinen Obulus dafür, dass sie sich um die Bäume kümmern. Hintergrund ist, dass die Menschen die Bäume in Ihrer Umgebung zum Bauen Ihrer Häuser u. ä. benutzen und somit schon in wenigen Jahren keine Bäume mehr vorhanden wären. So soll der Baumbestand für die zukünftigen Generationen sichergestellt werden.

Zurück am Camp hatte ich natürlich viel zu erzählen und musste das Ganze auch erst mal sacken lassen. Es war interessant, aber auch schon etwas bedrückend und regt zum Nachdenken an.

Dann kümmerten wir uns wieder um unser Abendessen und dann war auch schon wieder Schlafenszeit.

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